Inflation 

Kaum ein Wirtschaftsmagazin kommt heutzutage ohne das Wort “Inflation” aus, das aus der lateinischen Sprache abgeleitet Aufblähung bedeutet. Besonders für Deutschland stellt eine hohe Inflationsrate und die damit einhergehende Geldentwertung das Schreckgespenst der Weimarer Republik dar, die es unbedingt zu vermeiden gilt. Was Ihr Geld in Zukunft noch wert ist und wie Sie es vor Inflation schützen können erfahren Sie hier. 

Was ist eigentlich Inflation?

Einfach gesagt beschreibt die Inflation das Angebot und die Nachfrage einer Währung. Wenn die Menge des Geldes bei gleichbleibender Nachfrage steigt, erhöht sich die Inflationsrate. Die Deutschen mussten zweimal in ihrer Geschichte eine Hyperinflation, das heißt eine enorm hohe Inflationsrate, erleben. Derzeit liegt die Inflationsrate in der Europäischen Union — also auch Deutschland — bei circa 1,5%. Das klingt zuerst einmal gut, da das Geld kaum an Wert zu verlieren scheint. Doch könnten die expansiven Maßnahmen, die die Europäische Zentralbank mit ihrer Inflationspolitik unternimmt, eines Tages zu einem schlagartigen Anstieg der Geldentwertung führen. Daher sollte man stets auf höhere Inflationsraten vorbereitet sein.

Der Vorgang der Geldentwertung spielt für jeden Einzelnen in Bezug auf Vermögensaufbau und Geldanlage eine immense Rolle. Besonders bei der Anlage von Vermögen auf einem Bankkonto — also einer Geldanlage mit festen Rückzahlungen zuzüglich Zinsen über einen bestimmten Zeitrahmen — sollte die Inflationsrate berücksichtigt werden. Ein klassisches Beispiel in Deutschland hierfür ist das Tages- und Festgeld. Bei Zinsen ist immer der Realzins, also der inflationsbereinigte Zins, zu betrachten. Sollte im Rahmen der Anlage die Inflationsrate steigen, bleiben die Rückzahlungen, die ein Sparer erhält, in ihrer Höhe gleich. Als Folge dessen erleidet der Sparer einen Inflationsverlust, der sich negativ auf die Rendite und somit auf sein Vermögen auswirkt. Tages- und Festgeldkonten gehören immer noch zu den beliebtesten Geldanlagen der Deutschen, sind aber aufgrund dauerhaft niedriger Zinsen nicht empfehlenswert.

Die Inflationspolitik der EZB

Die durch die EZB angestrebte Inflationsrate von knapp 2% beruht auf der Motivation, eine Deflation (Inflationsrate <0%) zu verhindern. Definiert ist dieses Ziel als symmetrisch, das bedeutet, eine niedrige Inflationsrate soll genauso verhindert werden, wie eine erhöhte. Demnach basiert dieser Zielwert eher auf Bestrebungen, einen „Sicherheitsabstand“ zu einer möglichen Deflation schaffen, als auf konkrete Berechnungen zu vertrauen. Dadurch soll die von einer möglichen Deflation ausgehende Gefahr für die Konjunkturentwicklung von vornherein ausgeschlossen werden. 

Sparen mit “festen Werten”

Als Inflationsschutz haben sich im Rahmen des Vermögensaufbaus diverse andere Anlageprodukte über die Zeit bewährt. Diese werden häufig als “feste Werte” bezeichnet. Zunächst zu nennen ist die Investition in Rohstoffe, wie zum Beispiel Gold. Vor allem während der letzten Finanzkrise war Gold ein äußerst attraktives Anlageprodukt. Der Goldkurs erreichte über 1.900 USD pro Unze, fiel allerdings zwischenzeitlich auf unter 1.500 USD pro Unze. Tatsächlich hat Gold im Zeitalter der Weltgeschichte immer einen hohen Wert behalten und wird diesen wahrscheinlich auch in Zukunft haben.

Nachteil der Anlage in Gold allerdings ist, dass keine regelmäßigen Zahlungsströme in Form von Zinsen oder Dividenden an den Besitzer fließen. Somit kann man sich als Besitzer auch nicht sicher sein, dass langfristig eine positive Rendite mit dem Goldkauf erzielt wird. Aus diesem Grund verzichten viele Vermögensverwalter auf eine Beimischung von Gold in ihre Portfolios. Insbesondere, da es sich als physisches Gold im Tresor besser als Sicherheit eignet, als ein verbriefter Anspruch auf Gold. Nichtsdestotrotz kann Gold als fester Portfolio-Bestandteil nachhaltig dazu beitragen, in Krisenzeiten das Portfolio zu stabilisieren.

Weitere Anlageklassen

Ferner interessant ist die Investition in Immobilien, wobei zwei Faktoren eine Rolle spielen. Zum einen ist davon auszugehen, dass Grund und Boden vor allem in Ballungsräumen an Wert gewinnen. Da Wohnraum mit der Zeit und hauptsächlich unter Anstieg des Zuzugs in Großstädte knapp wird und die Immobilienpreise darum wahrscheinlich weiter steigen werden. Zum anderen besteht die Möglichkeit einer positiven Rendite durch Mieteinnahmen, die derzeit ebenfalls in Ballungsräumen ansteigen. Nachteilig können aber zum Beispiel Kosten durch anfallende Reparaturen oder Renovierungen sein.

Außerdem besteht die Möglichkeit der Teilhabe am Kapitalmarkt. Eine breit gestreute Anlage in Aktien hat bisher sämtliche Krisen und Kriege überlebt. Aktien haben ein hohes Potenzial zur Wertsteigerung. Manche Titel schütten sogar regelmäßig Dividenden an ihre Anleger aus. Sie sind ein Mittel für Anleger, langfristig von dem Wirtschaftswachstum zu profitieren, was allerdings ebenso bedeutet, dass Aktien über einen langen Zeitraum gehalten werden müssen. Kurzfristig besteht nämlich die Gefahr von Verwerfungen an den Märkten, die einige Anleger verunsichern und Kurse negativ beeinflussen können. Außerdem ist es ratsam, nicht nur in eine, sondern in so viele verschiedene Aktien wie möglich zu investieren, um das entstehende Risiko zu minimieren.

Fazit

Letzten Endes obliegt es somit jedem selbst, auf welche Weise er seinen Vermögensaufbau betreibt. Es sei jedoch festzuhalten, dass Tages- und Festgeldkonten nicht als inflationsbeständige Anlageformen gelten. Daher sollte ein Anleger stets alternative Anlageklassen im Blick behalten.