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Index-Entwicklung und Marktkommentar im Oktober 2020

Der Ginmon World Economy Index (Ginmon WEI) ist ein breit diversifizierter Index, der 8.548 Einzelwerte aus 38 Ländern abbildet. Seine einzigartige Methodologie ermöglicht es, die realwirtschaftlichen Zustände der Weltwirtschaft deutlich besser abzubilden als herkömmliche Standard-Indizes wie der MSCI World oder der MSCI All Country World Index (ACWI).
Index-Entwicklung und Marktkommentar im Oktober 2020

Ginmon World Economy Index Oktober 2020?

In diesem Marktkommentar vergleichen wir die Entwicklung des Ginmon WEI mit der Entwicklung des MSCI ACWI von Jahresbeginn bis Mitte Oktober 2020.

Im Jahr 2020 musste der Ginmon World Economy Index bis zum 08.10.2020 einen Rückgang von -12,4 % (in Euro) verzeichnen. Im Vergleich dazu hat sich der MSCI ACWI im selben Zeitraum mit -1,4 % (in Euro) entwickelt.

Quelle: Ginmon, Stand: 08.10.2020

Was erklärt den Unterschied in der Entwicklung des Ginmon World Economy Index?

Der MSCI ACWI konnte in 2020 vor allem vom hohen Gewicht von US-Aktien profitieren. Diese standen Mitte Oktober trotz Corona- und Wirtschaftskrise mit +3,8 % im Plus (in Euro). Zum selben Zeitpunkt notierten alle anderen Weltregionen für 2020 immer noch im Minus. Im MSCI ACWI beträgt das Gewicht von Aktien aus Nordamerika 59,6 %.

Die Gewichtung nach Bruttoinlandsprodukt des Ginmon World Economy Index hat sich hier negativ auf die Entwicklung des Ginmon WEI ausgewirkt. Die Entwicklung der Regionen zeigt hierbei aber auch, dass die Weltwirtschaft als Ganzes sich bei weitem noch nicht in dem Maße erholt hat, wie die Entwicklung des MSCI ACWI suggeriert.

Quelle: Ginmon, Stand: 08.10.2020

Ein weiterer Faktor, der dem MSCI ACWI zugutekam, war die hohe Gewichtung von US-Technologie-Aktien. Allein die fünf großen Werte Facebook, Apple, Amazon, Microsoft und Google, die zusammen eine gewichtete Performance von +35 % in 2020 verzeichneten, machen 12,4 % des MSCI ACWI aus.

Im Ginmon World Economy Index sind diese fünf Werte mit lediglich 2,9 % vertreten. Aufgrund des hohen Gewichts im MSCI ACWI wird die Entwicklung aber stark von nur einigen wenigen Werten verzerrt. Dies führt die Annahme, dass Aktien-Indizes in authentischer Form die Lage der (Welt-)Wirtschaft abbilden, aber ad absurdum.

 

Nicht nur auf regionaler Ebene zeigt sich die große Diskrepanz zwischen der Entwicklung des MSCI ACWI und der Entwicklung der Weltwirtschaft. Wenn man auf kleine Unternehmen schaut, die immer noch für einen Großteil der Wertschöpfung weltweit verantwortlich sind, zeigt sich auch hier, dass wir von einer Erholung noch nicht wirklich sprechen können. Kleine Unternehmen, die anders als beim MSCI ACWI im Ginmon WEI enthalten sind, haben in 2020 bisher -6,4 % verloren.

Auch Rohstoffe, die im MSCI ACWI gar nicht vertreten sind, haben zu der unterschiedlichen Entwicklung der beiden Indizes beigetragen. So haben Rohstoffe in 2020 -10,9 % verloren – ein klares Zeichen, dass sich die Weltwirtschaft weiterhin nicht vollständig erholt hat. Denn die Nachfrage nach Rohstoffen, die in der Produktion von Waren und Gütern essenziell sind, verharrt weit unter dem Vorkrisenniveau. Dies ist ein klares Indiz für eine anhaltende Wirtschaftsschwäche weltweit. Im Ginmon World Economy Index sind Rohstoffe mit 5,0 % vertreten.

Schlussendlich wurden auch Immobilien hart von der Wirtschaftskrise getroffen. Preise für Büroimmobilien leiden hier besonders unter dem Corona-bedingten Trend zum Home Office. Auch Immobilien im Einzelhandel haben unter dem gesunkenen Verkehrsaufkommen in Fußgängerzonen stark gelitten. Daher ist es kein Wunder, dass Immobilien einen Wertverlust in Höhe von -21,8 % bis 08. Oktober 2020 verzeichnen mussten.

All diese Entwicklungen legen nahe, dass die Entwicklung des MSCI ACWI in 2020 bisher nicht repräsentativ für die Entwicklung der Weltwirtschaft gewesen ist. Der Index ist seinem Ruf als Weltwirtschafts-Barometer also in keiner Weise gerechnet geworden.

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