Ginmon Jahresbericht 2025
Dieser Jahresbericht bezieht sich auf den Stand zum 31. Dezember 2025. Er analysiert die zentralen Entwicklungen und Herausforderungen des vergangenen Jahres und gibt abschließend einen Ausblick auf die sich verändernden Marktbedingungen ab 2026. Im Fokus stehen dabei insbesondere politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen sowie geldpolitische Entscheidungen in den großen Wirtschaftsräumen.
Das Jahr 2025 war geprägt von hoher Volatilität, geopolitischen Unsicherheiten und einem geldpolitischen Wendepunkt, der mit einer spürbaren Disinflation und der Rückkehr zu einem normalisierten Zinsumfeld einherging.
In diesem anspruchsvollen Umfeld zeigten sich die Ginmon Anlagestrategien robust und diszipliniert positioniert und damit gut auf unterschiedliche Marktphasen vorbereitet. Zwar war das erste Halbjahr von zwischenzeitlichen Rückschlägen geprägt, doch im weiteren Jahresverlauf konnten unsere Strategien selbst den Gesamtmarkt deutlich aufholen. Getragen von breiter globaler Diversifikation, einem regelbasierten Rebalancing und der Wirkung evidenzbasierter Renditetreiber schlossen alle Strategien das Jahr klar positiv ab.
In diesem Jahresbericht geht es um die folgenden vier Themen:
Performance: Die Entwicklung unserer Strategien im Jahr 2025 zeigt eine insgesamt robuste und ausgewogene Performance. Die wachstumsorientierte Strategie Global 10 erzielte eine Jahresrendite von 14,32 %, während Green 10 mit 11,33 % ebenfalls deutlich zulegen konnte. Die defensiveren Varianten Global 5 (7,26 %) und Green 5 (5,92 %) bestätigten ihre stabilisierende Rolle im Portfolio und unterstrichen die Wirkung einer ausgewogenen Asset-Allokation.
Inflation und Zinspolitik: Die geldpolitische Wende prägte das Marktjahr 2025 maßgeblich. Zum Jahresende lag die Inflation in der Eurozone bei 2,0 %, in den USA bei 2,7 %. Die EZB beließ ihren Leitzins nach der Senkung im Juni unverändert bei 2,0 %, während die US-Notenbank Fed ihren Leitzinskorridor zuletzt am 10. Dezember 2025 auf 3,50 – 3,75 % senkte.
Globale Impulse: Politische Ereignisse bestimmten das Marktumfeld in hohem Maße. Trotz zwischenzeitlicher Volatilität zeigten sich die Aktienmärkte insgesamt resilient und beendeten das Jahr auf neuen Höchstständen. Gold verzeichnete eine historisch außergewöhnliche Entwicklung, getragen von geopolitischen Risiken, einer Schwäche des US-Dollars und einer erhöhten Zentralbanknachfrage. An den Anleihemärkten setzte im Jahresverlauf eine Trendwende ein, während sich die Faktorprämien verschoben: Value erzielte nach zwei schwachen Jahren wieder eine klare positive Prämie, Size blieb insgesamt noch negativ, zeigte zum Jahresende jedoch deutliche Stabilisierungstendenzen.
Unternehmensentwicklung: Die Ginmon Gruppe verwaltet inzwischen ein Vermögen von knapp einer halben Milliarde Euro und operiert profitabel auf Gruppenebene. Die neue, hoch skalierbare Infrastruktur ist bereits in über elf Ländern ausgerollt; Bestandskunden werden schrittweise auf die neue Plattform migriert. Alle neuen Einzelkonten sowie neue Kontentypen, darunter Kinder- und Vorsorgekonten, volldigitale Firmenkonten und Gemeinschaftskonten, werden bereits auf der neuen Infrastruktur eröffnet. Ein Update der bestehenden Ginmon Anlagestrategien ist im laufenden Jahr vorgesehen. Mit Blick auf die Altersvorsorge bereitet Ginmon zudem den Start eines förderfähigen Altersvorsorgedepots inklusive Auszahlungsplan ab dem 01.01.2027 vor.
Wie haben sich unsere Strategien entwickelt?
