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Ist jetzt die Zeit für nachhaltige Investments

Mit Blick auf die Folgen des Klimawandels wurde die vergangene Bundestagswahl Ende September von vielen als richtungsweisend für die Herausforderungen der kommenden Jahre wahrgenommen. Gut eineinhalb Monate und mehrere Sondierungsrunden später befinden sich SPD, Grüne und FDP in Koalitionsverhandlungen.
Ist jetzt die Zeit für nachhaltige Investments

Die drei Parteien haben sich auf ein zwölfseitiges Sondierungspapier zur Erneuerung Deutschlands geeinigt, welches als Grundlage für die anstehenden Gespräche dienen soll. Auch auf internationaler Ebene wurden in den vergangenen Wochen bei der 26. UN-Klimakonferenz in Glasgow wichtige Weichen gestellt. Doch welche Auswirkungen könnte strengerer Klimaschutz in Deutschland auf die heimische Wirtschaft haben und wie sind Unternehmen darauf vorbereitet?

Im kommenden Jahr soll in Deutschland ein Klimaschutzgesetz mit unmittelbar greifenden Sofortmaßnahmen auf den Weg gebracht werden. So sollen, um den Pariser Klimazielen gerecht zu werden, erneuerbare Energien massiv ausgebaut werden. Der Ausstieg aus der Kohleverstromung soll bis 2030 gelingen. Weiter wurde die Einigung erzielt, dass ab 2035 nur noch CO₂-neutrale Kraftfahrzeuge zugelassen werden sollen. Diese Idee basiert auf einem aktuellen Vorschlag der Europäischen Kommission und würde großflächige Investitionen in etwa die Ladesäuleninfrastruktur erfordern. Auch wenn die konkreten Maßnahmen noch nicht in Gänze ausdiskutiert sind, steht außer Frage, dass es in den kommenden Jahrzehnten eine beispiellose wirtschaftliche Transformation geben wird. Wer könnten die Gewinner von morgen sein und für welche Unternehmen steht die (Koalitions-)Ampel auf Rot?

Welche Auswirkungen haben die Klimamaßnahmen auf Unternehmen?

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass Unternehmen mit Geschäftsmodellen, welche auf Nachhaltigkeit abzielen, von der bevorstehenden Regierung profitieren könnten. Durch den beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien und den Kohleausstieg werden insbesondere Versorgeraktien auf beiden Seiten in den Fokus rücken. Vom Wandel hin zur Elektromobilität könnten E-Autohersteller, Anbieter der zugehörigen Lade-Infrastruktur oder auch Produzenten von Batteriezellen profitieren.

Als den Deutschen liebstes Kind möchten wir uns im Folgenden den Automobilsektor einmal näher anschauen. Im Bereich Elektromobilität vermutet man vor allem den amerikanischen Autobauer Tesla an der Spitze. Etwas überraschend findet sich jedoch Volkswagen mit einem Marktanteil von 23 % der Neuzulassungen zumindest in Deutschland ganz oben. Es folgen Tesla mit 11 % und Hyundai mit 8 %.

Quelle: Ginmon, Bloomberg; Stand: 15.09.2021

Abgehängt hingegen ist Daimler mit seiner Marke Mercedes. Wenige E-Autos und ein hoher Benzinverbrauch der großen, schweren Flotte – gehört Daimler damit zu den Verlierern der Klimamaßnahmen, die auf deutscher, EU- und globaler Ebene in naher Zukunft anstehen? Ein Profiteur von E-Mobilität könnte hingegen E.ON sein. Der Konzern betreibt aktuell an 3.117 Standorten in Deutschland ca. 7.500 Ladesäulen und ist damit Marktführer. Ein Ausbau der Lade-Infrastruktur sollte E.ON daher in die Hände spielen.

 

