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Ginmon World Economy Index Marktkommentar Dezember 2021

Der Ginmon World Economy Index (Ginmon WEI) ist ein breit diversifizierter Index, der 8.548 Einzelwerte aus 38 Ländern abbildet. Seine einzigartige Methodologie ermöglicht es, die realwirtschaftlichen Zustände der Weltwirtschaft deutlich besser abzubilden als herkömmliche Standard-Indizes wie der MSCI World oder der MSCI All Country World Index (ACWI). In diesem Marktkommentar vergleichen wir die Entwicklung des Ginmon WEI mit der Entwicklung des MSCI ACWI für den Dezember 2021.
Ginmon World Economy Index Marktkommentar Dezember 2021

Ein spannendes Jahr geht zu Ende

Sowohl der Ginmon WEI als auch der MSCI ACWI konnten sich im Dezember abermals positiv entwickeln. Auch in diesem Jahr gab es wieder die berühmte “Jahresend-Rally”, welche vor allem durch die Hoffnung genährt wurde, dass die neue COVID-19 Variante Omikron weniger schwere Verläufe mit sich bringt als seine Vorgänger.  Auffällig ist zudem, dass der Ginmon WEI im gesamten Monat stärker zulegen konnte als der MSCI ACWI, wodurch der Ginmon WEI zum Ende des Jahres nochmal Boden gut machen konnte. Unter dem Strich lieferte der MSCI ACWI eine positive Performance von 3,66 %, während der Ginmon WEI einen Zuwachs von 4,16 % verzeichnen konnte.

Quelle: Ginmon, Stand: 07.12.2021

Die im Verhältnis stärkere Performance des Ginmon WEI im Dezember änderte allerdings nichts daran, dass der MSCI ACWI auf Jahressicht stärker gestiegen ist. Im Jahr 2021 konnte der MSCI ACWI insgesamt eine Kurssteigerung von 29,34 % verbuchen, während der Ginmon WEI 25,51 % zugelegt hat – beides sehr starke Ergebnisse. Damit beträgt die endgültige Differenz zwischen den Indizes 3,83 Prozentpunkte.

Quelle: Ginmon, Stand: 08.11.2021

Wie lassen sich diese Entwicklungen im Dezember erklären?

Wirft man einen Blick auf die absoluten Entwicklungen, ist der Dezember nach einem schwachem Vormonat an den Kapitalmärkten wieder sehr positiv verlaufen. Auch neue Höchststände bei den registrierten Neuinfektionen mit Covid-19 und regionale (Teil-) Lockdowns konnten die Börsenkurse am Ende des Jahres nicht stoppen. So konnten im Dezember alle größeren Märkte Kursgewinne verzeichnen. Vor allem Europa, die USA und Ozeanien konnten überdurchschnittliche Renditen erzielen. Auch Schwellenländeraktien konnten sich im Dezember erholen und weisen eine positive Monatsrendite auf. 

 

Außerdem haben die gestiegenen Inflationssorgen zu steigenden  Rohstoff- und Immobilienpreisen geführt, welche beide als klassischer Inflationsschutz gelten. Konnten die Rohstoffpreise um 3,50 % steigen, haben die Immobilienpreise um 4,69 % zugelegt. Vor allem der starke europäische Aktienmarkt sowie die gestiegen Rohstoff- und Immobilienpreise haben dazu geführt, dass sich der Ginmon WEI im Dezember besser entwickeln konnte als der MSCI ACWI. Dahingegen haben die durchschnittlichen Renditen der kleinen Unternehmen, welche im MSCI ACWI nicht enthalten sind, während des letzten Monats keine nennenswerten Effekte auf die Differenz der beiden Indizes gehabt.

Auch Rohstoffpreise sind im November um 3,63 % gefallen. Die Angst vor einem neuen Herunterfahren der Wirtschaft hat besonders den Preis von Rohöl fallen lassen. Neben US-amerikanischen Aktien konnten nur Immobilien den Monat mit einem Plus von 0,45 % abschließen.

Da die Allokation des Ginmon WEI auf Basis des BIP-Anteils der jeweiligen Region an der gesamten Weltwirtschaft erfolgt, ist das Gewicht von US-Titeln deutlich niedriger als im MSCI ACWI, wodurch sich schlechtere Performance erklären lässt.  Gleichzeitig haben die kleinen Unternehmen, welche im MSCI ACWI nicht enthalten sind, während des letzten Monats eine unterdurchschnittliche Rendite erzielt, was sich ebenfalls auf die Differenz zwischen den Indizes ausgewirkt hat. Eine positive Performance der Immobilien konnte dies nicht ausgleichen. Es bleibt spannend, wie sich die Omikron-Variante weiter auf die Kapitalmärkte auswirken wird und welcher der beiden Indizes am Ende des Jahres vorne liegen wird.

Das gesamte Jahr 2021 im Überblick

Betrachtet man die Entwicklung beider Indizes ist es sehr auffällig, dass zur Jahreshälfte der MSCI ACWI den Ginmon WEI eingeholt hat und den Vorsprung bis  Jahresende stetig ausgebaut hat. Dies lässt sich vorrangig anhand der unterschiedlichen Ländergewichtungen der beiden Indizes erklären. Da die Allokation des Ginmon WEI auf Basis des BIP-Anteils der jeweiligen Region an der gesamten Weltwirtschaft erfolgt, ist das Gewicht von US-Titeln deutlich niedriger und das Gewicht von europäischen und chinesischen Werten größer als im MSCI ACWI. Während im ersten Halbjahr US-Aktien vergleichsweise moderat gestiegen sind, hat der US-Aktienmarkt im zweiten Halbjahr eine beeindruckte Aufholjagd gestartet. 

Dagegen konnte der chinesische Markt im ersten Quartal sogar die Performance des S&P 500 übertreffen. Allerdings haben chinesische Aktien ab dem zweiten Quartal deutlich an Boden verloren und weisen seit Juli  sogar eine negative Jahresrendite auf. Auf Jahressicht hat der Hang Seng über 15 % verloren, während der S&P 500 über 29 % gestiegen ist. Am chinesischen Kapitalmarkt haben sich vor allem die Sorgen um eine Verlangsamung des Wachstums, neue Regulierungswellen, die drohende Insolvenz des Immobilienunternehmen Evergrande und neue COVID-19 Ausbrüche negativ ausgewirkt.

Die US-Märkte waren hingegen in der zweiten Jahreshälfte von einer starken Entwicklung der Technologie- und Energieunternehmen beflügelt. Rückblickend stellt mal einmal wieder fest, dass der MSCI ACWI primär eine “Wette” auf die USA ist, welche in diesem Jahr aufgegangen ist. Gleichwohl konnte der deutlich besser diversifizierte Ginmon WEI eine ebenfalls sehr hohe Rendite erzielen, ohne aber einen einzelnen Markt stark übergewichten zu müssen. Es wird sich im nächsten Jahr zeigen, ob die US-Märkte weiterhin die Performance-Rankings anführen werden oder ob es andere Regionen gibt, die in den nächsten Monaten eine Aufholjagd starten werden. Gleichzeitig gilt es auch, die Inflationsentwicklung im Auge zu behalten. Hier kann der Rohstoff- und Immobilienbaustein im Ginmon WEI eine stabilisierende Rolle als Inflationsschutz einnehmen, welche im MSCI ACWI nicht vorhanden ist. Es bleibt also spannend, wie sich die Indizes 2022 verhalten werden.

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