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Was war dieZypernkrise?

Die Zypernkrise war eine Finanzkrise im Jahre 2013, die als Teil der Eurokrise gilt. Der Schuldenschnitt Griechenlands sorgte für den Ausfall einer Reihe von Anleihen von zypriotischen Banken. Kleinanleger verloren ihr Vermögen und Banken gingen insolvent.
Was war dieZypernkrise?

Was war der Auslöser der Zypernkrise?

Zyperns Wirtschaft war vor der Krise sehr stark an die Wirtschaft Griechenlands gekoppelt. Zypriotische Banken gaben vergleichsweise hohe Zinsen an Anleger und Einleger, wodurch in der Folge in den Jahren vor der Krise ein deutlich erhöhtes Kreditvolumen zu verzeichnen war. Diese Kredite wurden zu Teilen auch zur Kapitalanlage und der Spekulation mit Immobilien genutzt. Zypern hatte im gleichen Zeitraum mit strukturellen Problemen zu kämpfen, sowohl Korruption als auch Vetternwirtschaft waren weit verbreitet. In der Folge wurden von Banken teils Kredite vergeben, ohne im Gegenzug dafür ausreichende Sicherheiten zu verlangen. Diese “lockere Geldpolitik” sorgte Anfang der 2000er-Jahre für eine Phase des Booms. Um die stark unterkapitalisierten zypriotische Banken und die von ihnen gehaltenen griechischen Staatsanleihen machte sich damals kaum jemand Sorgen. Als Griechenland vor der Staatspleite stand und in der Folge im Jahr 2011 ein Schuldenschnitt beschlossen wurde, traf dies Zypern besonders hart. Durch herbe Verluste wurden eine Reihe zypriotischer Banken zahlungsunfähig, ihre Anleihen fielen aus. Private Anleger, welche von den zuvor hohen Kupons angelockt wurden, verloren in der Folge ihre Investition. Insgesamt waren 60.000 Kleinanleger allein durch den Ausfall der Zypern-Bank betroffen. Auch die Bank of Cyprus und die Laiki Bank standen vor der Insolvenz, kombiniert wiesen sie einen Verlust von mehr als 4,5 Milliarden Euro auf.

Zur Entstehung der Wirtschaftskrise gehören auch die Folgeprobleme des Ersten Weltkriegs auf der Ebene der internationalen Finanzbeziehungen, die bis in die 1930er-Jahre ungelöst blieben. Viele kriegstreibende Mächte wie z. B. Frankreich oder Großbritannien saßen auf hohen Schuldenbergen, die sie den Amerikanern zurückzahlen mussten. Die Siegermächte gingen davon aus, dass man aus den Reparationszahlungen, die man Deutschland im Zuge des Friedensvertrags von Versailles auferlegt hatte, die Schulden sukzessiv abbauen könnte. Dies war jedoch nicht möglich, da Deutschland die Zahlungen nur aus den Exporterlösen hätte leisten können, für die die Siegermächte ihre Märkte aber nicht öffnen wollten.

Im Rahmen des starken Wirtschaftswachstums der USA kam es zu Spekulationen an den Immobilienmärkten, als auch an der New Yorker Börse. Die lockere Geldversorgung und der hohe Anteil des “margin trading” der Anleger trugen zu einem nie dagewesenen Anstieg der Aktienkurse bei. Im Vorfeld des Oktobers 1929 stiegen die Aktienkurse auf ein Allzeithoch von mehr als dem 30-fachen der Gewinne, und der Dow Jones Industrial Average legte in den zwei Jahren vor der Krise um nahezu 150 % zu. Die Kombination dieser Faktoren führte schließlich zum Zusammenbruch des Aktienmarktes.

Welche Auswirkungen hatte die Krise?

Die Regierung Zyperns bezifferte den Finanzbedarf des Landes damals auf rund 17 Milliarden Euro. Um die Situation zu retten, stellte der internationale Währungsfonds der EU 10 Milliarden Euro bereit. Den restlichen Betrag musste Zypern durch Staatseinnahmen aufbringen. Dies sollte durch Privatisierungen und eine Anhebung der Unternehmenssteuer, vor allem aber durch eine Abgabe auf Bankeinlagen geschehen. Durch diesen Schritt verloren Anleger durch die Krise im Schnitt zwischen 6,75 % und 9,9 % ihrer Einlagen, bei der Bank of Cyprus sogar bis zu 47,5 %. Zudem wurde Bankkonten eingefroren und es konnten keine Summen höher als 100 Euro abgehoben werden. Noch schlimmer traf es die Investoren zyprischer Anleihen, die einen Totalverlust erlitten. Die Zypernkrise traf nicht nur Anleger hart, sondern sorgte in ganz Europa für einen Vertrauensverlust in Banken und die Einlagensicherung. Zuvor war es für die meisten Menschen fast unvorstellbar, dass ihr Geld bei den Banken nicht sicher sein könnte. Durch die Maßnahmen der EU und des zyprischen Staates, konnte die Bank of Cyprus gerettet werden, die Laiki-Bank hingegen wurde zerschlagen. Sparer erhielten für die Abgaben ihrer Bankeinlagen keine Entschädigung.

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