Zu Beginn des Jahres 2025 war das Marktumfeld von hoher Volatilität geprägt. Bis in den April hinein gerieten alle Strategien infolge des schwachen Marktumfelds deutlich ins Minus, wobei die wachstumsorientierten Strategien Global 10 und Green 10 die stärksten Rücksetzer verzeichneten, während Global 5 und Green 5 aufgrund ihrer defensiveren Ausrichtung etwas stabiler blieben. Ab dem zweiten Quartal setzte über alle Risikostufen hinweg eine kontinuierliche Erholung ein, die den Großteil des Jahres bestimmte.
Im weiteren Jahresverlauf nahm die Divergenz zwischen den Risikoklassen sichtbar zu: Mit steigender Aktienquote erhöhte sich auch die Performance. Besonders im Herbst beschleunigte sich die Aufwärtsbewegung, kurzfristige Rücksetzer wurden schnell aufgeholt. Zum Jahresende schlossen alle Strategien positiv ab. Global 10 erzielte mit +14,32 % die höchste Rendite, gefolgt von Green 10 mit +11,33 %. Die ausgewogenen Strategien Global 5 (+7,26 %) und Green 5 (+5,92 %) entwickelten sich ebenfalls positiv.
Die Strategie Global 10 zeigt seit ihrer Auflage einen klaren und robusten Aufwärtstrend. Trotz zwischenzeitlicher, marktbedingter Rücksetzer, etwa während der Corona-Krise oder in Phasen geldpolitischer Straffung, setzte sich der langfristige Wertzuwachs kontinuierlich fort. Zum Jahresende 2025 beläuft sich die kumulierte Gesamtperformance auf +134 %, womit sich das investierte Kapital mehr als verdoppelt hat.
Auch das Jahr 2025 fügt sich in dieses Bild ein: Nach einer volatilen Phase im Frühjahr kam es insbesondere in der zweiten Jahreshälfte zu einer deutlichen Beschleunigung. Rücksetzer im Jahresverlauf erwiesen sich als temporär und wurden zügig aufgeholt. Zum Jahresabschluss erreichte Global 10 ein neues Allzeithoch, was die Widerstandsfähigkeit und den langfristigen Charakter des regelbasierten Investmentansatzes unterstreicht.

Langfristig profitieren Anleger in den Ginmon Strategien klar von einer höheren Aktienquote und breiter Diversifikation. Der 5-Jahres-Vergleich zeigt einen deutlichen Renditevorsprung wachstumsorientierter Strategien: Global 10 erzielte über diesen Zeitraum eine Rendite von 66,1 %, während defensivere Varianten entsprechend geringere, dafür stabilere Erträge aufwiesen. Auch über drei Jahre wird dieser Risiko-Rendite-Zusammenhang zunehmend sichtbar.
Die Ergebnisse unterstreichen, dass sich Geduld und ein langfristiger Anlagehorizont auszahlen. Mit zunehmender Haltedauer entfaltet die strategische Allokation ihre volle Wirkung, insbesondere bei höheren Risikostufen. Damit bestätigt sich erneut: Disziplin, Diversifikation und Weitsicht sind entscheidend für nachhaltigen Anlageerfolg.

Wie geht es mit Inflation und Zinsen weiter?
Im Verlauf des Jahres 2025 setzte sich der seit Mitte des Jahres erkennbare Disinflationstrend in der Eurozone wie auch in den USA fort. Über das Gesamtjahr hinweg gingen die Inflationsraten in beiden Wirtschaftsräumen spürbar zurück und näherten sich wieder den geldpolitischen Zielniveaus an. Zum Jahresende 2025 lag die Inflation in der Eurozone bei rund 2,0 %, in den USA bei etwa 2,7 %. Temporäre Gegenbewegungen im Jahresverlauf änderten nichts am übergeordneten Bild: Die Hochinflationsphase der Jahre 2022 und 2023 gilt als strukturell überwunden.
