Rohstoffe

Rohstoffe stellen eine breit diversifizierte Anlageklasse dar, da sie Energierohstoffe wie Öl oder Gas, Industriemetalle wie Aluminium, oder auch Gold und Silber abdecken. Jeder einzelne Rohstoff wird von unterschiedlichen Faktoren getrieben, welche sowohl untereinander, als auch von anderen Anlageklassen, wie Aktien oder Anleihen, unabhängig, sind. Was Rohstoffe als Anlageklasse so interessant macht und wie Ginmon diese nutzt, erfahren Sie im Folgenden.

Was macht Rohstoffe so interessant?

Der absolut beste Weg, um die höchsten Renditen mit dem geringsten Risiko zu erzielen, ist die sogenannte Diversifikation. In der Praxis bedeutet Diversifikation, dass Portfolios auf verschiedene Anlagearten und -stile, Länder, Unternehmensgrößen und Branchen aufgeteilt werden sollten. Die Diversifikation über Rohstoffe ist dabei besonders vielversprechend, da jeder Rohstoff von unterschiedlichen Faktoren getrieben wird,  die sowohl voneinander als auch von anderen Anlageklassen unabhängig sind. Gas beispielsweise wird vornehmlich zum Heizen verwendet, weshalb Angebot und Nachfrage stark vom Wetter abhängen. Stahl hingegen wird insbesondere in der Bauwirtschaft verwendet, während Kupfer in fast jedem Elektronikartikel verwendet wird. Edelmetalle wie Gold, auf der anderen Seite, gelten als sicherer Hafen in unruhigen Zeiten. Zudem weisen Rohstoffe generell relativ geringe Korrelationen mit Aktien und Anleihen auf und steigen üblicherweise mit der Inflation an, was zu einem verbessertem Schutz vor Inflationsrisiken führt.

Rohstoffindexe und -märkte

Es gibt verschiedene Märkte und Indizes, die auf den Handel mit Rohstoffen spezialisiert sind. Ein bekanntes Beispiel für einen solchen Markt ist die sogennante „Londoner Metallbörse“ (englisch: London metal exchange, LME). Hier werden unedle Metalle, wie etwa Kupfer, Nickel, Zink oder Blei gehandelt. Laut eigenen Angaben betrug das Handelsvolumen im Jahr 2018 stolze 15,7 Billionen US Dollar – damit gehört die LME zu den weltgrößten Metallhandelsplätzen. Ebenfalls dazu zählt die sogennante „New York Mercantile Exchange (NYMEX)“, die als die weltgröße Warenterminbörse gilt. Hier werden neben Metallen auch Energieprodukte sowie Agrarrprodukte gehandelt. Auf solchen Warenterminbörsen werden in der Regel Rohstoffindizes, wie etwa der S&P GSCI oder der Rogers International Commodity Index (RICI) gehandelt. Der S&P GSCi umfasst insgesamt 24 Rohstoffe, der RICI sogar 38. Bei der „Chicago Mercantile Exchange (CME)“ handelt es sich um eine der größten Börsen weltweit, auf der die unterschiedlichsten Commodities, wie etwa Wolle, Zucker oder sogar Schweinebäuche gehandelt werden.
Ein Irrtum ist jedoch, dass der Dow Jones zu diesen Rohstoffindizes zählt. Usprünglich sollte dieser zwar dazu dienen, die Bewegungen von Unternehmen, die mit Rohstoffen handeln, zu messen. Heute ist der Name jedoch streng historisch belegt und nur sehr wenige der im Dow indexierten Unternehmen haben noch etwas mit Industriegütern zu tun. 

Investieren in Rohstoffe: Goldbarren unterm Bett und Ölfässer im Garten?

Einige Anlageklassen, wie Anleihen, kann man tatsächlich physisch besitzen, zum Beispiel in Form von Papier. Im Gegensatz dazu ist bei Investitionen in Rohstoffe ein physischer Besitz eher weniger wünschenswert — schließlich möchte niemand ein Fass Rohöl oder eine Tonne Kupfer zu Hause stehen haben. Ein Investment in Rohstoffe ist daher nur über sogenannte Terminkontrakte möglich. Diese sind im Grunde genommen Verträge über die Lieferung eines Rohstoffs zu einem bestimmten Zeitpunkt für einen bestimmten Preis. Der einzige Unterschied ist, dass diese Terminkontrakte an der Börse gehandelt werden. Der Kurs des Terminkontraktes gibt dabei an, zu welchem Preis der Rohstoff am Tag der Lieferung den Besitzer wechselt. Rohstoffindizes bilden letztendlich die Wertentwicklung ebensolcher Terminkontrakte ab.

Rohstoffe vs. Rohstoff-Aktien: Ölfass oder Ölbohrinsel?

Anders als man vermuten würde, verhalten sich Rohstoffe und Aktien von Rohstoffunternehmen äußerst unterschiedlich. Das liegt daran, dass die Aktienmärkte grundsätzlich vorausschauend sind. Die Kurse bewegen sich also hauptsächlich aufgrund von erwarteten Gewinnen, nicht aufgrund der aktuellen Gewinne. Bei Rohstoffen ist dies anders. Da diese hauptsächlich von dem aktuellen Angebot und der Nachfrage getrieben werden, spiegeln Rohstoffpreise eher das Hier und Jetzt wider.

Dies zeigt sich auch an den Korrelationen von Rohstoffaktien und Rohstoffpreisen, welche in der Vergangenheit äußerst gering und teilweise sogar negativ waren. Historisch gesehen hat es sich also gelohnt, ein Portfolio aus Rohstoffaktien durch eine Investition in Rohstoffe selbst zu ergänzen.

Aus diesem Grund sind Sie bei uns über unsere Aktien-Allokation bereits in sämtliche globale Rohstoffunternehmen, wie etwa Shell, Exxon Mobil und BP investiert und können gleichzeitig noch in verschiedene Rohstoffe selbst investieren. 

Fazit

Rohstoffe als Anlageklasse bieten sehr viele Vorteile, vor allem in Hinblick auf eine breite Diversifikation sowie ein vermindertes Inflationsrisiko. Dabei muss man eine klare Unterscheidung vornehmen, zwischen Rohstoffen selbst und Aktien von Rohstoffunternehmen, da diese grundlegende Unterschiede aufweisen. 

Um die Vorteile, welche Rohstoffe bieten, zu nutzen, hat Ginmon diese 2018 als neue Anlageklassen aufgenommen. Passende Rohstoffe finden sich jedoch nicht in allen Märkten – aus ethischen Gründen schließen wir beispielsweise Nahrungsmittel bei unserer Auswahl kategorisch aus. Wir setzen zudem vor allem auf physisch replizierende ETFs, was bedeutet, dass der ETF auch wirklich die Werte hält, die im entsprechenden Index enthalten sind. Der Vorteil einer solchen Replikation liegt darin, dass bei einem Ausfall des Emittenten der Wert des Wertpapiers hiervon nicht betroffen ist, da die Aktie oder die Anleihe tatsächlich als Wert hinterlegt sind.