Was ist Xetra?

Als Xetra bezeichnet man einen börslichen Handelsplatz von der Frankfurter Wertpapierbörse. Die Abkürzung Xetra steht für Exchange Electronic Trading. Es stellt den bedeutendsten Börsenhandelsplatz in Deutschland dar – mit einem Marktanteil von mehr als 90 % im Aktienhandel und bei ETFs.

Xetra als Börsenhandelsplatz

Europaweit erreicht Xetra in den DAX-Werten einen Marktanteil von etwa 60 %. Die Preise, die auf Xetra veröffentlicht werden, dienen als Basis zur Berechnung des DAX (deutscher Aktienindex). Sowohl das Xetra-Logo als auch die Wortmarke sind geschützt – als Marke der Deutsche Börse AG.

Eine Wertpapierorder wird am Handelsplatz Xetra durch hohe Umsätze zu marktgerechten Preisen schnell ausgeführt. Unterstützt wird dieses Prinzip zudem durch sogenannte Liquiditätsspender, welche sich dazu verpflichten, verbindliche An- und Verkaufspreise zu erstellen, um so für zusätzliche Liquidität und damit auch für faire Preise zu sorgen.

Der Börsenhandel läuft vollkommen elektronisch ab, weswegen es zu Teilausführungen von Aufträgen kommen kann. Durch diese Teilausführungen entstehen für Online-Broker und Banken aber keine zusätzlichen Transaktionskosten. Die meisten der Anbieter stellen auch ihren Kunden keine Teilausführungen zusätzlich in Rechnung.

Entwicklung der Handelstechnologie

Bereits in der Entwicklungsphase der Xetra-Handelstechnologie wurde diese als Markenprodukt positioniert. Grund dafür war die Absicht, die Technologie bei den Handelsteilnehmern sowie der Öffentlichkeit besser zu positionieren und auch an verschiedene andere Börsenbetreiber zu lizenzieren. Die Konzeption sowie die technische Umsetzung der Technologie von Xetra wurden von Andersen Consulting sowie Deutsche Börse Systems durchgeführt im Auftrag der Deutschen Börse AG. Die Handelstechnologie basiert auf der Technologie von Eurex.

Schutzmechanismen und Aufsicht

Der Handel erfolgt am Handelsplatz Xetra nach klar definierten Regeln, an die sich alle Teilnehmer halten müssen. Um sowohl Mistrades zu vermeiden, als auch die Preiskontinuität zu verbessern, wurden zudem verschiedene Schutzmechanismen am Handelsplatz Xetra eingeführt. Hierzu zählt die Market Order Unterbrechung, die Liquiditätsunterbrechung sowie die Volatilitäts-Unterbrechung.

Eine unabhängige Marktaufsicht sorgt zusätzlich dafür, dass die Regeln eingehalten werden. Diese besteht aus der Handelsüberwachungsstelle, der sogenannten Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sowie der Börsenaufsichtsbehörde des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung.

Wertpapierzulassung bei Xetra

Um Wertpapiere an der Frankfurter Wertpapierbörse und an deren Handelsplätzen – der Börse Frankfurt sowie Xetra – zuzulassen, benötigt es keiner separaten Zulassung. Die am Handelsplatz Xetra neu gelisteten Wertpapiere werden automatisch an der Börse Frankfurt mit einbezogen.

Kooperationspartner von Xetra

In Frankfurt am Main betreibt die Deutsche Börse AG zwei Handelsplätze, die auf der Handelstechnologie von Xetra basieren:

  • Xetra stellt den Referenzmarkt für ETFs und deutsche Aktien dar. Darüber hinaus sind hier handelbar: Exchange-Traded Commodities (ETCs), Exchange Traded Notes sowie Active Exchange-Traded Funds.
  • Die Börse Frankfurt, die die migrierte Derivatebörse Börse Frankfurt Zertifikate AG einschließt, wurde im Jahr 2011 auf die Handelstechnologie von Xetra umgestellt.

Seit 1999 wird die Xetra-Handelstechnologie zudem an der Wiener Börse genutzt. Ebenfalls genutzt wird die Technologie an der Prager Börse, der Budapester Börse, an der Bulgarischen Börse, an der Irish Stock Exchange sowie an der Zagreber Börse. Zudem wurde Xetra an der Ljubljana Stock Exchange eingeführt sowie an der Malta Stock Exchange und der Cayman Islands Stock Exchange. Auch die Eurex Bonds, also die Deutsche Handelsplattform für Staatsanleihen, verwendet Xetra. Auf Basis von Xetra wurde zudem das New York Trading System entwickelt, welches an der Shanghai Stock Exchange genutzt wird.