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Wie US-Präsidentschaftswahlen die Börsen beeinflussen

Die bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen am 03. November 2020 entwickeln sich zu den wohl umstrittensten der jüngeren Geschichte. Ein Marktkommentar.

Wie wird sich der Wahlausgang auf den amerikanischen Aktienmarkt auswirken?

Die bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen am 03. November 2020 entwickeln sich zu den wohl umstrittensten der jüngeren Geschichte. Zahlreiche Anleger sind verunsichert, denn mit dem Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen wird auch entschieden, ob Donald Trumps strikter “America First”-Kurs fortgesetzt wird oder ob der eher als liberal eingeschätzte Biden übernimmt. 

Falls Donald Trump gewinnt:

Ein erklärtes Ziel von Präsident Donald Trump ist es weiterhin, Jobs aus dem produzierenden Gewerbe aus dem Ausland zurück nach Amerika zu holen. Bidens progressivere Einstellung hingegen könnte ein stärkeres Engagement der Regierung im Gesundheitswesen und eine zukunftsorientierte Klimawandel-Agenda mit sich bringen. In beiden Siegesszenarien ist es für den amerikanischen Aktienmarkt von großer Bedeutung, wie der jeweilige Gewinner mit der andauernden Corona-Pandemie umgehen wird.

Ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor ist der andauernde Handelsstreit der USA mit China. Obwohl dieser maßgeblich von Trump angeführt wird, ist auch bei einem Sieg von Biden mit einem Fortbestehen des Streits zu rechnen. Laut Experten sei dies durch die ansteigende parteiübergreifende Skepsis der Wählerschaft gegenüber China zu erklären.

Falls Joe Biden gewinnt:

Durch einen Sieg Bidens würde sich entsprechend eher der Verhandlungsstil als das allgemeine Ziel der Verhandlungen ändern. Bei einem Sieg Trumps sollten Anleger damit rechnen, dass es zu einer weiteren wirtschaftlichen Entkopplung zwischen den beiden Ländern kommen wird.

Dennoch: Anleger sollten trotz aller Prognosen und Szenarien nie vergessen, dass es einen großen Unterschied zwischen einem Wahlversprechen und einem verabschiedeten Gesetz gibt. Der US-Präsident hat zahlreiche Einflussmöglichkeiten und gilt als die mächtigste Person der Welt, jedoch kann auch er nicht alles in Eigenregie entscheiden.

Zum amerikanischen politischen System zählen neben dem Präsidenten auch der Senat und das Repräsentantenhaus. Nur wer diese Instanzen auf seiner Seite hat, kann Veränderung bewirken. Werden die Sitze in diesen beiden Gremien durch die US-Präsidentschaftswahlen auf die beiden großen Parteien relativ gleichmäßig aufgeteilt, so sind radikale Veränderungen, welche nicht von beiden Parteien gewünscht werden, eher unwahrscheinlich durchzusetzen.

Der US-Aktienmarkt nach den Präsidentschaftswahlen

Unabhängig vom Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen sollten Anleger eines nicht außer Acht lassen: historisch hat sich gezeigt, dass der Aktienmarkt, unabhängig vom Ausgang der Wahl, im Schnitt ein Jahr nach der Wahl deutlich im Plus steht.

Beispielhaft wurden nachfolgend die vergangenen zehn Legislaturperioden aufgeführt. Die negativen Entwicklungen der ersten Amtszeit von George W. Bush (2000-2004) lassen sich auf das Platzen der Dotcom-Blase sowie die Anschläge vom 11. September 2001 zurückführen.

Quelle: Ginmon, S&P 500

Auch die durchschnittliche Entwicklung des S&P 500 für die vergangenen zehn Legislaturperioden ab 90 Tage vor der Wahl bis hin zu 90 Tagen danach zeigen ein eindeutiges Bild. Ab dem jeweiligen Wahltag konnten sich der S&P 500 durchschnittlich um 1,15 % steigern – und das unabhängig vom Wahlsieger.

Auch die Volatilität um den Wahltag herum befindet sich im normalen Schwankungsbereich des Index. Somit lässt sich letztendlich sagen, dass die Aktienmärkte sich unabhängig vom Ausgang der Wahlen positiv entwickeln und diese somit langfristig keine entscheidende Rolle spielen.

Quelle: Ginmon, S&P 500

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