StartseiteWikiDAX – Deutscher Aktienindex

Was ist der DAX

Der DAX (Deutscher Aktienindex) ist der wichtigste deutsche Aktienindex und bildet die Wertentwicklung der 40 größten und liquidesten Unternehmen des deutschen Aktienmarkts ab. Dank seiner Zusammensetzung und Branchenunabhängigkeit dient der DAX national sowie international als Leitindex der deutschen Wirtschaft. Erfahren Sie im folgenden Artikel, wie der DAX funktioniert und welche weiteren Indizes zur Indexfamilie gehören.

Die Geschichte des DAX

Erstmals wurde der Deutsche Aktienindex zum 01. Juli 1988 veröffentlicht.  Er wurde von der Börsen-Zeitung, der Frankfurter Wertpapierbörse und der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Wertpapierbörsen gegründet. Zu Beginn stellte der DAX lediglich eine Ergänzung zu anderen etablierten deutschen Aktienindizes dar. Mittlerweile hat sich der DAX zum für den deutschen Aktienmarkt wichtigsten Index entwickelt und dient als Stimmungsbarometer für die wirtschaftliche Lage in Deutschland.

Nachdem das Unternehmen Wirecard im Juni 2020 auf einen Bilanzskandal folgend Insolvenz angemeldet hatte und trotzdem für weitere 8 Wochen Teil des DAX blieb, wurde der Aktienindex zum September 2021 reformiert. Unter anderem wurde der Index von zuvor 30 auf 40 Mitglieder erweitert, die Aufnahmekriterien nachgeschärft und Veröffentlichungspflichten eingeführt.

Wie funktioniert der DAX?

Der Deutsche Aktienindex wird in Punkten gemessen. Zur Gründung im Jahr 1987 wurde der Index bei 1.000 Punkten festgeschrieben. Die Wertentwicklung der im Dax enthaltenen Einzelaktien spiegelt sich im Punktezugewinn des Aktienindex wider. Seit 1999 basiert die Berechnung auf Daten des elektronischen Handelssystems Xetra, welches zur Deutschen Börse gehört. Seit 2006 wurde die Berechnung auf einen Sekundentakt beschleunigt. Die Handelszeit des Handelsplatzes Xetra ist zwischen 9:00 Uhr und 17:30 Uhr. Spätestens um 9:06 Uhr beginnt die Berechnung des DAX und endet zum Börsenschluss. Über die Öffnungszeiten von Xetra hinaus wird von 8:00 Uhr bis 09:00 Uhr sowie von 17:30 Uhr bis 20:00 Uhr der LDAX von der Deutschen Börse AG berechnet. Dies erfolgt anhand von Kursen der Frankfurter Börse, welche längere Handelszeiten aufweist. Darüber hinaus wird ebenfalls anhand von Kursen des Terminkontrakts auf den Deutschen Aktienindex, der XDAX zwischen 8:00 Uhr bis 09:00 Uhr als auch von 17:30 Uhr bis 22:00 Uhr berechnet.

So setzt sich der DAX zusammen

Über die Zusammensetzung des DAX entscheiden Aufnahme- als auch Austrittskriterien. Die Zusammensetzung des Leitindex wird zweimal jährlich, jeweils im März und September, umfassend geprüft. Um in den Dax aufgenommen zu werden, gilt der Börsenwert der frei handelbaren Aktien, der sogenannte “Free Float”, innerhalb der letzten 20 Handelstage als Hauptkriterium. Es erfolgt ein Ranking beginnend mit dem größten Börsenwert. Um in das Ranking aufgenommen zu werden, müssen Aktien die folgenden Kriterien erfüllen:

Das Unternehmen muss entweder den juristischen Sitz oder einen operativen Hauptsitz in Deutschland vorweisen. Darüber hinaus ist ein Listing im Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse und ein fortlaufender Handel auf Xetra Voraussetzung. Vor Aufnahme muss das Unternehmen in den vorherigen zwei Jahren einen positiven Umsatz (EBITDA) erzielt haben. Des Weiteren ist es Voraussetzung, dass mindestens 10 Prozent der Aktienanteile frei verfügbar sind (Streubesitz). Als letztes Kriterium muss die Aktie bereits mehr als 30 Handelstage gelistet sein.

Für die Aufnahme in den Index und das Verlassen kommen die folgenden zwei Regeln zur Anwendung:

Regular-Entry: Nicht-Mitglieder, die im Ranking nach Börsenwert der frei handelbaren Aktien unter den Top 40 landen, werden nur dann aufgenommen, wenn sie gleichzeitig ein Mitglied des Index ersetzen können, welches im Ranking auf Rang 47 oder schlechter abgerutscht ist.

Regular-Exit: Mitglieder, die im Ranking nach Börsenwert der frei handelbaren Aktien nicht mehr zu den Top 53 gehören, verlassen den Index nur dann, wenn ein Nicht-Mitglied dafür unter den Top 47 landet.

Neben der halbjährlichen Anpassung erfolgt zudem eine quartalsmäßige Anpassung in den Monaten März, Juni, September und Dezember nach den Regeln zum schnellen Ein- und Austritt:

Fast-Entry: Wenn ein Unternehmen gemessen im Ranking nach Börsenwert der frei handelbaren Aktien unter den 33 größten Unternehmen ist, wird es auf jeden Fall in den Index aufgenommen. Dafür ersetzt es ein Mitglied, welches nicht mehr in den Top 47 landet, oder sofern dies nicht der Fall ist, das am wenigsten wertvolle Mitglied.
 
Fast-Exit: Sollte ein Mitglied gemessen am Ranking nach Börsenwert der frei handelbaren Aktien nicht länger zu den 60 größten Unternehmen zählen, ein Nicht-Mitglied aber mindestens Rang 47 erreichen, erfolgt ebenfalls ein Wechsel.
Innerhalb des Indexes werden die einzelnen Aktien nach dem Wert der Marktkapitalisierung im Streubesitz gewichtet. Die Gewichtung eines einzelnen Unternehmens kann maximal 10 % betragen. Die Berechnung des DAX-Punktestands basiert auf der Indexformel von Étienne Laspeyres.
 

Welche DAX-Indizes gibt es noch?

Wenn wir in den Medien vom DAX lesen, handelt es sich dabei grundsätzlich um die Berechnung nach dem Performance-Index. Ein Performance-Index reinvestiert Dividenden und bildet somit nur die Kursveränderungen ab, da Ausschüttungen in der Regel zu Kursabschlägen führen. Neben dem Performance-Index existiert der DAX ebenfalls als Kursindex, auch wenn dieser vielen Privatanlegern nicht bekannt ist. Über den DAX 40 hinaus gibt es den MDAX, welcher die 50 nächstgrößeren Unternehmen abbildet. Darauf folgt in der Rangliste der SDAX mit den nachfolgenden 70 Unternehmen. Einer der wichtigsten Indizes in Deutschland ist darüber hinaus der TecDAX, welcher branchenorientiert die größten Technologiewerte umfasst.

Weitere Indizes sind der ÖkoDAX bestehend aus Unternehmen, die im Bereich von erneuerbaren Energien tätig sind, während der DivDAX besonders dividendenstarke Unternehmen beinhaltet. Ebenfalls erwähnenswert ist der Volatilitätsindex, der sogenannte VDAX-NEW, der für den DAX die erwartete Schwankungsbreite misst. Es gibt zudem eine Vielzahl weiterer DAX-Indizes, welche hier nicht aufgeführt werden.

 

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