Quartalsbericht Q3/2026

Q3/2026

Q3/2026

Eskalation im Iran-Konflikt, Energiepreisanstieg und die Zinserhöhungen der Notenbanken


Dieser Quartalsbericht bezieht sich auf den Stand zum 30. September 2026. Es werden die Entwicklungen und Herausforderungen im dritten Quartal dieses Jahres analysiert und zum Schluss ein Ausblick auf die sich verändernden Marktbedingungen ab Oktober 2026 gegeben. Insbesondere werden die Auswirkungen politischer und wirtschaftlicher Veränderungen sowie geldpolitische Entscheidungen beleuchtet.


Die Entspannung des Frühsommers hielt nicht lange. Anfang Juli scheiterte die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran, die Straße von Hormus wurde erneut weitgehend gesperrt, und Angriffe trafen die Energieinfrastruktur der Region. Zugleich stiegen die Preise für Öl und Gas kräftig, und auch der Inflationsdruck in der Eurozone nahm zu.


Die Geldpolitik wurde restriktiver: Sowohl die Europäische Zentralbank (EZB) als auch die US-Notenbank Fed erhöhten im September ihre Leitzinsen. Die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen stiegen in den USA und in Deutschland deutlich. An den Aktienmärkten verlief das Quartal uneinheitlich, nach Regionen und Sektoren ebenso wie nach Anlagestilen. Gemessen an den Standardindizes lagen Substanzwerte (Value) vor Wachstumswerten (Growth), Nebenwerte (Size) schnitten dagegen deutlich schwächer ab.

Unsere Ginmon-Anlagestrategien schlossen das dritte Quartal knapp im Plus ab. Global 10 erzielte +0,1 %, Green 10 +0,6 %. Damit blieben beide Strategien in diesem Quartal hinter den großen Vergleichsindizes zurück. Ausschlaggebend waren vor allem Nebenwerte (Size) und europäische Aktien, die nach einem starken ersten Halbjahr nachgaben. Seit Jahresbeginn liegt Global 10 mit +21,2 % weiterhin deutlich im Plus.


In diesem Quartalsbericht geht es um die folgenden drei Themen:

  1. Performance:

Global 10 erzielte im dritten Quartal +0,1 %, Green 10 +0,6 %. Beide Strategien lagen damit hinter DAX (+0,8 %), MSCI ACWI (+2,0 %) und S&P 500 (+2,6 %), gemessen an in Euro notierten ETFs. Seit Jahresbeginn steht Global 10 bei +21,2 %, seit Auflage 2016 bei einer Gesamtrendite von +183,4 %.

  1. Inflation und Zinspolitik:

Die Inflation in der Eurozone stieg im September auf 3,8 %, den höchsten Stand seit 2023. EZB und Fed hoben im September ihre Leitzinsen an, auf einen Einlagensatz von 2,50 % beziehungsweise einen Korridor von 3,75–4,00 %. Weitere Anhebungen sind nicht ausgeschlossen, Zinssenkungen sind vorerst nicht in Sicht.

  1. Globale Impulse:

Die erneute Eskalation im Iran-Konflikt verteuerte Brent-Rohöl um rund ein Drittel auf rund 98 USD und europäisches Erdgas um rund zwei Drittel. Die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen stiegen deutlich. An den Aktienmärkten lagen Substanzwerte (Value) vorn, Nebenwerte (Size) fielen dagegen klar zurück.



Wie haben sich unsere Strategien entwickelt?


Nach dem kräftigen zweiten Quartal verlief das dritte Quartal für unsere Anlagestrategien verhalten. Global 10 schloss mit +0,1 % ab, Green 10 legte um +0,6 % zu. Bei Green 10 entwickelten sich die eingesetzten Nebenwerte- und Value-Bausteine im dritten Quartal besser als die entsprechenden Bausteine von Global 10. Der DAX gewann im selben Zeitraum +0,8 %, der MSCI ACWI +2,0 % und der S&P 500 +2,6 %, jeweils gemessen an in Euro notierten ETFs. Die Grafik zeigt die Renditen des dritten Quartals 2026 im direkten Vergleich.



