Bid-Ask-Spread (Börse)

Der Spread, hier insbesondere der Bid-Ask-Spread (Geld-Brief-Spanne), bezeichnet die Differenz zwischen Geld- und Briefkurs. Der Geldkurs wird auch „bid“ und der Briefkurs „ask“ genannt. Dieser fällt für Wertpapiere wie Aktien, aber genauso auch für den Handel mit Edelmetallen und Devisen (ausländische Währungen), an. Der Spread erhöht die Transaktionskosten für den Erwerb eines Wertpapiers. Dabei ist er nicht festgelegt, sondern variiert und hängt insbesondere von der Liquidität des Wertpapiers ab. Der Spread ist die Gewinnspanne der Kreditinstitute und Börsen, woraus auch folgt, dass er nicht negativ sein kann, beziehungsweise, dass der Briefkurs immer höher sein wird als der Geldkurs.

Was ist der Geld- und Briefkurs (Bid und Ask)?

Der Begriff „bid“ kann mit „bieten“ übersetzt werden. Der Begriff „ask“ entspricht hier dem „nachfragen“. Damit wird auch schon deutlich, für wen welcher Kurs gilt. Möchte jemand zum Beispiel seine Aktien oder ETFs verkaufen, so wird der geringste Preis, zu dem jemand bereit ist, zu verkaufen, der „ask“-Kurs (ask Preis), also Briefkurs, sein. Zu diesem Briefkurs kann diese Aktie dann gekauft werden.

Möchten man hingegen eine Aktie kaufen, so kann man über ein Limit beziehungsweise eine Limit-Order den Preis angeben, die man höchstens bereit ist, zu zahlen. Dies entspricht dem Geldkurs („bid“-Kurs oder auch bid Preis). Dies ist der Kurs, den Verkäufer für den Verkauf einer Aktie erhalten.

Faktoren für die Höhe des Spreads

Der Spread kann sich bei verschiedenen Wertpapieren und Handelszeiten deutlich unterscheiden. Dies ist vorwiegend auf die folgenden Faktoren zurückzuführen:

  1. Das Angebot: Wie viele Wertpapiere werden zum Verkauf angeboten?
  2. Die Nachfrage: Wie viele Interessenten gibt es für das spezielle Wertpapier?
  3. Wie hoch ist die Handelsintensität? Gibt es ein großes Volumen oder handelt es sich beispielsweise um einen kleinen Nebenwert, der nur sehr selten gehandelt wird?

Es hängt folglich insbesondere von der Anzahl an Käufern und Verkäufern, als auch von der Verteilung zwischen den beiden Gruppen ab, inwiefern die Differenz zwischen Bid- und Ask-Kurs über den Handelstag hinweg variiert. Sieht die Mehrheit der Marktakteure zum Beispiel in einem Titel ein zu hohes Risiko für den aktuellen Preis, so wird sich dies in einer höheren Konzentration auf der Verkäuferseite widerspiegeln, wodurch gleichzeitig, aufgrund des vorhanden Ungleichgewichts auf Käufer- und Verkäuferseite, ein höherer Spread entsteht.

Generell gilt: Je liquider eine Aktie oder ein Fonds sind, desto enger ist die Geld-Brief-Spanne. Umgekehrt gilt: Je geringer die Liquidität einer Aktie oder eines Fonds ist, desto größer ist die Spanne zwischen Geld- und Briefkurs. Es ist nicht ungewöhnlich, dass weit gehandelte Aktien wie etwa Google einen Geld- und Briefkurs von einem einzigen Cent haben.

Wie werden Spreads berechnet?

Normalerweise kann man feststellen, dass die Spreads einerseits bei großen, liquiden Werten deutlich geringer sind, also ein sogenannter „enger Spread“ vorliegt, als bei kleineren illiquiden Werten.

Praxisbeispiel

Die Siemens-Aktie (DAX) wies am 29.04.2020 folgende Geld- und Briefkurse an der elektronischen deutschen Börse XETRA auf: Geld: 87,93 € | Brief 87,94 €

Der Spread beträgt hier also absolut 1 Cent. Dies sind 0,01 % (0,01/87,93). Der Umsatz der Siemens Aktie auf XETRA betrug bis zu der Zeit der Feststellung 223 Mio. Euro. 

Diese Werte vergleichen wir nun mit einer deutlich weniger liquiden Aktie, der Heidelberger Druckmaschinen AG (SDAX). Die Geld- und Briefkurse am 29.04.2020 an der Börse XETRA waren wie folgt: Geld: 0,671 € | Brief: 0,673 €

Der Spread beträgt hier also 0,002 €. Dies ist absolut zwar deutlich geringer, relativ betrachtet sind dies jedoch 0,3 %, also deutlich höher als die 0,01 % bei der Siemens-Aktie. Die Ursache hierfür liegt insbesondere darin, dass diese Aktie deutlicher illiquider ist. Bis zu der Zeit der Feststellung wurde nur ein Volumen von 679.000 Euro an der elektronischen Börse XETRA gehandelt.

Vorteile von ETFs in Hinblick auf den Bid-Ask-Spread

ETFs zeichnen sich allgemein durch niedrige Handelskosten aus. Der Spread ist nämlich bei den meisten ETFs sehr gering, weswegen der An- und Verkauf von ETFs vergleichsweise sehr niedrig ist. Besonders liquide ETFs weisen teilweise an den Börsen lediglich einen Bid-Ask-Spread von etwa 10% auf. Ginmon setzt unter anderem aus diesem Grund auf global diversifizierte Portfolios mit ETFs. Neben den niedrigen Kosten, können ETFs sowohl ganze Indizes, wie zum Beispiel den deutschen DAX , als auch einzelne Märkte replizieren. 

Fazit: Wie können Anleger hohe Spread-Kosten vermeiden?

Wer schon einmal aktiv und auf täglicher Basis Aktienhandel betrieben hat, weiß, dass die Handelsgebühren der größte Feind der Rendite sind. Doch wie genau beeinflussen Spreads die eigene Rendite?

Jede platzierte Order kann Latenzen ausgesetzt sein oder Slippage erfahren. In der Zeit zwischen Platzierung der Order und deren Ausführung kann sich der Bid-Ask-Spread zudem ausweiten. In der Regel gibt es keine Möglichkeit, eine Order zu stornieren oder zu verhindern, dass ein maklerseitiger Stop-Loss-Feuer wegen einer Spread-Ausweitung ausgelöst wird.

Um die Spread-Kosten zu minimieren oder es zumindest zu versuchen, gibt es dennoch einige einfache Tipps:

  • Bevor eine Marktorder platziert wird, ist es hilfreich, den Spread sowie die Änderung einige Minuten lang zu überprüfen,
  • Wirtschaftliche Ankündigungen gilt es ebenfalls beim Marktein- und Austritt zu vermeiden,
  • Die Platzierung von Aufträgen während der Markteröffnung oder -schließung kann sehr riskant sein,
  • Vermeiden Sie den Markteintritt oder Marktaustritt während wirtschaftlicher Ankündigungen,
  • Außerdem: Der Handel in den wenigen Minuten vor dem Stundenanfang oder Stundenende ist meist die Zeit, in der sich die wichtigsten Pressemitteilungen befinden und sich die Spreads häufig ausweiten.