Getragen wurde diese Entwicklung vor allem durch sinkende Energiepreise, die Normalisierung globaler Lieferketten sowie nachlassenden Preisdruck bei Industriegütern; auch die Kerninflation in beiden Regionen zeigte sich rückläufig. Die aktuellen OECD-Projektionen bestätigen diesen Trend und erwarten für 2026 eine Inflationsrate nahe dem 2-Prozent-Ziel, in der Eurozone tendenziell leicht darunter, in den USA leicht darüber. Ein erneuter Inflationsschub erscheint damit unwahrscheinlich. Entsprechend verschiebt sich der geldpolitische Fokus zunehmend von der Inflationsbekämpfung hin zur Stabilisierung des Wachstums. Inflationsrisiken bleiben bestehen, sind derzeit jedoch eher asymmetrisch nach unten gerichtet.

Mit Beginn des Jahres vollzog sich ein klarer geldpolitischer Wendepunkt. Die EZB senkte ihren Leitzins im ersten Halbjahr schrittweise und beließ ihn anschließend stabil bei 2,0 %, womit er zum Jahresende exakt auf Höhe des Inflationsziels lag. Die Geldpolitik ist damit deutlich weniger restriktiv als in den Vorjahren und markiert die Rückkehr in ein normalisiertes Zinsumfeld. Auch in den USA leitete die Federal Reserve nach längerer Zinspause im zweiten Halbjahr mehrere Zinssenkungen ein; zum Jahresende lag der Leitzinskorridor bei 3,50 bis 3,75 %. Ausschlaggebend waren ein nachlassender Inflationsdruck, eine Abkühlung des Arbeitsmarkts sowie zunehmende Wachstumsrisiken.
Die OECD-Projektionen deuten darauf hin, dass sich dieses Umfeld fortsetzt. Für die Eurozone werden über 2026 hinweg stabile Zinsen um 2 % wahrscheinlich, mit nur begrenztem weiterem Senkungsspielraum.

Damit bewegen sich die Realzinsen langfristig nahe null. Für Anleger bedeutet dies: Liquidität verliert strukturell an Attraktivität, während Kapitalanlagen am Markt notwendig bleiben, um reale Renditen zu erzielen. Das normalisierte Zinsumfeld unterstützt insbesondere längerfristige Investitionen und erhöht die Bedeutung von Kapitalmarkterträgen gegenüber klassischen Zinserträgen.
Was bewegt die Märkte
Aktienmärkte
Das Aktienmarktumfeld war von starken regionalen und unterschiedlichen Marktphasen geprägt. Im ersten Quartal dominierten politische Faktoren das Marktgeschehen: Das US-Wahljahr, zunehmender Protektionismus und angekündigte Strafzölle belasteten insbesondere die US-Märkte deutlich. Europäische Aktien konnten sich in diesem Umfeld besser behaupten, gestützt durch günstigere Bewertungen und die Erwartung zusätzlicher Investitionsimpulse. Im zweiten Quartal beruhigte sich das Marktumfeld trotz anhaltender geopolitischer Risiken. Die Aktienmärkte bewegten sich insgesamt seitwärts, während Wechselkursentwicklungen zunehmend in den Fokus rückten und die Renditen für Euro-Anleger dämpften. Bewertung und Selektivität gewannen an Bedeutung.
Im weiteren Jahresverlauf kehrte die Risikobereitschaft spürbar zurück. Im dritten Quartal profitierten insbesondere Technologie- und KI-getriebene Titel, Growth-Werte dominierten, und Schwellenmärkte entwickelten sich überdurchschnittlich. Small Caps konnten sich zeitweise erholen, blieben jedoch volatil. Gleichzeitig begannen die Märkte, Zinssenkungen der US-Notenbank einzupreisen. Im vierten Quartal zeigten sich die Aktienmärkte trotz politischer und geopolitischer Belastungen hoch resilient. Sinkende Inflation und umgesetzte Zinssenkungen stützten die Bewertungen, neue Allzeithochs in den USA und Europa wurden erreicht. Insgesamt beendeten die Aktienmärkte das Jahr klar positiv.