Bei Global 10 entwickelten sich die einzelnen Bausteine im dritten Quartal unterschiedlich. Nebenwerte (Size) und europäische Aktien gaben nach, Aktien aus Schwellenländern blieben nahezu unverändert. Der US-Aktienbaustein und der Value-Baustein entwickelten sich dagegen positiv. Zusammen machen Nebenwerte, Schwellenländer und europäische Aktien knapp zwei Drittel der Zielallokation aus. Ihre Schwäche erklärt den Rückstand gegenüber den Vergleichsindizes, die überwiegend große Standardwerte abbilden. Breite Streuung heißt auch, dass in manchen Quartalen einzelne Bausteine hinter dem Markt zurückbleiben. Gerade in Zeiten, in denen einzelne Märkte, Sektoren oder Regionen stark schwanken, zeigt sich die Stärke eines regelbasierten, langfristig ausgerichteten Portfolios.


Von Januar bis September erzielte Global 10 +21,2 % und lag damit vor den Vergleichs-ETFs auf den DAX (+2,3 %), MSCI ACWI (+16,2 %) und S&P 500 (+15,6 %), jeweils in Euro. Green 10 kam im selben Zeitraum auf +17,5 %. Global 10 hat seit Auflage im Jahr 2016 eine Gesamtrendite von +183,4 % erzielt und damit das Niveau des Vorquartals gehalten. Ein schwächeres Quartal gehört zu jeder langfristigen Geldanlage: Wer diszipliniert investiert bleibt, hat historisch gesehen gute Voraussetzungen, langfristig belohnt zu werden. Die Grafik zeigt die Wertentwicklung von Global 10 seit Auflage.



Wie geht es mit Inflation und Zinsen weiter?


Ein zentraler Treiber der Inflationsentwicklung im dritten Quartal waren erneut die Energiepreise. Der Konflikt im Nahen Osten sorgte dabei für zusätzlichen Preisdruck und prägte auch die geldpolitische Debatte.


In der Eurozone stieg die Inflationsrate von 2,8 % im Juni über 2,9 % im Juli und 3,2 % im August auf 3,8 % im September. Das ist der höchste Stand seit 2023 und liegt deutlich über dem Wert von 3,2 % aus dem Mai, dem bisherigen Höchststand des Jahres. Besonders stark stiegen die Energiepreise: Sie lagen im September um 18,9 % über dem Vorjahr, nach 14,3 % im August. Die Kerninflation, die Energie, Lebensmittel, Alkohol und Tabak ausklammert, lag bei 2,5 % im Juli, 2,4 % im August und 2,5 % im September. Sie veränderte sich damit kaum und blieb über der Marke von 2 %. Bei Dienstleistungen zog die Teuerung im September auf 3,2 % an, nach 3,0 % im August.


In den USA lag die Inflationsrate im August bei 3,4 %, die Kernrate bei 2,4 %. Im Monatsvergleich stiegen die Verbraucherpreise um 0,4 %. Der von der Fed bevorzugte Preisindex der privaten Konsumausgaben (PCE) lag im August ebenfalls bei 3,4 %, ohne Energie und Lebensmittel bei 3,0 %.

Die Grafik zeigt den Verlauf der Inflation in der Eurozone und den USA seit 2019 einschließlich der OECD-Projektion bis 2027. Auch EZB und Fed rechnen in ihren jeweiligen Projektionen für 2027 mit einem Rückgang der Inflation.




EZB: Zweite Zinsanhebung des Jahres, Einlagensatz bei 2,50 %


Nach einer Pause im Juli hob die EZB den Einlagensatz am 10. September um 25 Basispunkte von 2,25 % auf 2,50 % an. In ihren neuen Projektionen erwartet sie für 2026 unverändert eine Inflation von 3,0 %. Für 2027 und 2028 hob sie die Erwartung gegenüber Juni an, von 2,3 % auf 2,5 % und von 2,0 % auf 2,1 %. Damit läge die Teuerung auch 2028 noch leicht über dem Zielwert von 2 %.


