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China A-Aktien vs. H-Aktien

China ist der zweitgrößte Aktienmarkt der Welt. Aufgrund der strengen Regulierung ist ein großer Teil des Marktes für ausländische Investoren jedoch kaum zugänglich. Früher war China daher aus globalen Indizes vollständig ausgeschlossen. Auch heute noch ist das Land in den meisten Indizes stark unterrepräsentiert.

Was sind eigentlich A-Aktien?

Rund 72 % des chinesischen Aktienmarktes sind Festlandaktien, auch A-Aktien genannt, die ursprünglich nur von Bürgern des chinesischen Festlandes erworben werden konnten. 

Quelle: S&P Global (Stand Januar 2022)

A-Aktien sind an den Börsen in Shanghai (SSE) und Shenzhen (SZSE) gelistet und werden in der Währung chinesischer Renminbi (RMB) gehandelt. Die Restriktionen gegenüber ausländischen Investoren wurden 2003 etwas gelockert, sodass seither große internationale Institutionen als Qualified Foreign Institutional Investor (QFII) diese Anteile kaufen können.

Zugelassene Investoren erhalten über das QFII-Programm eine Lizenzierung, die zum Kauf und Verkauf von A-Aktien legitimiert. Diese Lizenzierung erfolgt nach einer Prüfung des Investors durch die chinesische Regierung bzw. Börsenaufsicht. Hierfür sind eine Reihe an Anforderungen zu erfüllen, mithilfe derer die Regierung die finanzielle Stabilität und Unabhängigkeit des Investors verifizieren möchte. 2020 betrug die Zahl der ausländischen Institutionen, die über das QFII lizenziert wurden, etwa 200, darunter sind große Banken, wie J.P. Morgan und UBS.

Für ausländische Privatanleger bleibt der Zugang zu A-Aktien weiterhin äußerst restriktiv und eine Partizipation an diesen Unternehmen ist nur indirekt möglich. Da China grundsätzlich, und gerade die A-Aktien, in globalen Indizes wie dem MSCI World oder MSCI Emerging Markets unterrepräsentiert sind, ist eine Investition häufig nur über spezielle ETFs möglich.
 
Der CSI 300 Index bildet die 300 größten Unternehmen der Börsen in Shanghai und Shenzhen ab. Hierbei handelt es sich ausschließlich um A-Aktien. Eine Anlage in diesem Index ist z.B. mithilfe synthetischer Replizierung über einen ETF möglich.
Quelle: Bloomberg, Aladdin BRS (Stand 31.05.2022)

Interessant ist dies vor allem für Investoren, die dezidiert an der Entwicklung der chinesischen Volkswirtschaft interessiert sind. Eine Vielzahl dieser Unternehmen – vor allem kleinere – sind nur als A-Aktien verfügbar und nicht an der Börse in Hongkong gelistet.

H-Aktien: Der “offene” Teil des Marktes

Die Börse in Hongkong (HKEX) ist anders als die in Shanghai und Shenzhen für ausländische Investoren offen zugänglich. Vor allem große chinesische (Festland-)Unternehmen sind daher (auch) hier gelistet, um internationale Investoren ansprechen zu können. Beispiele hierfür sind Alibaba, Tencent und die chinesische Ping An Versicherung.

Diese Aktien von chinesischen Festlandunternehmen, die in Hongkong gelistet sind, werden als H-Aktien bezeichnet und werden in Hongkong in Hongkong-Dollar (HKD) gehandelt. Aufgrund von regulatorischen Einschränkungen waren H-Aktien bis 2007 für chinesische Bürger des Festlandes nicht zugänglich.

Da die H-Aktien an der Börse in Hongkong auch für internationale Investoren offen sind, verfügen sie über eine wesentlich höhere Liquidität. Dennoch existiert eine starke Preisdiskrepanz zugunsten von A-Aktien. Oft handeln die A-Aktien eines Unternehmens an den Börsen in Shanghai und Shenzhen mit einem Premium gegenüber den H-Aktien des gleichen Unternehmens in Hongkong. Von den rund 3.600 Unternehmen an den Börsen in Shanghai und Shenzhen sind 100 auch mit einer Zweitlistung in Hongkong vertreten. In der Vergangenheit lag das Premium zwischen diesen Aktien bei bis zu 60 %, mit einem historischen Durchschnitt von etwa 22 % über alle Branchen.

Dennoch sind A-Aktien deshalb nicht grundsätzlich eine bessere Investition, denn sie sind deutlich illiquider und für Privatanleger ohnehin nicht oder nur über Umwege investierbar.

Quelle: “Analysis of Price Differences Between A and H Shares”, Y. Bai, W.M.Tang & K.F.C.You, 08. Juni 2019

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