MSCI World

Der MSCI World steht für Morgan Stanley Capital International World Index. Dabei handelt es sich um ein Aktienindex, der die Entwicklung von über 1.643 Aktien (Stand: März 2020) weltweit darstellt. Der MSCI World Index umfasst die Aktien aus 47 Ländern. Er wird als Basis für börsengehandelte Fonds verwendet. Somit ist er einer der bedeutendsten Aktienindizes der Welt.

Was ist der MSCI World?

Der MSCI World ist ein Aktienindex, der die Entwicklung von über 1.600 Aktien (Stand: März 2020) aus 23 Industrieländern und 24 Schwellenländern widerspiegelt. Er gilt als einer der wichtigsten Aktienindizes weltweit und wird von dem US-amerikanischen Finanzdienstleister MSCI herausgegeben. Weltweit in Industrieländern anlegenden Aktienfonds dient der MSCI World Index häufig als Benchmark (Vergleichsindex). Dabei ist zu bedenken, dass der US-Markt den größten Einfluss auf den Index hat und die zugehörigen Aktien auch in US-Dollar gehandelt werden. Zahlreiche Indexfonds versuchen auch den MSCI World Index möglichst exakt nachzubilden. Vor allem ETFs auf den MSCI World haben in der Vergangenheit an Beliebtheit gewonnen.

Wie wird der Index berechnet?

Der Index wird von MSCI ein Mal pro Minute in drei Varianten berechnet: als Kursindex, als Performanceindex ohne Berücksichtigung von Quellensteuern und als Performanceindex mit Berücksichtigung von Quellensteuern. Veröffentlicht wird in der Regel der Kursindex. Die Aktien, deren Heimatbörsen geöffnet sind, fließen mit ihren laufend aktualisierten Werten ein, die übrigen Aktien werden mit ihrem jeweiligen Schlusskurs vom Vortag eingerechnet. 

Welche Unternehmen bzw. Länder haben einen großen Einfluss?

Die vier führenden Unternehmen nach Marktkapitalisierung sind Apple, Microsoft, Amazon und Facebook. Im April 2019 waren die fünf Länder mit der höchsten Marktkapitalisierung nach Aktienzuteilung die USA, Japan, Großbritannien, China und Frankreich. Die verbleibenden 42 Länder mit Aktien im MSCI machen lediglich rund ein Viertel der Marktkapitalisierung aus.

Diese Zahlen unterliegen leichten Veränderungen im Laufe der Zeit. Die Zusammensetzung des MSCI World wird von dem Indexanbieter quartalsweise überprüft. Dabei können neue Unternehmen in den Index aufsteigen und andere herausgenommen werden. Das Gewicht eines einzelnen Unternehmens im Index hängt von dessen Börsenwert ab. Je höher dieser ausfällt, desto größer ist der Anteil im Index.

Übersicht der Marktkapitalisierung nach Ländern im MSCI World

Marktkapitalisierung nach Aktienzuteilung je Land im MSCI World
(Quelle: Investopedia, Stand: April 2019)

Kann ich in den MSCI World investieren?

Ja, indirekt kann in den MSCI World investiert werden. Es gibt immer mehr Finanzprodukte, allen voran ETFs (Exchange Traded Funds), die versuchen eben diesen Index möglichst kostengünstig und genau nachzubilden.

Für die Nachbildung von Indizes wie den MSCI World gibt es verschiedene Methoden. Die bei den in Deutschland zugelassenen Produkten gängigste Methode ist die physische Replikation. Bei physisch repliziereden ETFs werden die im Index enthaltenen Titel tatsächlich gekauft. Hält der ETF die Wertpapiere des Index eins zu eins, so spricht man von vollständiger Replikation. Die vollständige Replikation ist jedoch nicht immer möglich. So gibt es Verfahren zur Nachbildung des Index, ohne alle Indexbestandteile zu halten. Gerade bei sehr breiten, internationalen Marktindizes, wie dem MSCI World, stoßen vollständig replizierende ETFs schnell an ihre Grenzen. Der MSCI World wird heute meist durch Optimierungsverfahren mit weit weniger Titeln nachgebildet. Hier spricht man vom sogenannten “Sampling”, da nur eine Sample, zu Deutsch eine Stichprobe, abgebildet wird.

Bei Aktien ETFs, wie einem MSCI World ETF, partizipieren Sie auch an Dividenden- und Zinszahlungen. Grundlegend ist hier zwischen thesaurierenden und ausschüttenden Fonds/ETFs zu unterscheiden. Thesaurierende ETFs reinvestieren anfallende Dividenden- und Zinszahlungen der im ETF enthaltenen Aktien, wohingegen Ihnen diese bei ausschüttenden ETFs ausgezahlt werden.  Ein weiterer Unterschied zwischen thesaurierenden ETFs und ausschüttenden ETFs offenbart sich in der steuerlichen Betrachtung. Bei ausschüttenden Fonds wird das (steuerpflichtige) Einkommen eines Anlegers am Tag der Auszahlung erzielt – wodurch die Abgeltungssteuer direkt einbehalten wird. Bei thesaurierenden Fonds werden alle Erträge erst am Ende des jeweiligen Geschäftsjahres als steuerlich zugeflossen verbucht. Man spricht hier von sogenannten „ausschüttungsgleichen Erträgen“. Um ein ETF steuerlich zu betrachten, muss neben der Abgeltungssteuer vor allem die Quellensteuer beachtet werden.

Neben der physischen Replikation gibt es noch die tendenziell eher bei ausländischen Fonds verbreitete synthetische Replikation. Die synthetische Replikation ermöglicht Anlegern, in neue Märkte und Anlageklassen zu investieren. Dabei investiert der ETF nicht direkt in die zugrunde liegenden Märkte, sondern bildet diese nur ab. Der ETF hält dazu einen diversifizierten Korb aus liquiden Wertpapieren. Synthetische ETFs sind in manchen Fällen über Tauschgeschäfte (Swaps) in der Lage, den Index effizienter und besser nachzubilden. So wurden zum Beispiel Anlageklassen wie Rohstoffe und Geldmarkt erst investierbar gemacht.