Gold? Von wegen sicherer Hafen

Ein Kommentar von Lars Reiner, Gründer und
Geschäftsführer des digitalen Vermögensverwalters Ginmon

„Sicherer Hafen“, „Krisenwährung“ oder „Vermögensschutz“ – Gold hat bei Anlegern viele Namen. Doch erfüllt es auch diese Zwecke? Braucht man als Anleger heutzutage überhaupt noch Gold?

Weiterhin verstehen auch immer mehr Anleger: Gold wirft keine Zinsen ab und zahlt auch keine Dividenden. Hinzu kommt, dass die USA den Zinserhöhungszyklus ausgerufen haben und die US-Notenbank die Zinsen weiter anheben wird. Damit werden festverzinsliche Papiere für Anleger attraktiver als Gold.

In den Krisenjahren 2011 und 2012 kostete Gold fast schon 2000 Dollar pro Feinunze –
heute steht es bei rund 1230 Dollar. Verglichen zum Aktienmarkt eine schlechte
„Rendite“. Zum Vergleich: Seit September 2011 hat sich der DAX mehr als verdoppelt. Das zeigt wieder: Auf eine einzelne Anlageklasse zu setzen – selbst wenn sie so populär wie Gold ist – kann sehr gefährlich sein. Dann kann aus der Idee, sich Sicherheit zu erkaufen, schnell ein riskantes Vermögensexperiment werden.

Natürlich hat Gold für viele Anleger eine beruhigende Wirkung. Und auch wenn derzeit durch die Notenbanken jede „Krise“ durch die Geldflut weggespült wird, so heißt das nicht, dass es immer so bleibt. Vielleicht sind die „goldenen Zeiten“ vorbei, doch nichts garantiert uns, dass sie nicht wiederkommen.

Ganz auf Gold und Rohstoffe im Portfolio sollte man deshalb als Anleger nicht
verzichten, sie sollten aber auf keinen Fall überrepräsentiert sein. Der wirklich sichere Hafen für Anleger ist nicht Gold, sondern ein diversifiziertes Portfolio über alle Anlageklassen hinweg. Deshalb braucht man als Anleger keine Krisenwährung, sondern ein krisenfestes Depot, was nur durch breite und intelligente Streuung möglich ist. Gold- und Rohstoff-ETFs haben zwar damit durchaus ihre Berechtigung, sind in solch einem Mix aber nicht der Teig, sondern eher die Kirsche auf der Torte.

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