Rating, Anleihen und Währungen
An den Rentenmärkten zeigte sich zu Beginn des Jahres zunächst kein klarer Trend. Im ersten Quartal blieben die Zinsen auf hohem Niveau, Anleihemärkte reagierten zurückhaltend und richteten ihren Fokus vor allem auf geldpolitische Signale statt auf laufende Erträge. Der US-Dollar zeigte sich zunächst stabil. Im zweiten Quartal gewann der Wechselkurs an Bedeutung: Der Euro wertete auf und belastete internationale Renditen für Euro-Anleger spürbar, während Zinsdifferenzen gegenüber Kapitalflüssen an Relevanz verloren. Eine nachhaltige Trendwende an den Anleihemärkten blieb zu diesem Zeitpunkt jedoch noch aus.
Im weiteren Jahresverlauf änderte sich das Bild. Im dritten Quartal führten erwartete Zinssenkungen zu einer spürbaren Erholung an den Anleihemärkten, während die Herabstufung Frankreichs die Sensibilität für fiskalische Risiken erhöhte. Gleichzeitig begann der US-Dollar deutlich zu schwächeln, wovon insbesondere Schwellenländeranleihen profitierten. Im vierten Quartal erzielten Anleihen wieder positive Renditen, gestützt durch die Zinssenkungen der US-Notenbank und fallende Kurzfristzinsen. Der US-Dollar bewegte sich seitwärts, Bonitätseinschätzungen blieben insgesamt stabil. Insgesamt rückte der Währungsunterschied zwischen US-Dollar- und Euro-Performance stärker in den Fokus und wurde zu einem zentralen Einflussfaktor für die tatsächliche Rendite internationaler Investments.
Gold und Bitcoin
Gold entwickelte sich im Jahr 2025 außergewöhnlich stark. Bereits im ersten Halbjahr profitierte der Goldpreis von geopolitischen Risiken, politischer Unsicherheit und sinkenden Realzinsen. Im weiteren Jahresverlauf beschleunigte sich die Aufwärtsbewegung deutlich. Getrieben durch anhaltende geopolitische Spannungen, die hohe US-Staatsverschuldung, eine Schwäche des US-Dollars sowie eine erhöhte Nachfrage der Zentralbanken erreichte Gold mehrfach neue Allzeithochs. Zum Jahresende stand eine Jahresperformance von +64,37 % (in USD). Diese Entwicklung ist historisch außergewöhnlich und bestätigt die Funktion von Gold als Absicherungsinstrument in Phasen erhöhter Unsicherheit. Sie ist jedoch nicht dauerhaft zu erwarten, da Gold keine laufenden Erträge generiert und seine Preisentwicklung primär von makroökonomischen Sondersituationen und dem Realzinsumfeld geprägt ist. Gold eignet sich daher weniger als strukturelle Renditequelle, sondern vor allem zur Diversifikation, zur Stabilisierung von Portfolios und zum Werterhalt in Krisenzeiten.
Bitcoin hingegen wies im Jahresverlauf extreme Schwankungen mit teils erheblichen Verlustphasen auf. Die Wertentwicklung verlief wenig stetig und war kaum planbar. Aufgrund der hohen Volatilität, der fehlenden laufenden Ertragsbasis und der begrenzten Langfristerfahrung ist Bitcoin aus unserer internen Sicht kein geeigneter Kernbaustein für eine strukturierte, langfristig ausgerichtete Vermögensanlage.

Geopolitik
Das Jahr begann mit einem stark politisch geprägten Marktumfeld. Das US-Wahljahr, angekündigte Strafzölle und zunehmender Protektionismus sorgten im ersten Quartal für erhöhte Unsicherheit und belasteten insbesondere die US-Märkte. Im weiteren Jahresverlauf kam es zwar zu keiner Eskalation, die strukturellen Spannungen blieben jedoch bestehen. Die Märkte passten sich zunehmend an dieses Umfeld an und lernten, geopolitische Risiken stärker einzuordnen, ohne sie dauerhaft einzupreisen.
