Aktienanleihe

Aktienanleihen zählen, anders als der Name erwarten lässt, zu der Wertpapiergattung der Zertifikate. Aktienanleihen zahlen einen festgelegten Zinssatz, der an keine weiteren Bedingungen geknüpft ist. In dieser Hinsicht ähneln Aktienanleihen also Anleihen. Im Gegensatz zur klassischen Anleihe ist die Rückzahlung (Tilgung) einer Aktienanleihe vom Kurs des Basiswertes abhängig. Ab einer bestimmten Kurshöhe wird zum Nennbetrag getilgt. Dabei kann die Tilgung entweder bar oder in Form von Aktien erfolgen, dies darf der Emittent entscheiden. Liegt der Kurs des Basiswertes, also einer Aktie, am Laufzeitende unter einem anfangs festgelegten Preis, so erhält der Anleger nicht den vollen Betrag zurück. Im ungünstigsten Fall kann der Tilgungsbetrag auch 0 werden, nämlich dann, wenn die Aktien wertlos geworden sind.

Mehr Rendite als Anleihen, weniger Risiko als Aktien

Aktienanleihen sind eine Entwicklung der Finanzbranche, die sich hinsichtlich der Risiko- und Renditestruktur zwischen Anleihen und Aktien ansiedelt. Mit Anleihen erhalten Anleger meistens eine langfristig geringere Rendite, zu recht hoher Sicherheit. Mit Aktien erhalten Anleger langfristig eine bessere Rendite, müssen dafür aber ein höheres Risiko eingehen. Aktienanleihen bieten eine höhere Rendite als Anleihen, bergen im Gegenzug aber auch höhere Risiken als Anleihen im klassischen Sinne.

Generell hat eine Aktienanleihe ein besseres Risikoprofil als Aktien. Jedoch muss man hierzu beachten, dass es sich bei einer Aktienanleihe um ein Zertifikat handelt. Man ist also zusätzlich dem Emittentenrisiko ausgesetzt. Weiterhin sollten Aktienanleihen als komplexes Zertifikat nicht von Anfängern gehandelt werden.

Möchten auch Sie sorgenfrei im Alter sein?

ePaper: In 5 Schritten zur privaten Altersvorsorge

Erhalten Sie unseren Guide kostenfrei als PDF-Datei, wenn Sie sich für unseren Newsletter anmelden.

 

Merkmale der Aktienanleihe

1) Der Zinssatz einer Aktienanleihe ist üblicherweise höher als bei klassischen Unternehmens- und Staatsanleihen. Ein Unterschied ist zudem, dass Aktienanleihen auf einen Nennbetrag emittiert werden. Dieser beträgt häufig 1000 Euro.

2) Aktienanleihen werden üblicherweise mit einer Prozentnotierung gehandelt. Das heißt, eine Aktienanleihe kann z.B. zu 90% notieren. Bei einem Nennbetrag von 1000 Euro wäre die Aktienanleihe also noch 900 Euro wert.

3) Der Kurs des zugrundeliegenden Basiswertes, z.B. eine Aktie aus dem MDAX, bestimmt, in welcher Höhe die Aktienanleihe am Laufzeitende getilgt wird.

Liegt der Schlusskurs des Basiswertes mindestens auf dem anfangs festgelegten Basispreis, so wird der Nennbetrag zurückgezahlt.

Notiert die Aktie allerdings darunter, erhält man als Tilgung Aktien des Basiswertes. Wie viele Aktien man erhält, legt das sogenannte „Bezugsverhältnis“ fest. Entsteht das Problem, dass etwa 4,5 Aktien ausgeliefert werden müssen, werden 4 Aktien plus der Geldgegenwert einer halben Aktie geliefert.

Welcher Anlegertyp sind Sie? Finden Sie es heraus!

Sie sind nur 2 Schritte vom cleversten ETF-Sparplan entfernt!

1) Sie teilen uns online Ihre Anlage-Präferenzen mit.

2) Wir erstellen Ihr individuelles Portfolio und überwachen es 24/7.

Sie genießen beste Renditen mit einem Portfolio von ca. 12.000 Unternehmen aus 103 Ländern. Per App und PC haben Sie jederzeit vollen Zugriff auf Ihre Geldanlage.

Risiken

Es ist wichtig zu verstehen, dass eine Aktienanleihe zur Gattung der Zertifikate gehört, auch wenn der Name dies nicht gerade impliziert. Fällt der Emittent aus, so wie etwa in der Finanzkrise 2008 Lehman Brothers, so erhalten Anleger im schlimmsten Falle keine Tilgung am Laufzeitende zurück. Es sollte daher beim Erwerb solcher Produkte darauf geachtet werden, dass nur Emittenten mit sehr guter Bonität ausgewählt werden.

Zudem sollte verstanden werden, dass der Ertrag nach oben hin gedeckelt ist. Selbst wenn sich der Basiswert, also z.B. eine Aktie des MDAX, prächtig entwickelt und um 80% steigt, erhält man „nur“ den vorher festgelegten Zinssatz als Rendite. Denn sofern die Aktie mindestens auf dem Niveau des Basispreises zum Laufzeitende notiert, erhält man einfach „nur“ den Nennbetrag als Tilgung zurück. Umgekehrt ist es jedoch möglich, hohe Verluste einzufahren, sollte die Aktie etwa um 80% fallen. Im Falle einer Notierung am Laufzeitende unterhalb des Basispreises erhält der Anleger eine Tilgung in Form (der nun deutlich im Wert gefallenen) Aktien.

Hinweis: Diese Informationen gelten lediglich für in Deutschland steuerlich ansässige Anleger. Die oben gegebenen Auskünfte stellen keine steuerliche Beratung dar und ersetzen keinesfalls die individuelle Beratung durch einen steuerlichen Berater. Bitte wenden Sie sich bei Unklarheiten direkt an Ihren Steuerberater.