Was ist ein ETF?

Ein Exchange Traded Fund (ETF) ist ein Wertpapier, das eine ganze Reihe an anderen Wertpapieren – wie einzelne Aktien oder Anleihen – umfasst, um einen zugrunde liegenden Index nachbilden. ETFs ähneln in vielerlei Hinsicht klassischen Investmentfonds, sind jedoch an Börsen notiert, jederzeit handelbar und wesentlich günstiger als die klassische Alternative. Dadurch erfreuen sich ETFs insbesondere durch FinTechs und Robo Advisor, wie etwa Ginmon, in den letzten Jahren einer immer größer werdenden Beliebtheit.

Was bilden ETFs genau ab und wo liegen die Vorteile?

Durch ETFs können sowohl ganze Indizes, wie zum Beispiel der deutsche DAX oder der US-amerikanische Dow Jones, als auch einzelne Märkte repliziert werden. ETFs sind passiv verwaltete Fonds, was bedeutet, dass sich die Zusammensetzung der Fonds nur ändert, wenn sich der zugrundeliegende Index ebenfalls ändert. Erwirbt ein Anleger beispielsweise einen ETF auf den deutschen Leitindex DAX, so partizipiert dieser direkt an den Kursschwankungen des Index. Sinkt der Kurs vom DAX um 0,5 %, dann sinkt der Kurs des ETFs ebenfalls um 0,5 %. Steigt der Wert vom DAX um 2 %, so auch der Wert des ETFs. 

Grundsätzlich kann man zwischen verschiedenen Arten von ETFs unterscheiden. Neben dem klassischen Aktien-ETF existiert eine Vielzahl weiterer Produkt-Kategorien, wie etwa Anleihen-ETFs (von Unternehmen, Staaten oder Kommunen), Branchen-ETFs (z.B. Technologie, Finanzen oder Einzelhandel), Rohstoff-ETFs (wie etwa Rohöl oder Gold), Währungs-ETFs oder gar inverse ETFs (Gewinne durch fallende Kurse).

Einer der großen Vorteile von ETFs sind die niedrigeren Durchschnittskosten für den Anleger, da es schlichtweg zu teuer wäre, alle in einem ETF-Portfolio gehaltenen Aktien einzeln zu kaufen. Beim Kauf eines ETFs müssen Anleger lediglich eine Transaktion zum Kauf und eine Transaktion zum Verkauf ausführen, was zu geringeren Provisionen für den Makler dazwischen führt.

 

Die Entwicklung des weltweit in ETFs verwalteten Vermögens (in Billionen €)

Worin besteht der Unterschied zwischen physischer und synthetischer Replikation bei ETFs?

Um den zugrundeliegenden Index abzubilden, stehen dem ETF-Anbieter grundsätzlich zwei Methoden zur Verfügung. Diese Abbildung wird im Fachjargon auch Replikation genannt.

1. Physische Replikation: Durch physische Replikation erwirbt der ETF exakt die Wertpapiere des jeweiligen Index mit der entsprechenden Gewichtung.

2. Synthetische Replikation: Durch synthetische Replikation wird der Kursverlauf des Index ebenfalls abgebildet, allerdings durch Finanzinstrumente, die im Index selbst gar nicht existieren. Die Indexnachbildung erfolgt dabei über ein Tauschgeschäft (“Total-Return-Swap”). Durch einen Vertrag mit einem Kreditinstitut verpflichtet dieses sich, im Tausch gegen eine Gebühr die Differenz der Indexrendite auszuzahlen bzw. bei Kursrückgang zu entnehmen.

Aber welche Art der Replikation ist besser? Ein großer Vorteil der physischen Replikation ist die Minimierung des Kontrahenten-Risikos. Anleger müssen nicht befürchten, dass ein synthetischer ETF z.B. durch Konkurs des Swap-Partners seinen Wert verliert. Dies ist ein entscheidender Grund warum bei Ginmon ausschließlich physische ETFs in die Portfolio-Strategie integriert werden. Damit garantieren wir das beste Risiko-Rendite-Verhältnis für unsere Kunden.