In der zweiten Jahreshälfte traten Entspannungssignale, insbesondere im internationalen Handel, stärker in den Vordergrund. Gleichzeitig blieb die Sensibilität für fiskalische Risiken in Europa erhöht, während Konflikte im Nahen Osten und der Ukraine als latente Risikofaktoren präsent blieben. Im vierten Quartal zeigte sich die abnehmende unmittelbare Marktmacht geopolitischer Ereignisse deutlich: Selbst der längste US-Government-Shutdown führte zu keiner nachhaltigen Marktverwerfung, während diplomatische Initiativen im Ukraine-Konflikt für vorsichtige Zuversicht sorgten. Insgesamt blieb Geopolitik ein relevanter Hintergrundfaktor, verlor jedoch im Jahresverlauf an kurzfristiger Marktdominanz.
Faktoren Value und Size
Weiterhin zeigte sich eine klare Trendwende zugunsten der Value-Prämie. Bereits zu Jahresbeginn erwies sich Value in einem von Risikoaversion geprägten Umfeld als deutlich robuster als Growth und Size. Über das gesamte Jahr hinweg setzte sich dieser Vorsprung fort: Während Growth-Werte zwar phasenweise an positiven Marktbewegungen partizipierten, konnten sie den Rückstand gegenüber Value nicht aufholen. Bewertungsdisziplin, stabile Cashflows und defensivere Geschäftsmodelle gewannen wieder an Bedeutung, begünstigt durch die Normalisierung der Zinsen, rückläufige Inflation und anhaltende geopolitische Unsicherheiten. Nach zwei Jahren negativer Prämien fiel die Value-Prämie 2025 insgesamt klar positiv aus und bestätigte damit die erwartete Trendwende.
Die Size-Prämie blieb über das Gesamtjahr betrachtet zwar noch negativ, zeigte jedoch im vierten Quartal eine spürbare Stabilisierung. Während kleinere Unternehmen in den ersten drei Quartalen weiterhin unter erhöhtem Finanzierungsdruck und hoher Volatilität litten, reduzierten Zinssenkungen im Jahresverlauf diese Belastungen zunehmend. Die Abschwächung der Verluste im Schlussquartal deutet auf eine Übergangsphase hin. Für 2026 ergibt sich damit ein vorsichtig konstruktiver Ausblick: Bleibt das Zinsumfeld unterstützend und stabilisiert sich die Konjunktur weiter, könnte sich die Size-Komponente schrittweise erholen und mittelfristig wieder eine positive Prämie ausbilden.

Blick nach vorn:
Zum Jahreswechsel 2025/2026 richtete sich der Fokus der Kapitalmärkte verstärkt auf die weitere geldpolitische Ausrichtung der großen Notenbanken. In den USA wird zunächst mit einer Zinspause der Federal Reserve gerechnet, wobei für das zweite Halbjahr 2026 zusätzlicher Spielraum für weitere Zinssenkungen besteht. Die EZB dürfte hingegen vorsichtiger agieren und geldpolitische Schritte vor allem von einer klaren konjunkturellen Abschwächung abhängig machen. Insgesamt deutet sich damit ein weiterhin unterstützendes, jedoch differenziertes geldpolitisches Umfeld an.
Auf der Inflationsseite signalisieren die aktuellen OECD-Prognosen eine anhaltende Stabilisierung. Für die Eurozone wird eine Inflationsrate nahe 2 % erwartet, was die geldpolitische Planungssicherheit für Unternehmen und Investoren erhöht. In den USA dürfte sich die Teuerung auf einem etwas höheren Niveau bewegen und tendenziell in Richtung 3 % entwickeln, ohne jedoch einen neuen Inflationsschub auszulösen.
Konjunkturell wird für 2026 ein moderates globales Wachstum erwartet. Träger dieser Entwicklung sind vor allem der private Konsum, staatliche Investitionsprogramme sowie fortschreitende technologische Innovationen, insbesondere in den Bereichen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Gleichzeitig bleibt das Wachstum anfällig für externe Schocks, sodass regionale Unterschiede und sektorale Divergenzen weiterhin eine Rolle spielen dürften.
Auf der Risikoseite bleiben geopolitische Spannungen, die hohe Staatsverschuldung vieler Industrieländer sowie mögliche neue handelspolitische Konflikte zentrale Unsicherheitsfaktoren. Insbesondere die erneut aufflammenden Spannungen zwischen den USA und der EU, einschließlich angedrohter Strafzölle auf EU-Mitgliedstaaten im Zusammenhang mit dem Grönland-Konflikt, verdeutlichen, wie schnell politische Entscheidungen das Marktumfeld beeinflussen können. Entsprechende Gegenmaßnahmen der EU könnten die Volatilität an den Märkten temporär erhöhen.
