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Sind ETFs eine Blase?

Mittlerweile kennt sie fast jeder: ETFs. Von Jahr zu Jahr werden sie immer beliebter, immer mehr Menschen nutzen diese (meist) passiven Anlageinstrumente zum Vermögensaufbau. Lag das weltweite Anlagevolumen in ETFs im Jahr 2005 noch bei unter 500 Milliarden US-Dollar, ist es in den letzten 15 Jahren auf über 7 Billionen US-Dollar herangewachsen. Bei dieser exponentiellen Entwicklung gehen bei einigen Anlegern die Alarmglocken an - ist das noch gesund? Oder hat sich hier eine Blase am Finanzmarkt gebildet, die möglicherweise bald platzen wird? Ist das überhaupt möglich und welche Logik liegt dahinter?
Sind ETFs eine Blase?

Was ist eine Blase?

Zu Beginn sollte definiert werden, was genau eine Blase an den Finanzmärkten ist. Vereinfacht gesagt handelt es sich bei einer Blase um eine Übertreibung. Wenn etwa der Preis für eine Aktie massiv ansteigt, ohne dass hinter diesem Anstieg ein entsprechender fundamentaler Wert oder eine auf fundamentalen Daten basierende Meinung steht, dann lässt sich von einer Blase sprechen. Oftmals basiert so ein massiver Kursanstieg nicht auf Fakten oder plausiblen Einschätzungen, sondern lediglich auf dem Gedanken, dass sich eine in der Vergangenheit positive Entwicklung in der Zukunft fortsetzen wird. Anleger sehen, wenn sich eine Aktie überproportional entwickelt hat und wollen an diesem Gewinn teilhaben, ohne dabei die realen Umstände für den bisherigen Anstieg zu prüfen oder zu verstehen. In der Folge entsteht ein großes Risiko, denn sobald diese temporäre Fehlbepreisung vom Markt erkannt wird, droht ein massives Verlustrisiko. Die Aufwärtsspirale, welche die Aktie in unrealistische Höhen hat steigen lassen, kehrt sich um und der Kurs bricht meist schlagartig ein.

In der Geschichte der Kapitalmärkte gibt es unzählige Beispiele für solche Blasenbildungen. Im 16. Jahrhundert kam es etwa in den Niederlanden zur sogenannten Tulpenmanie, bei welcher die Preise für eine Tulpenzwiebel in kurzer Zeit um über 2000 % stiegen, aber in einem noch kürzeren Zeitraum wieder drastisch eingebrochen sind. Zum Höhepunkt der Blase war eine einzige Tulpenzwiebel mehr wert als komplette Immobilien oder Ländereien. In der jüngeren Vergangenheit ist vielen noch die US-Immobilienblase von 2008 oder die Dotcom-Blase Anfang der 2000er-Jahre ein Begriff. An diesen beiden Beispielen lässt sich schon der erste und entscheidende Unterschied zu einer möglichen ETF-Blase feststellen. Anders als bei etwa Aktien oder Immobilien bilden ETFs einzig und allein verschiedene Indizes ab, haben aber keinen eigenständigen Wert. Der Wert eines ETFs steigt oder fällt nicht, weil mehr Leute diesen kaufen oder verkaufen, sondern nur weil der darunterliegende Index sich bewegt hat. Die Frage muss daher vielmehr lauten, ob es bei einzelnen Indizes zu einer Blasenbildung gekommen ist.

Sind einzelne Indizes überbewertet?

Die Argumentation vieler Kritiker besagt, dass durch die steigende Beliebtheit von ETFs überproportional viel Geld in Aktienwerte fließt, welche in bekannten Indizes wie dem MSCI World enthalten sind. Diese Argumentation impliziert, dass sich die Nachfrage nach einer Aktie und damit die Bewertung des Unternehmens nicht an den Fundamentaldaten orientiert, sondern an der Zugehörigkeit an einem Index. Sind also einzelne Aktien zu hoch bewertet, weil sie in einem beliebten Index vertreten sind und daher von vielen ETFs gekauft werden? Um diese Frage zu beantworten, muss man verstehen, wie die Preise einer Aktie entstehen und wer die wesentlichen Treiber dieser sind. Aktienkurse werden am Markt im Handel durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Eine Aktie legt an Wert zu, wenn die Nachfrage groß ist und Anleger bereit sind, einen höheren Preis zu zahlen. Umgekehrt sinken Aktienkurse, wenn es auf einem gewissen Preisniveau mehr Verkäufer als Käufer am Markt gibt. ETFs, welche die Entwicklung von Aktien abbilden, machen lediglich ca. 7 % des globalen Aktienmarkts aus, was gegen die Aussage spricht, dass ETFs der dominante Treiber von Aktienpreisen seien.

