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Wie lege ich Geld aus meinerLebensversicherung an?

Sie haben jahrelang in eine kapitalbildende oder fondsgebundene Lebensversicherung eingezahlt ohne sich Gedanken darum machen zu müssen, wie Ihr Geld angelegt wird. Jetzt, wo der Zeitpunkt der Auszahlung gekommen ist, stehen Sie vor der Herausforderung sich entscheiden zu müssen, wie Sie dieses Geld sinnvoll und gewinnbringend anlegen.
Wie lege ich Geld aus meinerLebensversicherung an?

Was möchten Sie mit dem Geld aus Ihrer Lebensversicherung anfangen?

Mit der Auszahlung Ihrer Lebensversicherung erhalten Sie auf einen Schlag eine große Geldsumme, die Ihnen frei zur Verfügung steht.
Viele denken jetzt daran sich kleine Träume zu erfüllen wie etwa eine lang gewünschte Reise oder ein neues Auto. Viele andere wiederum möchten mithilfe einer Finanzspritze ihre Kinder oder Enkelkinder unterstützen. Bevor Sie sich selbst oder anderen Träume erfüllen, sollten Sie überlegen, welche Posten beglichen werden müssen, welche geplant sind und wofür restliches Geld verwendet werden könnte.

Finden Sie die richtige Anlagedauer für Ihr Anlageziel

Wenn Sie sich entschieden haben, wie viel Geld Sie aus Ihrer Lebensversicherung anlegen möchten, sollten Sie sich überlegen, welches Ziel Ihre Geldanlage verfolgt. Daraus ergibt sich die Basis für die Entscheidung, wie lange das Geld angelegt werden soll. Sie sollten sich deshalb definitiv die Frage stellen, ob Sie Teile der Auszahlung aus der Lebensversicherung regelmäßig benötigen und ob Sie allgemein im Laufe der Anlagezeit auf Ihr Vermögen zugreifen möchten.

Der Anlagehorizont kann grob in drei Gruppen unterteilt werden:
kurzfristige Anlageformen (bis ein Jahr)
mittelfristige Laufzeit (ein bis vier Jahre)
langfristige Anlageformen (ab vier Jahren)

Der Anlagehorizont entscheidet über die Wahrscheinlichkeit, das gewünschte Renditeziel zu erreichen. Dabei gilt: Je länger Sie anlegen, desto besser, weil auf längere Sicht höhere Verzinsungen möglich sind und Markteinbrüche besser ausgeglichen werden können.

Ermitteln Sie Ihr Risikoprofil: Sind Sie risikoaffin oder risikoscheu ?

Ihr Risikoprofil spielt eine wesentliche Rolle bei der Entscheidung für oder gegen eine Geldanlage. Finanzpsychologische sowie finanzmathematische Aspekte müssen Sie dabei berücksichtigen.

Finanzpsychologische Aspekte
Wie viel Verlust nehmen Sie in Kauf, um eine akzeptable Rendite zu erreichen?
Wie nehmen Sie potenzielle finanzielle Risiken wahr (z. B. Marktschwankungen) und wie bewerten Sie diese?

Finanzmathematische Aspekte
Wie viel Risiko sind Sie bereit einzugehen, um die gewünschte Rendite zu erreichen?
Wie hoch ist das Vermögen, dass Sie riskieren können, ohne Ihre notwendige Liquidität zu gefährden?

Überlegen Sie sich gut, wie viel Geld aus Ihrer Lebensversicherung Sie anlegen möchten und in welcher Höhe Sie bereit sind Verluste zu verkraften, damit Sie erfolgreich investieren.

Möglichkeiten, Ihr Geld aus Ihrer Lebensversicherung anzulegen

Möglichkeit 1: Das Sparbuch
Die bekannteste sowie die am weitesten verbreitete Form der Geldanlage. Auf einem Sparbuch ist Ihr Geld zwar sicher vor Wertschwankungen, aber es bringt Ihnen kaum Rendite. Sparbücher gewähren Ihnen in den allermeisten Fällen heutzutage Zinsen von weniger als 0,2 oder sogar 0,1 %. Bei einer Inflationsrate, die kurzfristig sogar über 2,0 % steigen könnte, ergibt sich somit ein deutlich negativer realer Zinssatz. Dieser schmälert die Kaufkraft des Ersparten immens anstatt sie zu steigern. Die jahrelange Investition in Ihre Lebensversicherung würden Sie somit nun wertlos machen. Aus diesem Grund empfehlen wir Ihnen das Sparbuch als Geldanlage nicht.

Möglichkeit 2: Die private Rentenversicherung
Hier wird zwischen einer Sofortrente und einer Rentenversicherung bzw. Verrentung unterschieden. Die private Rentenversicherung, die eine Variante der Lebensversicherung ist, bietet den Vorteil, dass eine Gesundheitsprüfung entfällt.

