Was ist ein Bärenmarkt?

An Börsen gibt es immer zwei entgegengesetzten Marktbewegungen, Aktien können entweder steigen oder fallen. In Zeiten, in denen sich der Markt in einer nachhaltigen Abwärtsbewegung befindet und die Kurse eines breiten Index’, beispielsweise des DAX, um 20 % oder mehr fallen, spricht man von einem Bärenmarkt. In Zeiten einer wirtschaftlichen Rezession ist dieses Szenario besonders realistisch.

Woher stammt die Assoziation Bärenmarkt?

Der Begriff Bärenmarkt stammt aus dem Tierreich und ist von der Verhaltensweise eines Bären abgeleitet. Der Bär ist ein Tier, welches von Natur aus durch eine defensive Verhaltensweise geprägt ist. Bären machen sich in Gefahrensituationen in erste Linie aus dem Staub. Sie bevorzugen es, zu flüchten, bevor sie angreifen. Wenn Bären allerdings angreifen, zum Beispiel beim Jagen, schlagen sie ihre Beute oft, indem sie sich auf die zwei hinteren Tatzen stellen und von oben nach unten schlagen. 

Dies lässt sich im übertragenen Sinne auch auf den Verlauf der Kurse in Zeiten einer Rezession ableiten. Der Bär gilt als pessimistisch und setzt bei seinen Aktionen an der Börse auf fallende Kurse. Gemeinhin spricht man von einem Bärenmarkt, wenn die Kurse eines breiten Index’, wie zum Beispiel des DAX, um 20 % oder mehr fallen. 

Das Gegenstück, welches mit steigenden Kursen assoziiert wird, ist der Bulle. Beide ungleichen Tiere stehen sowohl vor den Börsen in New York, London als auch Frankfurt. Die Frankfurter Skulptur wurde im Jahr 1985 vom Vorstand der Deutschen Börse in Auftrag gegeben. Der Bildhauer Rainer Dachlauer, der in Frankfurt geboren wurde, schuf innerhalb von drei Jahren das Kunstwerk von Bulle und Bär.

Was ist eine Bärenmarktrally?

Als Bärenmarkrallys, bezeichnet man Perioden während eines Bärenmarktes, in denen sich die Märkte innerhalb kürzester Zeit stark erholen. Dies geschieht allerdings im Rahmen einer übergeordneten Abwärtsbewegung, es folgen also weitere Rückschläge und der Bärenmarkt hält an. Ob eine Kurserholung eine Bärenmarktrally ist oder doch eine grundsätzliche Trendwende, lässt sich erst im Nachhinein feststellen. Als Kriterium dient, ob die Kurserholung den langfristigen Abwärtstrend überwinden konnte oder nicht. 

Historische Bärenmärkte in den USA

In den USA gab es seit 1929 11 große Bärenmärkte. Dabei dauerte es unterschiedlich lange, bis die Schwelle von 20 % Verlust erreicht worden war, die einen Bärenmarkt definiert. Während in der Corona-Krise 2020 der amerikanische Leitindex S&P 500 bereits nach 16 Tagen mehr als 20 % verloren hatte, dauerte es beim im Winter 1980 einsetzenden Bärenmarkt ganze 310 Tage. 

Bärenmärkte kommen an den globalen Aktienmärkten regelmäßig vor. So verzeichnete der S&P 500 allein in den 1960er Jahren drei Bärenmärkte (1961, 1966 und 1968).

Was bezeichnet eine Bärenfalle?

Eine Bärenfalle kann sich auftun, wenn nach einer Phase steigender Kurse die Aktienmärkte anfangen, zu korrigieren und zu fallen. Viele Anleger nehmen in solchen Phasen die sinkenden Kurse als Indiz dafür, dass der Markt noch weiter fällt und ein Bärenmarkt bevorsteht. Verkauft ein Anleger in dieser Erwartung in Panik seine Aktien, kann er jedoch viel Geld verlieren. Das geschieht dann, wenn kein Bärenmarkt eintritt und die Kurse kurze Zeit später wieder steigen. Der Investor ist in die Bärenfalle getappt und hat zu überhastet reagiert.