DAX (Deutscher Aktienindex)

Der DAX (Deutscher Aktienindex) ist der wichtigste deutsche Aktienindex, der die Wertentwicklung von den 30 liquidesten  und größten Unternehmen des deutschen Aktienmarkts misst. Er repräsentiert etwa 80% der Marktkapitalisierung von börsennotierten Aktiengesellschaften in Deutschland. Der Index stellt zudem ein Produkt sowie eine Wort- und Bildmarke der Deutschen Börse AG dar, deren Aktien selbst auch im DAX enthalten sind. Alle Aktiengesellschaften, die im DAX enthalten sind, sind gelistet im sogenannten Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse. Der DAX wird börsentäglich, also ca. von 9 Uhr – 17:30 Uhr berechnet und basiert auf Daten des elektronischen Handelssystems Xetra. Erfahren Sie hier, welche DAX Indizes es noch gibt und wie Unternehemn im DAX aufgenommen werden können.

Hintergrund

Der Deutsche Aktienindex wurde am 01. Juli 1988 eingeführt und führte den Index der Börsen-Zeitung fort, der bereits 1959 existierte. Er wurde von der Frankfurter Wertpapierbörse, der Börsen-Zeitung sowie der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Wertpapierbörsen gegründet.
Anfangs stellte der DAX nur eine Ergänzung zu anderen etablierten deutschen Aktienindizes dar, mittlerweile ist er jedoch der bekannteste deutsche Aktienindex, der für den deutschen Aktienmarkt als Leitindex anerkennt ist – sowohl national als auch international.

Der DAX wird einmal als Kursindex und einmal als Performance Index veröffentlicht. Während beim Kursindex die Dividenden der enthaltenen Unternehmen nicht berücksichtigt werden, sind beim Performanceindex die Dividenden rechnerisch mit reininvestiert. Die meisten Leute, die über den DAX sprechen, beziehen sich auf den Performanceindex.

Berechnung 

Der Deutsche Aktienindex basiert seit dem Jahr 1999 auf Daten des elektronischen Handelssystems Xetra. Die Berechnung beginnt seit 2016 börsentäglich – also ab 09:06 Uhr MEZ/MESZ. Sollte es zu dieser Uhrzeit für einzelne Aktien noch keine Eröffnungskurse geben, so werden die Schlusskurse des vorherigen Handelstages verwendet. Das Ende der Berechnung markieren die Kurse der Xetra-Schlussauktion, die zwischen 5 und 15 Minuten lang dauert und um 17:30 beginnt. Seit dem Jahr 2006 wurde der DAX nach dieser Methode jede Sekunde aktualisiert.

Die Berechnung der Aktienkurse basiert auf der Indexformel von Étienne Laspeyres. Dabei werden die Aktienkurse der börsennotierten Unternehmen anhand ihrer Marktkapitalisierung gewichtet, wobei dabei nur Aktien in Streubesitz berücksichtigt werden. Bei Unternehmen, deren Kapital in verschiedene Aktienarten unterteilt ist, wird die Aktienart berücksichtigt, die die höchste Liquidität aufweist. Für die Zeit außerdem des Xetra Handels, wird der sogenannte LDAX von der Deutsche Börse AG berechnet – allerdings nur von 08:00 Uhr bis 09:00 Uhr sowie von 17:30 Uhr bis 20:00 Uhr. Der LDAX wird auf Basis von den Aktienkursen an der Frankfurter Börse berechnet, die längere Handelszeiten aufweisen. Zudem wird im Zeitraum von 08:00 Uhr bis 09:00 Uhr sowie zwischen 17:30 und 22:15 der sogenannten XDAX berechnet, auf Basis von DAX-Futures, die an der Terminbörse Eurex gehandelt werden.

Welche DAX Indizes gibt es noch?

Es gibt neben verschiedene andere DAX-Indizes, wie etwa den MDAX – der die Entwicklung von den 60 größten Unternehmen widerspiegelt oder den SDAX – der anders als der Name es vermuten lässt, 70 Unternehmen umfasst. Dabei handelt es sich allerdings um 70 Small Caps, also kleinere Unternehmen, die Werten folgen, die im MDAX enhalten sind.
Auch der DAX 100, der 1994 eingeführt wurde, zählt hierzu. Statt nur die 30 liquidesten Werte des Aktienmarktes zu dokumentieren, berücksichtigt der DAX 100 die 100 liquidesten Werte. Der ShortDAX gilt als der Strategie-Index, da er umgekehrt proportional zu der Entwicklung des DAX verläuft. Verliert der DAX zum Beispiel 3%, so steigt der ShortDAX um 3% an. So wird Indexanbietern ermöglicht, ein Produkt anzubieten, welches bei einer negativen Entwicklung des DAX ansteigt, um so die Möglichkeit zu schaffen, bei einer negativen Kursentwicklung Gewinne zu machen. Auf dem ÖkoDAX befinden sich Unternehmen, die im Bereich von erneuerbaren Energien tätig sind, während der DivDAX besonders dividendenstarke Unternehmen beinhaltet. Einer der wichtigsten Indizes in Deutschland ist darüber hinaus der TecDAX, der die größten Technologiewerte umfasst. Ein Volatilitätsindex stellt der sogenannte VDAX-NEW dar, der für den DAX die erwartete Schwankungsbreite misst. Es gibt zudem weitere DAX-Indizes, die hier nicht aufgeführt werden.

Unternehmen im DAX

Um im DAX aufgenommen zu werden, muss ein Unternehmen im Prime Standard aufgelistet sein, in Xetra fortlaufend gehandelt werden und einen Streubesitz von mindestens 10% aufweisen. Zudem muss sich der Sitz des Unternehmens in Deutschland befinden – wenn das Unternehmen seinen Sitz in der EU  hat, muss der Großteil des Handelsumsatzes an Aktien in Frankfurt gemacht werden. Unternehmen, die diese Voraussetzungen erfüllen, werden anhand von zwei Merkmalen weiter aussortiert – einmal nach ihrem Umsatz in Xetra sowie im Frankfurter Parketthandel und einmal nach ihrer Streubesitz-Marktkapitalisierung.

Es gibt vier Regeln, die Anpassungen der Unternehmen im DAX rechtfertigen:

  • Fast-Entry: Wenn ein Unternehmen gemessen an beiden Kriterien unter den 25 größten Unternehmen ist, wird es im DAX aufgenommen.
  • Regular-Entry: Unternehmen, die gemessen an beiden Kriterien mindestens zu den 30 größten Unternehmen zählen und einen Indexwert aufweisen, der gemessen an einem Kriterium nicht länger zu den 35 größten Unternehmen gehört, werden ebenfalls im DAX aufgenommen.
  • Fast-Exit: Sollte ein Unternehmen gemessen an einem der beiden Kriterien nicht länger zu den 45 größten Unternehmen zählen, ein Nicht-Index-Wert bei der Marktkapitalisierung aber mindestens Rang 35 und mindestens Rang 45 beim Börsenumsatz erreichen, wird es aus dem DAX genommen.
  • Regular-Exit: Unternehmen, die gemessen an einem der beiden Kriterien nicht länger zu den 40 größten Unternehmen zählen, ein Nicht-Index-Wert aber mindestens Rang 35 in beiden Kriterien erreicht, werden ebenfalls aus dem DAX genommen.

In Ausnahmefällen kann der Vorstand der Deutsche Börse AG von den Regeln abweichen, aber nur in Abstimmung mit dem Arbeitskreis der Aktienindizes.