Das liegt daran, dass Versicherer davon profitieren, wenn Sie frühzeitig versterben, weil im vorzeitigen Todesfall die vereinbarte Rente kürzer ausbezahlt wird. Das übrig gebliebene Geld können Versicherungsgesellschaften stattdessen dafür verwenden, die Beiträge anderer Versicherten zu finanzieren.

Aus diesem Grund ist die private Ren­ten­ver­si­che­rung nicht geeignet, um Angehörige zu versorgen. In vielen Verträgen besteht dennoch die Möglichkeit, bei Zahlung eines Aufpreises, einen Schutz einzubauen, der sich “Rentengarantiezeit” nennt. Die Rentengarantiezeit sorgt dafür, dass im Fall eines vorzeitigen Todes, die Angehörigen für den Rest der Rentengarantiezeit Geld von der Versicherung erhalten. Es gibt zudem die Möglichkeit, eine Zusatzoption zu buchen, die garantiert, dass Ihre Angehörigen das bisher angesparte Kapital erhalten, falls Sie während der Ansparphase versterben.

Bei einer Sofortrente zahlen Sie einmal einen hohen Betrag ein, der sich Einmaleinlage nennt. Anstatt jahrelang zu sparen, verrentet die Versicherung das Geld sofort, das bedeutet, dass unverzüglich damit begonnen wird, es wieder als monatlichen Betrag auszuzahlen. Es ist aber auch möglich, die Rente noch etwas aufzuschieben und erst nach einigen Jahren mit der Rentenzahlung zu beginnen.

Falls die Rente aufgeschoben wird, können Sie wählen, ob man sich das angesparte Kapital als lebenslange Rente auszahlen lässt oder ob Sie vom Kapitalwahlrecht Gebrauch machen und sich die komplette Summe auszahlen lassen.

Beachten Sie aber bitte folgendes: Eine Rentenzahlung ist oftmals steuerlich günstiger als eine Einmalauszahlung.

Möglichkeit 3: Tagesgeld
Das Tagesgeld gehört zu den kurzfristigen Geldanlagen. Bei einem Tagesgeldkonto haben Sie den Vorteil, dass Sie flexibel über Ihr Geld verfügen können, da Sie an keine Laufzeit gebunden sind. Des Weiteren sind, aufgrund der gesetzlichen Einlagensicherung, Bankguthaben innerhalb der EU bis zu 100.000 Euro pro Person geschützt. Um in Tagesgeld anlegen zu können, benötigen Sie ein Tagesgeldkonto bei einer Bank, das Ihre Spareinlage verzinst.

Vor einigen Jahren waren die Tagesgeldzinssätze weit über den Zinssätzen eines Sparbuchs, doch aufgrund der Niedrigzinspolitik bringt Tagesgeld inzwischen nur noch geringe Zinsen. In einigen Ausnahmefällen gibt es Direktbanken, die Tagesgeldeinlagen akzeptabel verzinsen. Aus diesen Gründen eignet sich Tagesgeld ausschließlich als kurzfristige Geldanlage.

Dafür ist Tagesgeld geeignet:

  • die Rücklage von Geldern
  • regelmäßig anfallende Ausgaben
  • kleinere Investitionen
  • die Verwahrung des Notgroschens

Dafür ist Tagesgeld nicht geeignet:

  • den mittel- bis langfristigen Vermögensaufbau
  • größere Anschaffungen
  • die Absicherung der eigenen Kinder
  • die Altersvorsorge

Wenn Tagesgeld für Sie in Betracht kommt, sollten Sie bestenfalls mindestens drei Nettomonatsgehälter als Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto anlegen, um jederzeit darauf zurückgreifen zu können.

Möglichkeit 4: Festgeld
Das Festgeld gehört zu den mittelfristigen Geldanlagen. Wie beim Tagesgeld ist Ihr Festgeld aufgrund der gesetzlichen Einlagensicherung geschützt. Mit einem Festgeldkonto können Sie Ihr Geld aus der Lebensversicherung mit einer festen Laufzeit sowie einer festen Verzinsung anlegen.

Das bedeutet allerdings auch, dass Sie während der Anlagezeit nicht auf Ihr Vermögen zugreifen können und der Zinssatz trotz Zinssteigerungen oder -Senkungen gleich bleibt.

Die Höhe der Verzinsung richtet sich nach dem Leitzins, der bei Festgeldkonten aktuell, ähnlich wie beim Sparbuch, unterhalb der durch die Europäische Zentralbank (EZB) angestrebten Inflationsrate von 2 % liegt.

Festgeld ist zwar sicher vor Wertschwankungen und gut planbar, weil die Anlagezeit und Rendite im Vorfeld vereinbart werden. Dennoch bringt ein Festgeldkonto in Zeiten von hohen Inflationsraten einige Nachteile mit sich. Beispielsweise ist eine Aufstockung der Anlagesumme während der vereinbarten Laufzeit nicht möglich. Des Weiteren gibt es keinen Zinseszinseffekt, weil die Zinsen dem angelegten Betrag nicht gutgeschrieben werden.

