Festgeld

Unter der Prämisse eines niedrigen Risikos ist das Festgeld nach wie vor das bevorzugte Anlagemodell in Deutschland. Festgeldkonten lassen sich sehr gut nutzen, um Reserven für kleinere Investitionen und regelmäßig anfallende Ausgaben, wie beispielsweise Reparaturen, zurückzulegen. Damit ist das Festgeldkonto so etwas wie der Notgroschen. Wissenschaftliche Erkenntnisse in den vergangenen Jahren zeigen aber, dass es auch am Kapitalmarkt Anlagestrategien gibt, deren Risiko – bei höherer Rendite – vergleichbar niedrig ist. Um welche Anlagestrategien es sich handelt und wieso die vermeintliche Sicherheit des Festgelds trügt, erfahren Sie hier.

Trügerische Sicherheit

Festgeldkonten sind einfach zu handhaben und versprechen Sicherheit. Im aktuellen Niedrigzinsumfeld fragen sich Sparer aber zurecht, ob es sich wirklich noch lohnt, das Geld zur Bank zu bringen und auf Festgeld zu vertrauen. Sicher ist, dass die Verzinsung kurzfristiger Festgeldkonten aktuell unterhalb der durch die Europäische Zentralbank (EZB) angestrebten Inflationsrate von 2% liegt. Angenommen, man hätte vor 20 Jahren 10.000 Euro in eine Kaffeedose gesteckt, dann müsste man heute bei einer Inflationsrate von 2% einen Wertverlust von 3.500 Euro hinnehmen. Ähnlich ist es auch mit den Festgeldkonten. Am Ende bleibt meist weniger übrig, als am Anfang reingesteckt wurde.

Nachteile von Festgeldkonten

Damit ist klar, wofür sich Festgeldkonten nicht eignen: zum Vermögensaufbau. Viele Sparer versuchen dennoch, sie für den Vermögensaufbau zu nutzen. Hierbei spielen jedoch vollkommen andere Kriterien eine Rolle. Vermögensaufbau bedeutet, irgendwann ein schönes Zuhause für sich und die Familie zu kaufen, oder den Kindern eine gute Ausbildung ermöglichen zu können. Es bedeutet, genug Geld zu haben, um eine entspannte Rente genießen zu können und auf nichts verzichten zu müssen. Vermögensaufbau ist also ein Marathon. Festgeldkonten hingegen sind lediglich ein Puffer, mit dem sich kleine Stolpersteine auf dem Weg überwinden lassen.

Viele Anleger klammern sich dennoch nach wie vor an die gefühlte Sicherheit des Festgelds. Der Erfolg des Festgelds ist allerdings an die ausgebende Bank und die dahinter liegende nationale Einlagensicherung, die das Ersparte absichern soll, gekoppelt. Diese ist innerhalb der EU zwar durch Rahmenbedingungen vereinheitlicht, jedoch sind die einzelnen Länder selbst für die Garantie verantwortlich. Gerade in wirtschaftlich schwächeren EU-Ländern darf bezweifelt werden, dass diese Einlagensicherung im Falle einer schweren Finanzkrise vollumfänglich greift. Dieses Risiko sollte jeder Anleger mit einkalkulieren, der auf der Suche nach höheren Zinsen Festgeld im Ausland anlegt.

Selbst die deutsche Einlagensicherung ist nicht breit diversifiziert, sondern wird “nur” durch die deutschen Banken abgedeckt. Nicht erst seit der Finanzkrise 2008 wissen wir, dass Bankenpleiten kein reines Hirngespinst sind. Ein weiterer Nachteil von Festgeld ist, dass der Anleger nicht direkt am Kapitalmarkt partizipiert. Die Bank tut dies zwar, vom erzielten Ertrag bekommt der Sparer aber nur eine kleine Scheibe ab.

Welche Alternativen gibt es?

Vor diesem Hintergrund wird schnell klar, wie wichtig eine alternative, aber mindestens ebenso sichere, Anlageform ist. Auf den ersten Blick scheint es diese Alternative aber nicht zu geben. Abgeschreckt von den Finanzkrisen der letzten Jahre scheuen viele Menschen andere Anlageklassen. Seien es Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe oder Edelmetalle: bei fast allen wird man mit höheren Marktschwankungen und Ausfallrisiken konfrontiert.

Am sichersten ist eine solche direkte Geldanlage am Kapitalmarkt, wenn sie so breit wie möglich diversifiziert  ist. Konkret bedeutet dies, in so viele Länder, Branchen und Anlageklassen wie möglich zu investieren. So ist ein Totalausfall praktisch ausgeschlossen. Sollte ein Unternehmen oder gar der gesamte Markt eines Landes, an Wert verlieren, macht sich dies im Gesamtdepot nur bedingt bemerkbar.

Dazu profitiert der Anleger vom Zinseszinseffekt. Dieser ist insbesondere bei einer langfristigen Wertanlage von großer Bedeutung und führt je nach Anlagetrategie zu erheblichen Unterschieden im Wertzuwachs. Ein breit gestreutes Portfolio aus Aktien und Anleihen mit einer anfänglichen Einmalanlage von 10.000€ verdoppelt seinen Wert aufgrund des Zinseszinseffekts bereits nach rund 12 Jahren bei einer jährlichen Rendite von 6%. Beim Festgeld hingegen würde man im selben Zeitraum mit einem Zins von 1,2% lediglich auf circa 11.500€ kommen.

Fazit

Da für viele Anleger die Sicherheit ihrer Geldanlage an oberster Stelle steht, werden Alternativen zum Festgeld häufig nicht genutzt. Und das, obwohl Anleger bei Festgeldkonten unter Berücksichtigung der Inflationsrate teilweise sogar Verluste machen. Doch mithilfe der richtigen Anlagestrategie lässt sich auch am Kapitalmarkt die Sicherheit der Geldanlage maximieren. Wissenschaftliche Studien konnten wiederholt nachweisen, dass durch eine globale Streuung der Geldanlage das optimale Verhältnis aus Rendite und Sicherheit entsteht. Bei Ginmon wird das Risiko Ihrer Geldanlage durch eine breite Diversifikation sowie regelbasiertes Rebalancing minimiert.