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Fokus-Thema: Investieren in China-Aktien

China hat sich im letzten Jahrzehnt zur weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft entwickelt und wird laut Hochrechnungen voraussichtlich sogar die USA als größte Wirtschaftsmacht der Welt innerhalb des nächsten Jahrzehnts überholen. Lag das chinesische Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2010 noch bei ca. 4,5 Milliarden US-Dollar, ist es mittlerweile auf über 16 Milliarden herangewachsen. Dieses beeindruckende Wachstum war auch einer der Haupttreiber für das Wachstum der Weltwirtschaft insgesamt. Was spricht vor diesem Hintergrund für eine Investition in das Reich der Mitte?
Fokus-Thema: Investieren in China-Aktien

China hat sich längst von der “Werkbank der Welt” zu einer eigenständigen und nicht zu unterschätzenden Wirtschaftsmacht entwickelt. Das Land ist als Produktionsstandort relevanter denn je. Das hat sich nicht zuletzt auch bei den Auswirkungen der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Lieferkettenproblemen weltweit gezeigt. Zusätzlich gelten viele chinesische Unternehmen und Sektoren als hochgradig innovativ und sind in zahlreichen Industrien führend.

Die chinesische Wirtschaft profitiert enorm von der stark wachsenden heimischen Mittelschicht, denn mit steigendem Wohlstand steigt auch der Konsumhunger der Bevölkerung. Für Investoren bedeutet dies, dass China in einem ausgewogenen Portfolio nicht mehr fehlen darf.

Welche Faktoren treiben die chinesische Wirtschaft?

Technologie & Innovation

China ist bereits heute eine der führenden Nationen in der Produktion von Batterien und Halbleitern. Gleichzeitig führt China auch das Rennen bei der Forschung von Megatrends wie künstlicher Intelligenz und Quantencomputern mit an. Allein zwischen 2009 und 2019 haben sich die Patentanmeldungen in China ver-45-facht. Außerdem investiert das Land stark in die Themen Mobilität der Zukunft und erneuerbare Energien. Im Vergleich zu den meisten westlichen Ländern ist die chinesische Wirtschaft und Bevölkerung obendrein bereits deutlich weiter bei der Digitalisierung des Alltags und der Elektrifizierung des Automobilsektors. Von der riesigen Binnennachfrage nach digitalen Lösungen wie E-Commerce und Social-Media profitieren vor allem inländische Firmen wie Alibaba und Tencent bereits heute im großen Umfang. Nicht nur billige Arbeitskräfte, sondern auch Innovationskraft haben dem Land einen Platz an der Spitze der Weltwirtschaft beschert.

Wachsende Mittelschicht

Allein die Tatsache, dass China ein Land mit einer Einwohnerzahl von über 1,4 Milliarden Menschen ist, zeigt das enorme Potenzial auf, welches allein die Binnennachfrage bietet. Im Falle Chinas kommt noch hinzu, dass mit dem steilen Erfolg der chinesischen Wirtschaft auch die Ansprüche und Möglichkeiten der Bevölkerung gestiegen sind. Lag 2010 das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf noch bei $ 3.800, hat es sich bis 2021 auf über $ 12.000 mehr als verdreifacht – mit weiterhin steigender Tendenz. Mit den steigenden Einkommen wird auch die Nachfrage nach hochwertigen Gütern weiter zunehmen. Luxusgüter werden zwar bisher oftmals noch aus den USA und Europa importiert, aber auch hier haben sich die chinesischen Unternehmen in den letzten Jahren weiterentwickelt, um den höheren Ansprüchen der Konsumenten gerecht zu werden. Die starke Inlandsnachfrage in China könnte daher in den nächsten Jahren sogar den Export als größten Wachstumstreiber überholen.

Politische Unsicherheit als Risikofaktor

Das Jahr 2021 war eher enttäuschend für den chinesischen Aktienmarkt. So hat der in Hongkong notierte Leitindex Hang Seng im letzten Jahr fast 15 % an Wert verloren, wohingegen die Indizes in den USA und Europa starke Zuwächse verbuchen konnten. Verantwortlich für den Rückgang waren vor allem politische Gründe. Zum einen galt im Reich der Mitte eine strikte Zero-Covid-Politik, welche Unternehmen, Häfen und teilweise ganze Städte dazu zwang, ihren Betrieb einzustellen, sobald nur ein einziger Fall von Covid-19 bekannt wurde. Dies belastete die Wirtschaft stark. Zusätzlich war das Jahr 2021 in China durch viele einschneidende regulatorische Eingriffe in die Wirtschaft geprägt. Den verstärkten Regulierungsansatz bekamen gleich mehrere Branchen zu spüren, sei es der Technologie-, Bildungs- oder Immobiliensektor. Internationale Investoren reagierten verunsichert auf den massiven Anstieg der staatlichen Eingriffe und zogen sich aus dem Markt zurück. Hohe regulatorische Ungewissheit gehört also ebenfalls zum chinesischen Aktienmarkt dazu, auch wenn zumindest im Immobilienbereich sich die Lage um den Jahreswechsel 2021/22 etwas beruhigt hat.

Ausblick

China hat zweifellos ambitioniert Ziele. Der Ein-Parteien-Staat strebt das Ziel an, die nationale Wirtschaftsleistung von 2020 bis 2035 zu verdoppeln. Staatschef Xi Jinping hat dabei das Ziel des “Gemeinsamen Wohlstands” ausgegeben. Das Wachstum soll also nicht nur einigen wenigen Eliten, sondern breiten Bevölkerungsschichten zugutekommen. Der private Konsum sollte daher in Zukunft eines der Zugpferde der chinesischen Wirtschaft werden. Mittel- bis langfristig könnten sich zudem die starken Investitionen in modernste Technologie und erneuerbare Energien auszahlen. Als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt können Investoren schon aus Diversifikationsgründen den chinesischen Markt schon heute nicht mehr in ihrem Portfolio ignorieren, auch wenn das politische Risiko höher ist, als dies zum Beispiel bei Investitionen in Industrienationen wie Deutschland der Fall ist. Dies sollte bei einer Investition in chinesische Aktien immer beachtet werden.

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