Zusätzlich spricht auch die sogenannte Markteffizienzhypothese gegen den dominanten Einfluss von ETFs. Nehmen wir dazu folgendes Beispiel an: ein ETF bildet einen Korb von Aktien durch physische Replikation ab, sprich der ETF-Anbieter kauft die im Korb enthaltenen Aktien wirklich in einem vorgegebenen Verhältnis zueinander. Nun könnte man sagen, dass durch den Kauf der Preis der Aktien bewegt wird. Wenn die Masse des ETFs groß genug ist, könnte es hier tatsächlich zu einer entsprechenden Bewegung bei den Preisen der Aktien kommen. Dies trifft besonders zu, wenn ein ETF in eher kleinere und wenig gehandelte Aktien investiert. Die Markteffizienzhypothese besagt jedoch, dass Preise am Kapitalmarkt effizient und damit rational richtig sind. Es gibt in diesem Szenario also zwei Möglichkeiten: entweder ist der gestiegene Preis der Aktien gerechtfertigt oder es muss auf lange Frist eine Korrektur nach unten auf ein rationales Niveau erfolgen. Dieser zwei Möglichkeiten sind sich alle Teilnehmer am Kapitalmarkt bewusst, weshalb sie anfangen, entsprechend zu handeln. Dieser Mechanismus wird auch Arbitrage genannt. Durch Ausnutzung der echten oder auch nur vermuteten Fehlbepreisung des Aktienkorbs passt sich der Preis wieder auf ein nachhaltiges Niveau an, der Index und damit der ETF sind effizient bepreist und die Markteffizienzhypothese gilt. Der ETF als Anlageinstrument hat in der Folge keinen Einfluss auf den Markt.

Natürlich gelten auch hierfür einige Einschränkungen, denn die Möglichkeit von Arbitrage kann durch etwa Handelskosten oder Marktzugang beschränkt sein. Um diese Probleme zu umgehen, nutzen ETF-Anbieter in solchen Fällen keine rein physische Replikation, sondern setzen sogenanntes Sampling ein. Durch Sampling wird das Risiko-Rendite-Verhältnis des zugrundeliegenden Wertpapierkorbs abgebildet, ohne dabei exakt in jedes Wertpapier investieren zu müssen. So lassen sich Probleme mit etwa zu kleinen oder zu schwer zugänglichen Aktien vermeiden. Auch dieser Ansatz trägt dadurch weiter zur Markteffizienz bei.

Worauf sollten Anleger achten?

Wegen einer angeblichen Blasenbildung auf dem ETF-Markt müssen sich Anleger sicherlich keine Sorgen machen. Viel sinnvoller ist es, darauf achten, in welche Indizes man investiert und ob diese Indizes einzelne Branchen oder Regionen übergewichten. So basiert beispielsweise die interne Gewichtung des MSCI World Index auf der Marktkapitalisierung der Unternehmen und gewichtet daher die USA mit einem Anteil von über 60% ganz klar über. Auch sind in diesem Index Technologiewerte sehr dominant vertreten. Welche Folgen eine Gewichtung nach Marktkapitalisierung haben kann, zeigt das Beispiel Japan. In den 90er-Jahren erlebte Japan einen regelrechten Aktienboom und die Kurse stiegen rasant an. Damit verbunden wuchs auch die Gewichtung Japans im MSCI World Index, welche in der Spitze ca. 40 % betrug. Als Anfang der 2000er die japanische Aktienblase platzte, haben auch die Anleger von MSCI World-Produkten massiv gelitten, obwohl sie vermeintlich global diversifiziert waren.

Ein solches Risiko kann allerdings durch die kluge Wahl der richtigen Indizes minimiert werden. Die Ginmon Portfolios basieren aus diesem Grund nicht auf Marktkapitalisierung, sondern gewichten Regionen nach deren Bruttoinlandsprodukt und somit deren Anteil an der Weltwirtschaft. So wird verhindert, dass eine einzelne regionale Aktienmarktblase die Gewichtung des Portfolios beeinflusst. Dieser Ansatz bildet die realen Verhältnisse der Weltwirtschaft deutlich genauer ab und ist somit um einiges näher an der Realität.

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