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Einfache und geldgewichtete Berechnung der Rendite

Der Zeitpunkt von Ein- und Auszahlungen kann die Rendite eines Portfolios beeinflussen. Während in der einfachen Renditeberechnung die Auswirkungen dieser Zahlungsströme nicht gesondert berücksichtigt werden, bezieht die geldgewichtete Rendite die Effekte mit ein Beide Methoden zur Berechnung der Rendite sind gültig und akzeptabel, haben jedoch ihre Eigenarten, die man bei der Interpretation beachten muss.
Einfache und geldgewichtete Berechnung der Rendite

Worum geht’s?

Anleger wollen oft eine einfache Antwort auf eine scheinbar ebenso einfache Frage: Wie geht es meiner Geldanlage? Doch was so einfach klingt, kann mitunter recht kompliziert sein.

Im Folgenden wollen wir zwei Konzepte zur Renditeberechnung etwas näher betrachten.

Die einfache Renditeberechnung als Status quo

Intuitiv würden die meisten Anleger zur Berechnung ihrer Rendite zwei Variablen heranziehen: die Netto-Anlagesumme (also die Einzahlungen abzüglich der Auszahlungen) und den Gewinn. Bei der einfachen Renditeberechnung, welche auch Ginmon bisher nutzte, wird dabei der Gewinn durch die Netto-Anlagesumme geteilt.

Die einfache Rendite ist daher nicht nur vergleichsweise unkompliziert zu berechnen, sondern auch sehr gut nachvollziehbar.

Einfache Rendite = Gewinn / Netto-Anlagesumme

Jedoch gibt es auch einige Argumente, die gegen diese Berechnungmethode sprechen. Die einfache Rendite ignoriert nämlich den Einfluss, den Zahlungsströme wie Ein- und Auszahlungen haben. So verwässern Einzahlungen die Rendite, da die Netto-Anlagesumme sprunghaft steigt, der Gewinn in Euro aber erstmal konstant bleibt.

Folglich wird die Rendite als zu gering dargestellt.  Bei Auszahlungen ist das Gegenteil der Fall – zahlt man eine höhere Summe aus, so wirkt es, als hätte eine geringe Netto-Anlagesumme plötzlich den gleichen Gewinn eingefahren. Somit steigt die Rendite und wird als zu hoch abgebildet. Wie das in einem Praxisbeispiel aussieht, zeigen wir Ihnen weiter unten.

Die geldgewichtete Rendite berücksichtigt den Effekt von Ein- und Auszahlungen

Die geld- oder auch wertgewichtete Rendite berücksichtigt im Gegensatz zur einfachen Rendite den Zeitpunkt und die Höhe aller Ein- und Auszahlungen und wirkt der Verwässerung bzw. Aufbauschung der Rendite entgegen.

Zahlt man beispielsweise einen hohen Betrag ein, so mindert dies nicht die Rendite wie bei der einfachen Renditeberechnung. Die Formel beachtet nämlich, dass diese Einzahlung erst jetzt stattgefunden hat und demnach noch keine Zeit hatte, überhaupt Rendite zu erwirtschaften.

Gerade für Ginmon-Anleger, die mithilfe eines Sparplans regelmäßig investieren, wurde bisher die Rendite deutlich zu niedrig ausgewiesen.

Der einzige Nachteil dieser Berechnungsmethode ist, dass die Formel relativ kompliziert und somit die angezeigte Rendite für den Anleger nicht einfach nachzuvollziehen ist.

Der Rendite-Unterschied der Berechnungsmethoden in der Praxis

Wie würde der Unterschied der Berechnungsmethoden an einem Beispielportfolio aussehen?

Stellen Sie sich vor, Sie investieren heute 10.000 Euro und in einem Jahr sind daraus 11.000 Euro geworden – das entspricht einer Rendite von 10 %. Wenn Sie nun ein weiteres Jahr investiert sind und ihr Portfolio um weitere 10 % gewachsen ist, dann hat Ihr Portfolio eine Rendite von 21 % erwirtschaftet.

Da es keine Ein- oder Auszahlungen innerhalb dieses Zeitraums gab, liefert die einfache wie auch die geldgewichtete Berechnungsmethode das gleiche Ergebnis.

Fall 1: Zusätzliche Einzahlungen

Was bedeutet es aber nun, wenn Sie sich nach einem Jahr dazu entschließen weitere 10.000 Euro in Ihr Portfolio zu investieren und dieses im zweiten Jahr ebenfalls +10 % an Wert zulegt?

Nach der einfachen Renditeberechnung liegt Ihr Gewinn jetzt bei 15,5 %. Das würde bedeuten, Ihre Geldanlage hat sich allein deswegen schlechter entwickelt, weil Sie nach einem Jahr zusätzliches Geld investiert haben.

Das ist natürlich ein Trugschluss und die einfache Renditeberechnung erweist sich in diesem Fall als ungeeignet, da durch die Einzahlung die Rendite verwässert worden ist. Die geldgewichtete Rendite erzielt hingegen das gleiche Ergebnis wie zuvor, nämlich 21 %.

Fall 2: Auszahlungen

Wie verhalten sich die Renditen nun, wenn Sie sich nach einem Jahr dazu entschließen 5.000 Euro aus Ihrem Portfolio zu entnehmen und Ihr Depot in beiden Jahren +10 % an Wert zulegt?

Nach der einfachen Renditeberechnung liegt Ihr Gewinn jetzt bei satten 32 %. Das würde bedeuten, Ihr Investment hat sich fantastisch entwickelt, lediglich weil Sie einen Teil Ihres Geldes nach einem Jahr entnommen haben.

Im Extremfall könnten Sie sogar Ihre gesamten Einzahlungen entnehmen und nur noch mit dem Gewinn weiter investiert bleiben. In dem Falle wäre die Rendite nach der einfachen Berechnungsmethodik unendlich groß.

Schließlich hätten Sie quasi ohne Kapitaleinsatz einen Gewinn erzielt. Das ist natürlich falsch. Die geldgewichtete Rendite hingegen stellt erneut einen Gewinn von 21 % korrekt dar.

Man sieht also, dass die einfache Renditeberechnung anfällig gegenüber Ein- und Auszahlungen ist, während die geldgewichtete Rendite konstant dasselbe korrekte Ergebnis aufzeigt und somit eine reale Einschätzung der Wertentwicklung widergibt.

Dies geht jedoch auf Kosten der Verständlichkeit. Denn die geldgewichtete Rendite ist für Anleger nur schwer nachzurechnen und nachzuvollziehen.

Fazit

Beide Methoden zur Berechnung der Rendite sind gültig und akzeptabel, haben jedoch ihre Eigenarten, welche man bei der Interpretation beachten muss. Wenn keine zwischenzeitlichen Ein- und Auszahlungen getätigt werden, ergeben beide Methoden die gleiche Rendite.

Ergeben sich allerdings zwischenzeitlich Kapitalzu- oder abflüsse, wie es beispielsweise regelmäßig bei Sparplänen vorkommt, so liefert die geldgewichtete Berechnung ein korrekteres Gesamtbild der erzielten Rendite.

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