Wenn Sie ihr Geld aus Ihrer ausgezahlten Lebensversicherung dennoch als Festgeld anlegen möchten, sollten Sie dies für maximal drei Jahre tun. Hier liegt die Würze in der Kürze, weil sich Zinsentwicklungen über einen längeren Zeitraum kaum absehen lassen.

Dies zeigt, dass Festgeld sowie Tagesgeld ausschließlich als Puffer dienen und nicht zur Altersvorsorge.

Möglichkeit 5: ETFs
Vermögensaufbau ist ein Marathon, der sich lohnt. Je länger Ihr Anlagehorizont ist, desto besser können Sie Marktschwankungen ausgleichen sowie höhere Renditen erzielen. Für eine langfristige Anlage ihres Geldes aus der Lebensversicherung eignen sich Exchange Traded Funds (ETFs) besonders gut. 

ETFs sind Wertpapiere, die eine Vielzahl anderer Wertpapiere wie Anleihen oder Aktien umfassen und so einen Index nachbilden. Im Gegensatz zu klassischen Investmentfonds, sind ETFs an Börsen notiert und jederzeit handelbar.

Unterschieden wird zwischen thesaurierenden und ausschüttenden ETFs. Thesaurierende ETFs reinvestieren die jährlichen Dividenden direkt, was dazu führt, dass Sie als Anleger mit dieser Art langfristig stärker vom Zinseszinseffekt profitieren. Deshalb eignen sie sich gut für die private Altersvorsorge. Ausschüttende ETFs zahlen die Dividenden dagegen an die Anleger aus.

Im Vergleich zu privaten Rentenversicherungen, Sparbüchern, Tages- oder Festgeldkonten bieten ETFs Ihnen als Anleger meist deutlich höhere Renditechancen, weil Sie die Risikostreuung gezielt steuern können.

Das Zauberwort lautet: Diversifikation.
Die Besonderheit der Diversifizierung liegt in den Korrelationen, also den Interaktionen, zwischen den einzelnen Anlagen. Mischen Sie etwa zyklische Aktien, die in wirtschaftlich guten Zeiten steigen, mit antizyklischen Aktien, die in unsicheren Marktumgebungen profitieren, so ist das Ergebnis aufgrund der negativen Korrelation eine Anlage mit deutlich geringerem Risiko. Die eine Aktie federt so das Risiko der anderen ab, da sie nicht in einem direkten Zusammenhang mit ihr steht.

Ginmon investiert beispielsweise in vier verschiedene Anlageklassen: Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Immobilien. Die Korrelation zwischen den einzelnen Anlageklassen ist eher gering. Alle Anlageklassen bieten darüber hinaus verschiedene Vorteile – und Nachteile -, sowie unterschiedlich hohe Risiken.

Während Aktien in der Regel eher risikoreicher sind, werden Anleihen generell als risikoärmer eingestuft. Immobilien bieten hingegen einen besonderen Schutz vor Inflationsrisiken, da Mietpreise üblicherweise mit der Inflation ansteigen. Rohstoffe sind darüber hinaus besonders interessant, da jeder Rohstoff von unterschiedlichen Faktoren getrieben wird, die wiederum voneinander unabhängig sind.

Aufgrund des Zusammenspiels der oben genannten Faktoren empfehlen wir Ihnen das Geld aus Ihrer Lebensversicherung in ETFs anzulegen, da Sie hier die höchsten Chancen haben, Ihre gewünschte Rendite zu erzielen. Gleichzeitig halten Sie durch die Diversifikation das Risiko in akzeptablen Grenzen.

Unser Rentenrechner zeigt Ihnen, wie Sie mit einer professionellen Kapitalmarktanlage ein zusätzliches Einkommen für Ihren gesamten Ruhestand aufbauen können.

Fazit

Geld aus Ihrer Lebensversicherung erfolgreich anzulegen, ist nicht kompliziert, solange Sie sich einen groben Plan zurechtlegen, der auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Um Ihren Anlageplan zu erstellen, sollten Sie wissen, was Sie mit dem Geld aus Ihrer Lebensversicherung anfangen möchten. Darauf aufbauend ergibt sich die optimale Anlagedauer für Ihr Anlageziel. Bei der Wahl der Anlageform ist es zudem hilfreich, Ihr persönliches Risikoprofil einzubeziehen, um daraus die passende Geldanlage abzuleiten. Aufgrund der derzeitigen Niedrigzinsphase und unter Berücksichtigung des Inflationsniveaus macht vor allem die Geldanlage am Kapitalmarkt Sinn, beispielsweise in Form eines ETF-Portfolios.

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