Sind aktiv verwaltete Investmentfonds wirklich besser als ETFs?

Im Vergleich zu ETFs werden herkömmliche Investmentfonds aktiv verwaltet, d.h. Fondsmanager versuchen durch individuelle Transaktionen “den Markt zu schlagen”. Auf lange Sicht gelingt dies jedoch nachweislich in 97 % der Fälle nicht. Die Zusammensetzung der Gruppe der Fondsmanager, denen es gelingt den Markt zu schlagen, wechselt dazu in ihrer Zusammensetzung.
Das bedeutet, ein Fondsmanager, der in einem Zeitraum eine überdurchschnittliche Rendite erwirtschaftet hat, wird nicht unbedingt wieder eine überdurchschnittliche Rendite in der nächsten Periode erzielen. Tatsächlich gibt es Untersuchungen, die zeigen, dass die Gewinner einer Periode oft zu den Verlierern der Nächsten gehören.

Aktiv verwaltete Fonds erzielen langfristig fast nie eine höhere Rendite als der Markt selbst. Private Anleger schneiden meist noch deutlich schlechter ab. Der Markt bändelt sämtliche zur Verfügung stehenden Informationen, während Fondsmanager und private Anleger versuchen einzelne Trends zu prognostizieren. Doch wie soll man analytisch Marktentwicklungen vorhersagen, wenn man nicht alle Informationen miteinbezieht? Die Verwendung von ETFs ermöglicht nicht nur eine optimale Diversifikation, sondern auch die Abbildung aller verfügbaren Informationen eines Marktes bzw. Index. Daher sind ETFs langfristig renditestärker als einzelne Aktien oder aktiv verwaltete Fonds.

Ein entscheidender Grund, warum ETFs von traditionellen Kreditinstituten nicht oder nur kaum angeboten werden, ist: Es lassen sich schlichtweg keine hohen Verwaltungsgebühren und Provisionen verlangen, womit traditionelle Banken allerdings ihr Geld verdienen! Da keine Fondsmanager bezahlt werden müssen, sind ETFs oft deutlich kostengünstiger als aktiv verwaltete Fonds. Mehr zum Vergleich von aktiv verwalteten Fonds und ETFs erfahren Sie hier.

Fazit: Diversifikation und ein optimales Risiko-Rendite-Verhältnis für jeden Anlegertyp

Um für jedes individuelle Anlegerprofil stets die höchsten Renditen bei minimalem Risiko zu erzielen, bedarf es einer maximalen Risikostreuung. Diversifikation ist dabei nach wie vor die wichtigste wissenschaftlich erwiesene Methode zur Risikoreduzierung, ohne die durchschnittlich erwartete Rendite zu mindern. Da sich mithilfe von ETFs sowohl gesamte Indizes als auch einzelne Märkte replizieren lassen, ist es möglich eine breite Risikostreuung durch den Erwerb verschiedener ETFs in das jeweilige Anlegerportfolio zu implementieren. Das wissenschaftliche Konzept von Ginmon basiert dabei auf dem Ansatz des nobelpreisgekrönten Fama-French-Dreifaktorenmodell von Prof. Eugene Fama und den Ansätzen von Prof. Harry Markowitz (mehr dazu hier). 

Schlussendlich überwiegen ETFs in den folgenden Punkten:

  1. ETFs sind wesentlich kostengünstiger als aktiv verwaltete Investmentfonds
  2. Hohe Zeitersparnis durch ETFs, aktive Analyse von einzelnen Aktien bzw. Finanzinstrumenten ist überflüssig
  3. ETFs sind renditestärker als einzelne Aktien oder aktiv verwaltete Fonds
  4. ETFs bändeln sämtliche Marktinformationen unter optimaler Risikostreuung
  5. ETFs ermöglichen für jede Investitionsgröße ein optimales Risiko-Rendite-Verhältnis

Aufgrund dieser wesentlichen Vorteile sind ETFs ein elementarer Bestandteil der automatisierten Portfoliostrategie von Robo Advisorn wie Ginmon, um jedem Kunden die größtmögliche Rendite gemäß seiner individuellen Risikoneigung zu ermöglichen.

