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Core-Satellite Investing

Core-Satellite-Investing bezeichnet einen Portfoliomanagement-Ansatz, bei dem ein breit diversifiziertes Kernportfolio (Core) durch spezifischere Einzel-Investitionen (Satellites) angereichert wird. Satelliteninvestments sind dabei häufig thematische Anlagestile. Hierunter fallen zum Beispiel nachhaltige Anlagen, Investitionen in einzelne Sektoren oder Länder. Dieser Ansatz wird vor allem in der professionellen Vermögensverwaltung genutzt.

Wo lohnt sich der Core-Satellite-Ansatz?

Der Core-Satellite-Ansatz bietet sich besonders an, wenn man unterschiedliche Sparziele verfolgt, die sich hinsichtlich Risikotragfähigkeit und Anlagehorizont unterscheiden.

Häufig ist die private Altersvorsorge das Anlageziel, das den längsten Anlagehorizont hat. Schließlich ist das Rentenalter häufig noch Jahrzehnte entfernt.

Die private Vorsorge ist das, was für die meisten Anleger das Kernportfolio darstellt. Um diese nicht zu gefährden, ist ein solides, breit diversifiziertes Portfolio wichtig, das ohne größere Umwälzungen möglichst bis zum Rentenalter beibehalten werden kann.

Core Satellite

Um andere Anlageziele nicht mit der Altersvorsorge zu vermischen, bieten sich Satelliten-Portfolios an.

Wer zum Beispiel Geld für die Enkel anspart oder kurzfristig einen bestimmten Investmenttrend verfolgen möchte, der möchte dies lieber in einem getrennten Depot tun.

In was investiert das Kernportfolio?

Da das Kernportfolio das Herzstück der Geldanlage darstellt und häufig auf mehr als zehn Jahre Haltedauer ausgelegt ist, sollte das Portfolio vor dem Hintergrund eines ausgewogenen Risiko-Rendite-Profils zusammengestellt werden.

Große und unnötige (Klumpen-)Risiken sollten vermieden werden. Das Kernportfolio sollte vielmehr breit diversifiziert sein und von allen klassischen Anlageklassen Gebrauch machen. Dazu zählen Aktien, Anleihen, Immobilien und Rohstoffe.

Das Portfolio sollte so “zeitlos” wie möglich sein. Trendthemen, die häufig nur eine kurze Lebensdauer haben, haben im Kernportfolio nichts verloren. Von großer Relevanz sind hier auch die Kosten der verwendeten Anlageprodukte, weshalb sich ETFs besonders gut eignen.

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Darauf sollte beim Kernportfolio geachtet werden:

  • Breite Diversifikation über Sektoren, Regionen und Anlageklassen hinweg
  • Ausgewogenes Risiko-Rendite-Profil entsprechend dem Anlageziel
  • Keine spekulativen oder kurzfristigen Investitionen
  • Nutzung kostengünstiger Bausteine wie ETFs
  • Die Anlageprodukte sollten eine hohe (Rechts-)Sicherheit und Insolvenzschutz aufweisen und von offizieller Stelle reguliert sein
  • Hohe Transparenz des Anlageprodukts im Hinblick auf die enthaltenen Wertpapiere und die Anlagerichtlinien

Was sind typische Satelliten-Investments?

Satelliten dürfen sich hinsichtlich der Anlagebausteine und des Risikos vom Kernportfolio unterscheiden. Wer Ziele wie die nachhaltige Geldanlage verfolgt, die ihm sehr am Herzen liegen, darf bei Satelliten auch auf Diversifikation verzichten und höhere Risiken eingehen.

Auch Themeninvestments oder Trendthemen, die von persönlich besonderem Interesse sind, sind als Satelliten denkbar. Für manche Anleger ist es zum Beispiel wichtig, Aktien des Unternehmens im Depot zu haben, für das sie arbeiten. Auch dies kann ein Satelliten-Investment darstellen.

Satelliten-Portfolios können dabei aus den gleichen klassischen Anlageklassen wie das Kernportfolio bestehen. Sie können aber auch in alternative Anlageklassen investieren.

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Das sind typische Satelliten-Investments:

  • Nachhaltige Geldanlage und Impact Investing
  • Themeninvestments wie zum Beispiel Cybersecurity, Industrie 4.0 oder Dividendentitel
  • Faktor-Investing wie zum Beispiel Value (Investition in niedrig bewerte Unternehmen), Size (Investition in kleine Unternehmen) oder Momentum (Folgen von Kurstrends)
  • Kurzfristige Liquiditätssteuerung über sehr konservative Anlagen wie Money Market-Fonds
  • Exotische Anlageklassen wie zum Beispiel Kunst, Kryptowährungen, Schiffsfonds oder Wein
  • Aktien des eigenen Arbeitgebers oder andere Einzeltitel
  • Unkonventionelle (aktive) Anlagestrategien wie Hedge Fonds, Private Equity, Optionen, Convertible Bonds

Worauf bei Satelliten-Portfolios geachtet werden sollte

Satelliten sind immer nur ein Komplementär zum Kernportfolio. Das heißt, dass das Kernportfolio den Großteil des Gesamt-Portfolios ausmachen sollte. Satelliten sollten niemals das Kernportfolio ersetzen, dominieren oder gar gefährden.

Spekulative Investments als Satelliten-Portfolios sind zwar akzeptabel. Diese sollten aber nicht mehr als 10% des Gesamtportfolios ausmachen. Zu den spekulativen Investments zählen solche mit erhöhtem Risiko wie Themeninvestments, illiquide Anlagen wie Kunst, unregulierte Anlageklassen wie Kryptowährungen oder auch Aktien des eigenen Arbeitgebers.

Letztere sind hierbei mit besonderer Vorsicht zu betrachten. Denn gerät der Arbeitgeber in finanzielle Schieflage, ist nicht nur der eigene Arbeitsplatz in Gefahr, sondern auch das Wertpapier-Depot.

Die Auswahl der Satelliten sollte daher immer im Kontext der gesamten finanziellen Situation eines Anlegers geschehen. Ebenso wie das Kernportfolio sollten sie mit den Sparzielen und dem Risikoprofil des Anlegers übereinstimmen.

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