Bundesbankpräsident Joachim Nagel nannte es am 11. September zu früh, über weitere Zinserhöhungen zu spekulieren. Eine Geldpolitik, die die Wirtschaft leicht bremst, schloss er aber nicht aus.



Die Grafik zeigt den EZB-Einlagensatz jeweils zum Quartalsende seit 2021. Ende September 2026 lag er bei 2,50 %, Ende Juni bei 2,25 %.


Fed: Erste Zinsanhebung seit 2023, Leitzins bei 3,75–4,00%


Die US-Notenbank Fed hielt ihren Leitzins im Juli noch bei 3,50–3,75 %. Drei Mitglieder stimmten allerdings bereits für eine Anhebung um 25 Basispunkte. Am 16. September folgte dann einstimmig der Schritt auf 3,75–4,00 %, die erste Anhebung seit 2023. Zwar ist die Inflation in den USA seit dem Frühjahr gesunken (Mai: 4,2 %), sie liegt aber schon zu lange über dem Zielwert, und die Kernrate des PCE-Index ist mit 3,0 % weiterhin deutlich erhöht.


Die neuen Projektionen der Fed-Mitglieder sehen die Inflation, gemessen am PCE-Index, bei 3,7 % für 2026 und 2,3 % für 2027. Damit liegt sie weiter über dem Zielwert von 2 %. Für den Leitzins liegt der mittlere Wert (Median) Ende 2026 und Ende 2027 jeweils bei 4,1 %. Das entspricht einer weiteren Anhebung um 25 Basispunkte bis Jahresende. Eine Senkung sieht der Median auch für 2027 nicht vor. Für Anleger heißt das: Die September-Projektionen der Fed signalisieren vorerst keine Zinssenkungen. Höhere Leitzinsen können Sparzinsen und Renditen bei Neuanlagen stützen. Bestehende Anleihen bleiben anfällig für Kursverluste, wenn die Marktrenditen weiter steigen.


Was bewegt die Märkte?


Aktienmärkte


Die Aktienmärkte legten im dritten Quartal nur moderat zu, der Verlauf war jedoch unruhig. Der MSCI ACWI, der Industrie- und Schwellenländer umfasst, gewann von Ende Juni bis Ende September in US-Dollar +1,6 %. 


Ende Juli gerieten Halbleiter- und KI-Werte unter starken Verkaufsdruck. Im August erholten sich die Technologiewerte, gestützt von starken Unternehmenszahlen. Laut dem Finanzdatenanbieter FactSet lag die durchschnittliche Gewinnüberraschung der bis dahin berichtenden Unternehmen im S&P 500 Anfang August über dem bisherigen Rekord seit Beginn der Erhebung 2008. In Europa erreichten DAX und STOXX Europe 600 im August neue Rekordstände.


Im September gaben die europäischen Börsen nach, belastet von erhöhten Anleiherenditen und anhaltenden Inflationssorgen. Der STOXX Europe 600 schloss das Quartal leicht im Minus. In den USA gewann der S&P 500 im Quartal rund 2,7 % in US-Dollar, während der Nasdaq 100 nach dem Rückschlag im Juli wieder etwa auf dem Ausgangsniveau lag. Für breit gestreute Portfolios brachte das Quartal damit Gegenwind, denn die Zuwächse konzentrierten sich vor allem auf große US-Werte, während Europa und Nebenwerte zurückblieben. Solche Phasen nehmen wir bewusst in Kauf, weil eine breite Streuung das Risiko über viele Märkte verteilt, statt auf wenige Gewinner zu setzen.



Anleihen und Währungen


Die Anleihemärkte standen im dritten Quartal im Zeichen deutlich steigender Renditen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg von 4,44 % Ende Juni auf 5,29 % Ende September und lag damit 85 Basispunkte (0,85 Prozentpunkte) höher als zu Quartalsbeginn. Bei zehnjährigen Bundesanleihen erhöhte sich die Rendite im selben Zeitraum von 2,84 % auf 3,58 % und damit um 74 Basispunkte. Auch bei kurzen Laufzeiten, etwa bei zweijährigen Staatsanleihen, lagen die Renditen in beiden Märkten zum Quartalsende spürbar höher. Zugleich hoben im September sowohl die EZB als auch die Fed ihre Leitzinsen an. Da die Kurse bereits ausgegebener Anleihen sinken, wenn die Renditen steigen, standen die Anleihekurse über das Quartal betrachtet unter Druck. Die Kehrseite: Höhere Marktrenditen bieten bei Neuanlagen in Anleihen bessere Ertragschancen. 