Für die Kapitalmärkte insgesamt spricht dieses Umfeld dennoch für weiterhin attraktive Chancen sowohl an den Aktien- als auch an den Anleihemärkten. Gleichzeitig gewinnt ein selektiver Ansatz zunehmend an Bedeutung. Bewertung, Qualität und aktives Risikomanagement rücken stärker in den Vordergrund und bleiben entscheidend, um in einem von Unsicherheit geprägten Umfeld langfristig stabile Erträge zu erzielen.
Unternehmensentwicklung
Die Ginmon Gruppe verwaltet inzwischen knapp eine halbe Milliarde Euro und operiert auf Gruppenebene profitabel. Damit wurde 2025 nicht nur weiteres Wachstum erzielt, sondern auch die wirtschaftliche Basis des Unternehmens nachhaltig gestärkt. Die Kombination aus skalierbaren Prozessen, effizienter Technologie und einem klar fokussierten Produktangebot bildet das Fundament für die weitere Entwicklung.
Mit Blick nach vorn steht insbesondere die neue Infrastruktur im Mittelpunkt. Diese ist inzwischen hoch skalierbar und bereits in über elf Ländern ausgerollt. In diesem und im kommenden Jahr wird sie schrittweise auch Bestandskunden zur Verfügung gestellt, um von den verbesserten technischen und funktionalen Möglichkeiten zu profitieren. Alle neuen Einzelkonten werden bereits vollständig auf der neuen Infrastruktur eröffnet, ebenso wie neue Kontentypen, darunter Kinder- und Vorsorgekonten (Frühstartrente), volldigitale Firmenkonten sowie Gemeinschaftskonten. Zudem ist für das laufende Jahr ein Update der bestehenden Ginmon Anlagestrategien vorgesehen; weiterführende Informationen hierzu folgen im Laufe des Jahres. Mit Blick auf die Altersvorsorge plant Ginmon darüber hinaus den Start eines förderfähigen Altersvorsorgedepots inklusive Auszahlungsplan ab dem 01.01.2027.
Fazit
Das vergangene Jahr war geprägt von hoher Volatilität, geopolitischen Unsicherheiten und geldpolitischen Wendepunkten. Trotz deutlicher Rücksetzer im ersten Halbjahr bewährte sich ein ruhiger und disziplinierter Ansatz: Die Kapitalmärkte erholten sich im weiteren Jahresverlauf spürbar, sämtliche Verluste wurden ausgeglichen und das Jahr insgesamt klar positiv abgeschlossen.
Unsere Ginmon Strategien zeigten sich in diesem Umfeld robust und widerstandsfähig. Breite Diversifikation, konsequentes Rebalancing und eine ausgeprägte Value-Prämie trugen maßgeblich dazu bei, Schwankungen abzufedern und an der Erholung der Märkte überproportional zu partizipieren.
Unsere Empfehlung für Sie:
Ruhe bewahren: In Phasen intensiver Berichterstattung über Krisen und Risiken werden negative Entwicklungen häufig überbetont (Negativity Bias). Diese kurzfristige mediale Verzerrung verstärkt Unsicherheit, ändert jedoch nichts an den langfristigen Ertragsmechanismen der Kapitalmärkte. Wer ruhig bleibt und der gewählten Strategie folgt, vermeidet typische Fehlentscheidungen in volatilen Marktphasen.
Liquidität sinnvoll nutzen: Das weiterhin niedrige Zinsniveau macht deutlich, dass überschüssige Liquidität langfristig an Attraktivität verliert. Breit gestreute Kapitalmarktanlagen bleiben entscheidend, um reale Renditen zu erzielen und an globalen Wachstumsimpulsen zu partizipieren.
Wenn Sie Ihre Anlagestrategie überprüfen oder zusätzliches Kapital investieren möchten, steht Ihnen unser Team jederzeit gerne zur Verfügung.
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