Wie geht es weiter am europäischen ETF-Markt?

In den letzten 10 Jahren hat der europäische ETF-Markt sowohl in Bezug auf das verwaltete Vermögen als auch auf das Produktangebot ein starkes Wachstum erfahren. Die Anzahl der Produkte ist deutlich gestiegen, und ETFs sind heute ein weithin anerkanntes Produkt, das wegen der zahlreichen Vorteile, die es den Anlegern bietet, geschätzt wird: Einfachheit, Flexibilität, Kosteneffizienz und Transparenz. Betrachtet man jedoch die Anzahl und Diversität der Produktanbieter am Markt, dann wird schnell klar, dass der ETF-Markt sehr konzentriert ist. So machen beispielsweise die vier größten Anbieter mehr als drei Viertel der verfügbaren ETFs aus. Neben den US-Anbietern Blackrock (iShares), State Street (SPDR) und Vanguard ist die Deutsche Bank (Xtrackers) der größte europäische Akteur.

Auch in Zukunft ist nicht von einer Abflachung des Marktwachstums auszugehen. So werden Smart Beta- und SRI-Produkte neue Bausteine in den Depots von sowohl institutionellen, als auch privaten Kunden. Auch externe Faktoren wie die MiFID-2-Verordnung der EU treiben die Entwicklung des ETF-Marktes voran.

Info: Was ist MiFID II?

Nach der Finanzkrise wurden ein verbesserter Kundenschutz und mehr Transparenz in der Finanzberatung zu wichtigen politischen Zielen in Europa. Die Einführung der zweiten Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID II), die im Januar 2018 in Kraft trat, war in dieser Hinsicht ein wichtiger Meilenstein. Eines der Hauptziele der MiFID II ist die Förderung der unabhängigen Anlageberatung. Ein Unternehmen gilt als unabhängiger Anbieter von Finanzberatung, wenn seine Beratung auf einer breiten Palette verschiedener Arten von Finanzprodukten einer großen Zahl von Emittenten oder Anbietern beruht. Dahinter steht der Gedanke, den Kunden eine ausreichend vielfältige Produktpalette anzubieten, um sicherzustellen, dass die Anlageziele angemessen erreicht werden können. Unabhängigen Finanzberatern ist es untersagt, im Zusammenhang mit der Erbringung ihrer Dienstleistungen Zahlungen oder Vorteile von Dritten (oder in ihrem Namen handelnden Unternehmen) anzunehmen oder einzubehalten. Auf dieser Grundlage können Kunden nun entscheiden, welche Art der Beratung, die sie erhalten möchten. Wenn ein Kunde wählt einen Finanzberater, der nicht unabhängig ist und der Produkte anbietet, die enge Verbindungen zu einem Finanzunternehmen, diese Verbindungen werden müssen in einem frühen Stadium offengelegt werden.

How-to: Welche Fragen stellen wir uns bei Ginmon bei der Auswahl unserer ETFs?

Bei der Auswahl unserer Anlagebausteine bei Ginmon stellen wir uns eine Vielzahl von verschiedenen Fragen, um schlussendlich die für uns optimalen ETFs auszuwählen. Solche Fragen sind zum Beispiel: Wie ist die Qualität der Wertpapiere, aus denen der Substitutionskorb oder die Sicherheit besteht? Weiterführend: Was sind die Richtlinien bei der Auswahl der Vermögenswerte für den Substitutionskorb oder die Sicherheit? Außerdem ist das Kontrahentenrisiko relevant für uns: Lässt sich dieses quantifizieren? Gibt es außerdem eine Wertpapierleihe? Hier schließt sich unmittelbar die Frage an: Wer ist die Gegenpartei hinter der Wertpapierleihe oder dem Swap?

Wie Sie sehen, kann die Auswahl der optimalen ETFs durchaus komplex sein. Wie wir mittels intelligenter Technologie diesen Prozess erleichtern und so effizient wie möglich gestalten, erfahren Sie hier: Zu unseren ETF-Selektionskriterien.