Antizyklisches Investieren

„Kaufen, wenn die Kanonen donnern, verkaufen, wenn die Violinen spielen.“, so sprach schon der altehrwürdige Bankier Carl Mayer von Rothschild und beschreibt damit ziemlich genau, was antizyklisches Investieren genau bedeutet. Antizyklische Strategien versuchen nämlich nichts anderes, als gegen den Strom zu schwimmen. Sie kaufen, wenn die Preise fallen und verkaufen, wenn die Preise steigen. Diese Strategie kann zu einer Rendite-Steigerung bei gleichzeitiger Risikoreduktion beitragen.

Das Ausnutzen der Regression zum Mittelwert

Antizyklisches Investment darf nicht die Suche nach dem perfekten Ein- oder Ausstiegszeitpunkt sein (der nicht verlässlich vorhergesagt werden kann) — stattdessen sollte sich das Investment auf die Regression zum Mittelwert verlassen. Aktienrenditen tendieren zu einem langfristigen Mittelwert. Auf eine gute Periode folgt mit einer hohen Wahrscheinlichkeit eine schlechte Periode und umgekehrt. Diese Tendenz lässt sich mit einer systematisch antizyklischen Strategie ausnutzen.

Psychologisch ist ein antizyklisches Investment anspruchsvoll — sehr anspruchsvoll. Die nachweislich richtige Strategie über Jahre beizubehalten, Emotionen komplett auszublenden, ist wahrscheinlich das meist unterschätzte Problem der Geldanlage. Antizyklisch zu investieren, sich also anders zu verhalten als alle anderen gehört dabei zu den schwierigsten Anlagestrategien. Wenn alle anderen Anleger euphorisch Geld anlegen, vielleicht von einem Boom sprechen, verkauft der Antizykliker. Er kauft Verlierer und verkauft seine Gewinner.

Um eine solche Strategie langfristig durchzuhalten müssen strikte Kriterien festgelegt werden und Entscheidungen automatisch — frei von Emotionen — ausgeführt werden.

Sparen mit Plan: Die Vorteile eines antizyklischen Sparplans

Mit einem Sparplan kann man die positiven Effekte eines antizyklischen Investments erreichen — Rendite-Steigerung und Risikoreduktion — und gleichzeitig die emotionalen Fallstricke umgehen.
Die regelmäßig eingezahlten Beträge werden in steigenden Märkten vermehrt in Anleihen investiert und in fallenden Märkten vermehrt in Aktien. Bei dieser Art des Rebalancings bedeutet das, tendenziell günstig zu kaufen und teuer zu verkaufen. Damit partizipiert man stärker an Kurserholungen und leidet weniger unter Kursabstürzen.

Dadurch, dass das antizyklische Investment aus neu eingebrachten Mitteln erfolgt, vermeidet man mit einem Sparplan Transaktionskosten, die die Rendite schmälern. Das Potenzial für die Risikoreduktion und die Rendite-Steigerung ist dabei umso größer, je höher die Sparrate relativ zu dem investierten Betrag ist.