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Was ist der Buchwert eines Unternehmens?

Beim Buchwert eines Unternehmens handelt es sich um die Summe aller Vermögensgegenstände und Schulden, die zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet wurden und nach Handels- und Steuerrecht durch Ab- und Zuschreibungen korrigiert wurden. Etwas einfacher ausgedrückt stellt der Buchwert eines Unternehmens die Differenz zwischen dem Gesamtvermögen und den Gesamtverbindlichkeiten des Unternehmens dar. In einem alternativen Verfahren werden auch immaterielle Vermögensgegenstände zusätzlich vom Gesamtvermögen abgezogen.

Bedeutung des Buchwertes

Buchwerte entsprechen weitestgehend der Summe des Eigenkapitals einer Gesellschaft. Synonyme sind Nettobuchwert und Bilanzwert. Der Buchwert verändert sich über die Zeit, die Veränderung in der jeweiligen Zeitperiode wird als Buchgewinn oder Buchverlust bezeichnet.

Der Buchwert ist eine zentrale Größe der Unternehmensbewertung, also zur Bewertung vom aktuellen Wert des Unternehmens. Er gibt gewissermaßen die „Substanz“ eines Unternehmens wider. Jedoch muss hier darauf geachtet werden, dass unterschiedliche Branchen nicht oder nur schwer vergleichbar sind.

Das liegt unter anderem daran, dass beispielsweise ein IT-Dienstleister im Gegensatz zu einem Hersteller von Autos keine teuren Maschinen oder Produktionshallen in seiner Bilanz ausweist.

Insbesondere in schlechteren Zeiten werden Buchwerte für viele Investoren eine wichtigere Unternehmenskennzahl, da sie angeben, wie viel Erlöse aus der Auflösung, bzw. dem Verkauf eines Unternehmens aktuell entstehen würden. Dies ist zum Beispiel bei einer möglichen Insolvenz wichtig zu beachten.

Unterschied zum Zeitwert

Eine andere Methode zur Bewertung von Vermögensgegenständen stellt der sogenannte Zeitwert dar. Dieser berechnet sich wie folgt:

Zeitwert = Anschaffungswert – bisherige Abschreibungen + Wertkorrektur

Der Zeitwert beschreibt also den tatsächlichen Wert eines Anlageguts. Buchwert und Zeitwert können auch identisch sein, was aber jedoch nur äußerst selten vorkommt.

Probleme bei der Interpretation von Buchwerten

Buchwerte sind sicherlich eine wichtige Anhaltsgröße zur Einschätzung, ob ein Unternehmen „teuer“ oder „billig“ bewertet ist. Ein Problem ist, dass dieser nur innerhalb einer Branche gut verglichen werden kann. Der buchhalterische Buchwert leidet jedoch unter einigen Mängeln, wenn es darum geht, die Bewertung exakt zu messen.

Ein Risiko ist, dass dieser jederzeit nach Ermessen des Managements abgeschrieben werden. Außerdem können Unternehmen sowohl Aktiva als auch Passiva aus der Bilanz ausblenden, sodass sie sich nicht im buchhalterischen Buchwert widerspiegeln.

Zuletzt sind die Buchhaltungsregeln so konzipiert, dass sie die beste Schätzung des Liquidationswerts für Fremdkapitalgeber liefern, und nicht, um das Kapital zu messen, das zur Erzielung von Renditen eingesetzt wird. Genau das ist nämlich für Eigenkapitalgeber von größter Bedeutung.

Stille Reserven

Ein Problem bei der Betrachtung ist, dass individuelle Abweichungen nur schwer einbezogen werden können. Dies zeigt sich zum Beispiel bei der Betrachtung von stillen Reserven.

Beispiel:

Bei der Anschaffung einer Maschine im Wert von 2 Millionen Euro wird von einer Nutzungsdauer von 10 Jahren ausgegangen. Bei linearen Abschreibungen wird diese Maschine also nach 10 Jahren keinen Wert mehr in den Büchern des Unternehmens haben – es handelt sich dabei also nicht um Abschreibungen der tatsächlichen Wertentwicklung.

Es ist aber natürlich möglich, dass die Maschine auch nach 10 Jahren noch funktioniert und auch genutzt wird. Sie stellt also für das Unternehmen einen Vermögensgegestand dar, der einen positiven Wert hat. Bei dieser Differenz zwischen dem tatsächlichen Wert der Maschine und dem Buchwert, handelt es sich um eine stille Reserve.

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Berechnung:

Buchwert je Aktie = Buchwert / Anzahl der Aktien 

Alternativ:

Buchwert je Aktie = Eigenkapital (ohne Fremdanteile) / Anzahl der Aktien

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)

Noch aussagekräftiger ist das Kurs-Buchwert-Verhältnis, kurz KBV. Dieses setzt den Buchwert pro Aktie ins Verhältnis zum aktuellen Aktienkurs.

Ein niedriger KBV stellt beispielsweise ein Indiz für eine unterbewertete Aktie dar, ist aber kein fester Beweis. 

Hier erfahren Sie mehr über diese Finanzkennzahl.

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