Eines ist in unabhängig von Branche und Name klar: Der politische Druck auf Firmen, deren Kerngeschäft auf weniger umweltfreundlichen Technologien beruht, wird sich in den kommenden Jahren stetig erhöhen. Die begrenzte Halbwertzeit solcher Geschäftsmodelle ist diesen Unternehmen allerdings meistens auch bekannt. Zur Begrenzung des eigenen (Klima-)Risikos diversifizieren Unternehmen mit ihrer Geschäftsstrategie in eine Vielzahl von Geschäftsbereichen. Ein prominentes Beispiel hierfür ist der Mineralölkonzern Royal Dutch Shell. Das aus Förderung und Vermarktung von Rohöl und Erdgas bestehende Kerngeschäft ist in den letzten Jahren durch die hohe Umweltbelastung sowie Strafzahlungen wegen Umweltverschmutzung stark in die Kritik geraten. Trotzdem plant das Unternehmen, an fossilen Brennstoffen festzuhalten, solange der Absatzmarkt dafür vorhanden ist. Gleichzeitig erweitert Shell jedoch seine Energiesparte durch Forschung und den Ausbau von alternativen Kraftstoffen – sogenannten Bio Fuels. Ist Shell damit ein Verlierer kommender Klimaregulatorik oder kann der Konzern mit nachhaltigen Kraftstoffen sogar einen Beitrag zur Erreichung des 2°-Ziels leisten? 

 

Diese Frage ist heute nicht seriös zu beantworten. Auch Daimler ist ein Beispiel für einen Konzern, welcher sich aktuell ein Stück weit neu erfindet. Der Autobauer forscht nicht nur eigenständig an Mobilitätslösungen für die Zukunft, er beteiligt sich auch an solchen Unternehmen. Von Car-Sharing, Ride-Hailing und Mobility-as-a-Service über direkte Investitionen wie etwa in den E-Scooter Anbieter Bolt oder auch FlixMobility bis hin zu einem Joint Venture gemeinsam mit BMW – keine Chance soll ungenutzt bleiben, die Mobilität von morgen mitzudefinieren.

Quelle: Ginmon, Bloomberg; Stand: 30.09.2021

Dies alles zeigt, dass Gewinner und Verlierer der Klimaregulatorik noch lange nicht ausgemacht sind. Dies sieht man auch beim Blick auf die Aktienentwicklung von Daimler, Volkswagen und E.ON seit der Bundestagswahl im Vergleich zum DAX. Tatsächlich stieg die Daimler-Aktie trotz fortschreitender Koalitionsgespräche seitdem deutlich, während E.ON und E-Auto-Marktführer VW sogar schlechter abschnitten als der deutsche Leitindex.

Jetzt nachhaltig investieren ?

Trotzdem bleibt für viele Investoren die Frage: sollte ich jetzt nachhaltig investieren? Im Gegensatz zu einem klassischen Ansatz bietet sich durch einen nachhaltigen Investmentstil die Möglichkeit, eigene Überzeugungen und Wertvorstellungen in die Geldanlage einfließen zu lassen. Nachhaltigkeit ist als Qualitätskriterium von Unternehmen nicht mehr wegzudenken und wird eine immer größere Rolle spielen. Quantitativ messen lässt sich Nachhaltigkeit unter anderem am CO₂-Fußabdruck. Dieser Herausforderung haben wir uns bei unseren nachhaltigen apeirongreen-Strategien gestellt. Dazu haben wir den CO₂-Fußabdruck unserer Portfolios mit der Emissionsbelastung von einem Vergleichsportfolio aus gängigen ETFs verglichen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: in Abhängigkeit von der gewählten Risikoklasse beträgt die Einsparung von Emissionen bei apeirongreen bis zu 65 % gegenüber dem Vergleichsportfolio.

Quelle: Ginmon, Bloomberg; Stand: 30.09.2021

Für eine sichere, langfristige Geldanlage ist breite Streuung eine zwingende Voraussetzung, um Risiko zu minimieren. Auch nach womöglich richtungsweisenden Regierungswechseln oder der Einführung von Nachhaltigkeitsstandards sollten weiterhin die gleichen Grundregeln der Geldanlage gelten. Genau diesen Ansatz verfolgen wir mit unseren nachhaltigen Anlagestrategien. Dank des “Best-in-Class” Ansatz setzt sich das Portfolio aus den besten und nachhaltigsten Unternehmen am Kapitalmarkt zusammen. Dabei vernachlässigen wir aber nicht die Grundprinzipien der Portfoliotheorie. Nach wie vor spielen Diversifikation und die höchsten Standards der Produktselektion eine ausschlaggebende Rolle. Das Ergebnis sind die nachhaltigsten ETF-Strategien am deutschen Markt. Darin enthalten sind auch zertifizierte Green Bonds, welche zweckgebunden sind und die Transformation von “fossilen” Unternehmen hin zur Klimaneutralität finanzieren. Die von uns gehaltenen Green Bonds sind von der EU mit der nachhaltigsten aller Klassifizierungen ausgezeichnet worden, worauf wir besonders stolz sind.

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