Am Devisenmarkt gab der Euro gegenüber dem US-Dollar leicht nach. Ende September kostete ein Euro 1,1327 US-Dollar, Ende Juni waren es noch 1,1422 US-Dollar. Das entspricht einem Rückgang von rund 0,8 %. Für Anleger aus dem Euroraum erhöhte der stärkere US-Dollar den in Euro gemessenen Wert nicht währungsgesicherter Anlagen in US-Dollar. 


Rohstoffpreise


Ein prägender Rohstofftrend des Quartals war der erneute Anstieg der Energiepreise. Brent-Rohöl, gemessen am nächstfälligen Terminkontrakt, verteuerte sich von rund 73 USD Ende Juni auf rund 98 USD Ende September und damit um rund ein Drittel. Nach Darstellung der US-Energiebehörde EIA zogen die Preise an, nachdem Anfang Juli die militärischen Angriffe wieder aufgenommen worden waren. Ende Juli überschritt Brent die Marke von 100 USD, lag danach aber bis Anfang September darunter. Die Schwankungen in dieser Phase spiegelten laut EIA vor allem öffentliche Äußerungen aus den USA, dem Iran und der Region zu militärischen Plänen und zu den Aussichten auf ein Friedensabkommen sowie die Ölflüsse durch die Straße von Hormus wider. Nach einer erneuten Eskalation militärischer Angriffe auf Energieanlagen im Nahen Osten stieg der Preis Anfang September wieder über 100 USD. Mitte September erreichte Brent sein Quartalshoch. Das Quartal zeigt erneut, wie stark Energiepreise auf geopolitische Nachrichten reagieren und wie schwer sich ihr Verlauf vorhersagen lässt.


Auch europäisches Erdgas wurde spürbar teurer. Der Preis am niederländischen Handelspunkt TTF, dem maßgeblichen Referenzpreis für Erdgas in Europa, stieg im Quartal von rund 44 auf rund 72 Euro je Megawattstunde und damit um rund zwei Drittel.


Gold entwickelte sich verhaltener. Der Preis je Feinunze stieg im Quartal um 3,8 % von 4.006 auf 4.156 USD. Ein neues Rekordniveau erreichte das Edelmetall dabei nicht.


Die Grafik zeigt die Entwicklung von Öl, Gold und globalen Aktien im dritten Quartal 2026 anhand ausgewählter börsengehandelter Produkte. Dargestellt sind die prozentualen Veränderungen seit Ende Juni auf Basis von Xetra-Schlusskursen in Euro. Abweichungen zu den übrigen Angaben im Bericht ergeben sich aus unterschiedlichen Instrumenten, Währungen und Bewertungszeitpunkten.



Geopolitische Unsicherheiten


Die geopolitischen Risiken blieben auch im dritten Quartal ein wichtiger Einflussfaktor für die Energie- und Rohstoffmärkte. Anfang Juli scheiterte die zuvor zwischen den USA und Iran vereinbarte Waffenruhe, und die Kampfhandlungen wurden wieder aufgenommen.


Besondere Bedeutung hatte erneut die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Routen für den weltweiten Ölhandel. Iran erklärte die Meerenge am 11. Juli bis auf Weiteres für geschlossen. Der tatsächliche Schiffsverkehr war stark eingeschränkt, kam jedoch nicht vollständig zum Erliegen. Am 14. Juli nahm das US-Militär zudem die Seeblockade für Schiffe auf dem Weg zu oder von iranischen Häfen wieder auf.


