VSTOXX® (Volatilitätsindex)

Der VSTOXX® basiert auf dem europäischen Leitindex EURO STOXX 50 und spiegelt die Volatilitäts-Erwartungen der Marktteilnehmer ab. Der Index stützt sich hierbei auf die Echtzeit-Optionspreise des zugrunde liegenden Index und misst – technisch ausgedrückt – die Quadratwurzel der implizierten Varianz von allen Optionen einer bestimmten Zeit bis zu deren Fälligkeit.

Was bedeutet historische und implizite Volatilität?

Die Volatilität ist ein Maß für den Grad der Unsicherheit, der auf bestimmten Märkten herrscht. Im Prinzip gibt es zwei verschiedene Ansätze zur Schätzung der Volatilität. Bei der historischen Volatilität wird die Standardabweichung der historischen Schlusskurse für ein bestimmtes Wertpapier über einen bestimmten Zeitraum gemessen. Die implizite Volatilität hingegen wird aus Optionspreisen abgeleitet. Diese Art der Volatilität stellt die Schätzungen und Annahmen der an einem Handel beteiligten Marktteilnehmer auf der Grundlage eines bestimmten Optionspreises dar.

Der EURO STOXX 50-Volatilitätsindex (VSTOXX®) misst nicht die implizite Volatilität von geldnahen EURO STOXX 50-Optionen, sondern die implizite Varianz über alle Optionen einer bestimmten Zeit bis zum Verfall. Die Optionskontrakte auf den EURO STOXX 50 gehören zu den EUREX-Produkten mit dem höchsten Handelsvolumen.

Was ist die EUREX AG?

Die EUREX AG ist eine Aktiengesellschaft, die sich zu 100 Prozent im Besitz der Deutschen Börse befindet. Ursprünglich entstand die EUREX durch den Zusammenschluss der Deutschen Terminbörse und der SOFFEX, die für Swiss Options and Financial Futures stand. Seit ihrer Gründung im Jahr 1998 hat sich die EUREX kontinuierlich im elektronischen Handel und Clearing bewährt und ist heute eine der weltweit führenden Derivatebörsen, die eine breite Palette internationaler Benchmark-Produkte anbietet und über einen offenen und kostengünstigen elektronischen Zugang verfügt. Derzeit sind Marktteilnehmer aus 700 Standorten weltweit mit einem Handelsvolumen von über 1,5 Milliarden Kontrakten pro Jahr über die EUREX verbunden.

Wozu werden Volatilitäts-Futures genutzt?

Durch solche Produkte stehen den Anlegern präzise Instrumente mit Hebelwirkung zur Verfügung, um die europäische Volatilität zu handeln. Hauptgründe für den Handel mit VSTOXX®-Derivaten sind meist Portfoliodiversifikation und Optimierung von Volatilitäts-Positionen im Portfolio des jeweiligen Anlegers. Grundlage dieser Instrumente ist, wie bereits erwähnt, die implizite Volatilität von Optionen auf die 50 größten Unternehmen in Europa, die im EURO STOXX 50 enthalten sind. Diese Kontrakte stellen ein effizientes Instrument analog zu individuell abgeschlossenen OTC-Produkten dar und zeichnen sich durch ein Auszahlungsprofil eines OTC-Swaps bei Varianz eines bestimmten Wertpapiers aus. Darüber hinaus werden sie den Anforderungen einer wachsenden Zahl von Investoren gerecht, die nach verbesserten Absicherungsmöglichkeiten für ihre Portfolios suchen. Dabei profitieren die Anleger auch von der Effizienz des Börsenhandels und des zentralen Clearings, die in direktem Zusammenhang mit der erhöhten Sicherheit im Vergleich zum OTC-Handel steht. Dies resultiert aus der individuellen Marktbewertung und einem deutlich reduzierten Gegenparteirisiko aufgrund der Rolle der EUREX als zentrale Gegenpartei.

Wie werden VSTOXX®-Kontrakte gehandelt?

VSTOXX®-Kontrakte werden in Euro gehandelt. Der Kontraktwert beträgt 100 Euro pro Indexpunkt des Basiswertes. Die Erfüllung dieser Kontrakte erfolgt durch Barausgleich am ersten Börsentag nach dem Schlussabrechnungstag. Die Preisnotierung von VSTOXX-Futures erfolgt in Punkten mit zwei Dezimalstellen. Dabei beträgt die Mindestpreisänderung 0,05 Punkte, was einem Wert von 5 Euro entspricht. Die Fälligkeit dieses Kontraktes ist bis zu 8 Monaten möglich, jedoch nur die acht nächstfolgenden Kalendermonate. Die täglichen Abrechnungspreise für den aktuellen Fälligkeitsmonat ergeben sich aus den volumengewichteten Durchschnittspreisen aller Transaktionen während der Minute vor 17:30 Uhr MEZ, sofern mehr als fünf Abschlüsse innerhalb dieses Zeitraums getätigt wurden. Der Schlussabrechnungspreis wird von der EUREX am Schlussabrechnungstag auf der Grundlage des Durchschnitts der Indexwerte ermittelt, wenn der Basiswert am letzten Handelstag zwischen 11:30 und 12:00 Uhr MEZ gehandelt wurde.