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Warum die Riester-Rente tot ist

Mit etwas mehr als 16 Millionen abgeschlossenen Verträgen stellt die Riester-Rente die private Altersvorsorge für einen Großteil der deutschen Bevölkerung dar. Doch schon seit Jahren hört man immer mehr Kritik.

Worum geht’s?

  • Weshalb sich eine Riester-Rente nicht mehr zur Altersvorsorge lohnt
  • Was mache ich mit meinem Riester-Vertrag?
  • Der ETF-Sparplan als Rendite bringende Alternative für die Rente

Mit etwas mehr als 16 Millionen abgeschlossenen Verträgen stellt die Riester-Rente die private Altersvorsorge für einen Großteil der deutschen Bevölkerung dar. Doch schon seit Jahren hört man immer mehr Kritik.

Durch hohe Kosten und niedrige Zinsen lohnt sich der Abschluss einer Riester-Rente immer weniger. Besonders die jüngst verabschiedete Senkung des Höchstrechnungszinses für das kommende Jahr von 0,9 auf 0,25 % durch das Bundesfinanzministerium bedeutet nichts weniger als den Tod der Riester-Rente.

Bei einem so niedrigen Zins ist es Versicherern kaum möglich, bei den aktuellen Kosten die Beitragsgarantie zu erwirtschaften.

Versicherer müssen sich zur Kalkulation ihrer Produkte je nach Tarifgestaltung nach dem Garantiezins richten. Bei der Riester-Rente kommt erschwerend hinzu, dass der Gesetzgeber eine 100-prozentige Beitragsgarantie vorschreibt. Lebensversicherer sind also gezwungen, mindestens die Höhe der eingezahlten Beiträge sowie die staatlichen Förderzulagen als Auszahlung zu garantieren. Der Spielraum für Rendite bringende Investments am Aktienmarkt ist damit extrem gering, denn sie würden ein gewisses Verlustrisiko mit sich bringen.

Versicherer müssen die Beiträge der Riester-Rente wegen der Beitragsgarantie aber in sehr sichere Anlagen investieren, die sehr wenig Rendite bringen. Wenn der Höchstrechnungszins nun auf 0,25 % sinkt, wird das Produkt Riester-Rente aufgrund der Verwaltungs- und Abschlusskosten für Versicherer noch unprofitabler als bisher, eine Garantie der Beiträge ist kaum noch möglich.

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Ein Rechenbeispiel: Eine 40 Jahre alte Kundin schließt eine Riester-Rente ab, welche 25 Jahre laufen soll. Sie zahlt jährlich 1000 € ein und erhält dadurch vom Staat Zulagen in Höhe von 175 € und weitere 300 € für ihr nach 2008 geborenes Kind. Am Ende der Sparperiode kommt man daher auf einen Betrag von 36 875 €. Wenn ein Lebensversicherer nun Kosten von zehn Prozent veranschlagt, fallen insgesamt Kosten von 3 687,50 € an. Der übrige Sparanteil, der verzinst wird, beträgt also 33 187,50 €. Der Versicherer muss daraus nach 25 Jahren 36 875 € erwirtschaften. Bei einer Verzinsung von lediglich 0,25 % p.a. ist dies jedoch nicht möglich.

Die Folge ist, dass Kosten für den Abschluss einer Riester-Rente weiter steigen und das bei geringeren erzielbaren Renditen. So geht dem deutschen Sparer nach jüngsten Studien der Bürgerbewegung “Finanzwende” jeder vierte eingezahlte € durch Kosten verloren. Denn Kosten eines Riester-Vertrags liegen durchschnittlich bei ca. 23,2 % und damit weit über den im Rechenbeispiel verwendeten 10 %.

Quelle: Ginmon, Bürgerbewegung “Finanzwende” (Stand 25.05.2021)

Sollte ich meine Riester-Versicherung kündigen?

Personen, die mehrere Kinder haben und daher von den jährlichen Förderzulagen von 300 € pro Kind profitieren, sind aktuell noch nicht so stark von der Zinssenkung betroffen und eine Riester-Rente kann sich daher immer noch lohnen.

Ohne diese Zulagen ist der Abschluss einer Riester-Rente jedoch weitestgehend sinnfrei, denn als Gutverdiener lohnt sich der zu erhaltene Steuervorteil durch die Riester-Rente nicht mehr. 

Wenn ich bereits einen Riester-Vertrag besitze, ist es jedoch kaum von Vorteil, diesen zu kündigen. Denn in diesem Fall müssen alle staatlichen Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden. Es ist daher sinnvoll, den Vertrag beizubehalten und die Beiträge freizustellen.

In diesem Fall bleiben die Förderzuschläge bestehen und der Vertrag läuft weiter, ohne dass man neue Gelder einzahlen muss. Im Rentenalter bekommt man dann den eingezahlten Betrag plus die staatlichen Zulagen garantiert ausgezahlt.

Moderne ETF-Vermögensverwaltung als Alternative zur Riester-Rente

Eine weitere Alternative zur Riester-Rente ist das Anlegen über ein ETF-Portfolio mit Sparplan. In diesem Falle wird das angesparte Geld nicht beim Versicherer, sondern über den Kapitalmarkt angelegt. Diese Art der Altersvorsorge bietet eine Reihe von Vorteilen gegenüber den herkömmlichen Riester-Produkten. Die größten Vorteile dabei sind Rendite, Kosten und Flexibilität. 

Wo ein Riester-Vertrag an eine Reihe von Vorgaben geknüpft ist, wie z. B.  Mindestanlagedauer und eingeschränkte Auswahl an Anlagen, so bietet eine ETF Anlage deutlich mehr Freiheiten und das bei deutlich höheren Renditechancen.

Betrachtet man beispielsweise eine Anlage von 50.000 € mit einem Sparplan von monatlich 300 € über den Anlagehorizont von 30 Jahren, so ist ein deutlicher Unterschied von 533.859 € zwischen der Anlage am Kapitalmarkt und über die Versicherung zu erkennen.

Quelle: Ginmon, Rendite Kapitalmarkt entspricht der erwarteten jährlichen Rendite nach Kosten von Ginmons Anlagestrategie apeironinvest 10 (Stand 25.05.2021)

Doch nicht nur in Sachen Rendite bietet eine Anlage am Kapitalmarkt Vorteile. Besonders in Bezug auf Kosten ist man mit einem ETF-Portfolio deutlich besser aufgehoben. Wir bei Ginmon bieten daher unsere Produkte zu einem Kostensatz von lediglich 0,75 % p. a. an und liegen damit deutlich unter den Kosten einer Riester-Rente.

Auch das Thema Flexibilität spielt eine große Rolle, wir empfehlen zwar über den gesamten Anlagehorizont investiert zu bleiben, dennoch bietet ein ETF-Portfolio die Möglichkeit, jederzeit ein Teil des Geldes auszuzahlen. Bei einem Riester-Vertrag ist dies erst bei Eintritt in das Rentenalter möglich. Zwar ist die Anlage am Kapitalmarkt mit einem leicht höheren Risiko verbunden im Vergleich zu den kaum riskanten Anlagen, in die Riester-Anbieter investieren dürfen.

Dieses Risiko ist bei einem ausreichend langen Anlagehorizont und aufgrund der sehr breiten Diversifikation über ca. 12.000 Einzeltitel hinweg jedoch häufig vernachlässigbar.

Daher empfehlen wir, sich vor dem Abschluss einer Lebensversicherung  alle Optionen genau anzusehen, da es nach dem Abschluss des Vertrages meist schwierig ist, Änderungen vorzunehmen oder den Vertrag ohne hohe Kosten zu beenden.

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