Im September war auch die regionale Energieinfrastruktur betroffen. Nach mehreren Angriffen wurde die saudische East-West-Pipeline vorübergehend abgeschaltet und am 22. September mit reduzierter Leistung wieder in Betrieb genommen. Die Entwicklungen im Nahen Osten blieben damit eng mit erhöhten Risiken für die globale Energieversorgung verbunden.


Faktoren Value und Size


Substanzwerte (Value) und Nebenwerte (Size) entwickelten sich im dritten Quartal unterschiedlich. Der MSCI World Value, der günstig bewertete Unternehmen aus Industrieländern abbildet, legte in US-Dollar um +3,8 % zu. Der MSCI World Growth für Wachstumswerte (Growth) blieb nahezu unverändert. Value lag damit rund 3,9 Prozentpunkte vor Growth und rund 2,0 Prozentpunkte vor dem MSCI World. Auch in Europa schnitt Value mit rund 4,9 Prozentpunkten Vorsprung besser ab als Growth.


Nebenwerte blieben im dritten Quartal klar hinter dem Gesamtmarkt zurück. Der MSCI World Small Cap kam in US-Dollar auf −3,7 % und lag damit rund 5,6 Prozentpunkte hinter dem MSCI World mit +1,9 %. Bezieht man die Schwellenländer ein, betrug der Rückstand rund 4,8 Prozentpunkte. Seit Jahresbeginn liegen globale Nebenwerte etwa auf Marktniveau. Was im zweiten Quartal Rückenwind war, wurde im dritten Quartal zum Gegenwind. Unsere Anlagestrategien setzen bewusst auf beide evidenzbasierten Faktoren, Value und Size, da sie sich über lange Zeiträume hinweg als robust und renditesteigernd erwiesen haben. Faktorprämien zeigen sich über Jahre, nicht in jedem einzelnen Quartal. Auch wenn einzelne Faktoren kurzfristig unter Druck geraten, trägt ihre Kombination zur Risikostreuung bei und eröffnet langfristig zusätzliche Renditechancen.


Die folgende Grafik vergleicht die Wertentwicklung ausgewählter MSCI-Indizes im dritten Quartal 2026. Sie zeigt die unterschiedliche Entwicklung von Value-, Growth- und Small-Cap-Aktien gegenüber dem breiten Weltaktienmarkt. Die Stilindizes dienen dabei als Näherung für Value und Size; ihre Renditeunterschiede sind nicht mit wissenschaftlich berechneten Faktorprämien gleichzusetzen.




Blick nach vorn


Im vierten Quartal 2026 stehen mehrere Weichenstellungen an:

  • Zinspfad der Fed: Die Projektionen der US-Notenbank vom September sehen den Leitzins Ende 2026 im Median bei 4,1 %. Zwölf der 18 Teilnehmenden an den September-Projektionen halten bis Jahresende eine weitere Anhebung um 25 Basispunkte für angemessen, vier weitere eine Anhebung um insgesamt 50 Basispunkte. Auch das am 7. Oktober veröffentlichte Protokoll der Septembersitzung deutet darauf hin, nennt aber keinen Zeitpunkt. Die Fed tagt am 27./28. Oktober und am 8./9. Dezember.


  • EZB: Nach der Anhebung des Einlagensatzes auf 2,50 % legt sich die EZB auf keinen weiteren Zinspfad fest und will anhand neuer Daten entscheiden. Sie tagt am 28./29. Oktober und am 16./17. Dezember.


  • Energieversorgung: Die US-Energiebehörde EIA prognostiziert für das vierte Quartal einen Brent-Spotpreis (Preis für sofort lieferbares Rohöl) von durchschnittlich 105 USD je Barrel. Die EU-Gasspeicher waren Anfang Oktober nach vorläufigen Angaben zu rund 72,8 % gefüllt, weniger als vor einem Jahr. Sieben Länder der Förderallianz OPEC+ beließen am 4. Oktober ihre Förderziele für November auf Septemberniveau und beraten am 1. November erneut.


  • Unternehmensgewinne: Seit Mitte Oktober berichten die Unternehmen über das dritte Quartal. Zum 2. Oktober erwarteten Analysten laut FactSet für den S&P 500 ein Gewinnwachstum von 29,5 % gegenüber dem Vorjahresquartal, für das vierte Quartal von 27,6 %. Entscheidend wird, ob die Ergebnisse diese Schätzungen bestätigen.


  • Nebenwerte: Nach dem Rückschlag im dritten Quartal ist offen, ob Nebenwerte (Size) wieder Anschluss an den Gesamtmarkt finden. Höhere Zinsen belasten kleinere Unternehmen oft stärker, eine breitere Marktentwicklung würde ihnen dagegen zugutekommen.


Für Anleger bedeutet dies: Das Umfeld bleibt volatil und von kurzfristigen Nachrichten geprägt. Die Kombination aus globaler Diversifikation, klaren Risikoregeln und einer wissenschaftlich fundierten Anlagestrategie bleibt eine solide Grundlage, um auch solche Phasen gelassen zu überstehen.



Fazit


Das dritte Quartal 2026 war von geopolitischen Spannungen, steigenden Energiepreisen, zunehmendem Inflationsdruck und einer restriktiveren Geldpolitik geprägt. Die erneute Eskalation zwischen den USA und dem Iran, kräftig steigende Preise für Öl und Gas sowie Zinserhöhungen von EZB und Fed bestimmten das Bild. Die großen Vergleichsindizes legten im Quartal dennoch zu, bei uneinheitlicher Entwicklung nach Regionen, Sektoren und Anlagestilen.


Unsere Strategien beendeten das Quartal knapp im Plus. Global 10 erzielte +0,1 %, Green 10 +0,6 %. Die Vergleichsindizes DAX, MSCI ACWI und S&P 500 legten im selben Zeitraum zwischen +0,8 % und +2,6 % zu. Im bisherigen Jahresverlauf lag Global 10 dagegen vor allen drei Vergleichs-ETFs. Global 10 hat seit Auflage im Jahr 2016 eine Gesamtrendite von +183,4 % erzielt.


Zwei Grundprinzipien für Sie:

  • Investiert bleiben statt Timing versuchen: Geopolitische Entwicklungen, Energiepreise und Notenbankentscheidungen haben das dritte Quartal geprägt und sind im Voraus oft schwer einzuschätzen. Wer Ein- und Ausstiegszeitpunkte an der aktuellen Nachrichtenlage ausrichtet, riskiert, Erholungsphasen zu verpassen. Ein langfristiger Anlageplan, der auch in unruhigen Phasen beibehalten wird, kann helfen, dieses Risiko zu begrenzen.


  • Reale Rendite im Blick behalten: Die Inflation in der Eurozone lag im September laut Eurostat bei 3,8 %. Für den Erhalt der Kaufkraft zählt die reale Rendite, also die um die Inflation bereinigte Rendite. Liegt die nominale Rendite einer Anlage unter der Inflationsrate, verliert das Vermögen real an Kaufkraft, auch wenn der Betrag nominal wächst. Beim Vergleich von Zinsangeboten und Anlageformen gehört die Teuerung deshalb immer mit in die Rechnung.


Die Entwicklung im dritten Quartal 2026 zeigt, wie schnell sich das Umfeld an den Kapitalmärkten verändern kann. Ruhig bleiben und der eigenen Strategie vertrauen: Dieses Prinzip bleibt eine wichtige Grundlage für den langfristigen Vermögensaufbau.


Wenn Sie Ihre Anlagestrategie überprüfen oder zusätzliches Kapital investieren möchten, steht Ihnen unser Team jederzeit gerne zur Verfügung.


Die Inhalte dieses Artikels stellen keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Dieser Artikel ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung und dient ausschließlich Diskussionszwecken. Die in diesem Artikel vertretenen Meinungen stellen die aktuelle Einschätzung von Ginmon dar, die sich ohne vorherige Ankündigung ändern kann. Ginmon übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit und Vollständigkeit der dargestellten Informationen. Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Wertentwicklungen. Geldanlagen am Kapitalmarkt sind mit Risiken verbunden. Bitte lesen Sie unseren Risikohinweis.


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